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Mehr über uns erfahren15. Juli 2026
Im ersten Teil dieser Artikel-Serie habe ich beschrieben, warum das Autonomous Enterprise nach der SAP Sapphire 2026 greifbar geworden ist. Die Vision steht. Aber zwischen einer starken Keynote und echtem Geschäftswert liegt etwas Wesentliches: Hausaufgaben. Autonome Agenten sind nur so gut wie die Architektur, die Daten und die Prozesse, auf denen sie laufen. Und genau darum geht es nun in diesem Folgebeitrag – nicht um das Ziel, sondern um den Weg dorthin.
Introducing: Autonomous Enterprise
Was bedeutet „Autonomous Enterprise“? Erfahren Sie im ersten Teil unserer Artikel-Serie, wie Joule Assistants vernetzte Agenten orchestrieren, die Routinearbeit über SAP und Nicht-SAP Systeme hinweg eigenständig erledigen.
Man kann nicht steuern, was man nicht sieht. Und schon bald sind in vielen Unternehmen Hunderte Agenten unterwegs – von SAP, von Microsoft, Google oder aus eigenen Frameworks. Ohne Überblick und klare Regeln wird daraus schnell ein neues Schatten-IT-Problem, nur mit deutlich mehr Autonomie. Governance ist im Autonomous Enterprise deshalb keine Kür, sondern die erste Hausaufgabe.
Technisch adressiert das der SAP AI Agent Hub, der auf SAP LeanIX aufsetzt: ein herstellerübergreifendes System of Record für jeden Agenten – egal, wer ihn gebaut hat. Der SAP AI Agent Hub inventarisiert Agenten, verknüpft sie mit Anwendungen und Business Capabilities, führt sie durch einen klaren Lebenszyklus von „vorgeschlagen“ bis „stillgelegt“, gibt jedem eine eigene Identität mit definierten Zugriffsrechten und stellt sicher, dass nur geprüfte Agenten produktiv laufen.
Dass SAP ihn ohne Aufpreis in die SAP Business AI Platform legt (Verfügbarkeit – General Availability, GA – für Q3 2026) und der EU AI Act ab August 2026 voll wirksam wird, macht deutlich: An Governance führt kein Weg vorbei – gerade in Finanz-, HR- und Beschaffungsprozessen.
Das Werkzeug allein reicht aber nicht; die Arbeit dahinter ist organisatorisch. Zwei Dinge sollten Sie jetzt konkret angehen:
Kurz: Transparenz über Architektur und Agenten schaffen, mitwachsende Freigabe- und Berechtigungsregeln definieren und den Agenten-Bestand schon heute inventarisieren.
Die meisten neuen KI-Funktionen sind „Cloud first“. Das verändert den Business Case für die Transformation: Es geht nicht mehr nur um das Wartungsende 2027 oder um Kostenvermeidung, sondern um den Zugang zu KI-Fähigkeiten – ein deutlich stärkeres Argument. Cloud ERP ist damit weniger ein IT-Projekt als die Eintrittskarte zur Autonomie und damit ein wichtiges Element des Autonomous Enterprise.
Wichtig ist das Wie: Migrieren Sie nicht per Lift and Shift, sondern modernisieren Sie mit einem Clean Core, damit Erweiterungen sauber neben dem Standard stehen und Upgrades nicht blockieren. On-Premise werden dabei grundsätzlich die gleichen Möglichkeiten geboten, eigene KI-Agenten anzubinden. Der Knackpunkt ist die Erreichbarkeit und Funktion der Standard-Schnittstellen. Daraus folgt eine oft unterschätzte Hausaufgabe: Machen Sie Ihre wichtigen OData-Services Clean-Core-konform, damit sich auch eigene Datenfelder und die individuelle Logik aus der SAP BTP sauber aufrufen lassen.
SAP CEO Christian Klein brachte es auf der diesjährigen SAP Sapphire auf den Punkt: „Kein KI-Agent ist in der Lage, ein defektes Datenmodell zu kompensieren.“ Genau deshalb ist die SAP Business Data Cloud (BDC) das Herzstück der Vorbereitung. Sie schafft eine semantische Datenschicht über SAP- und Nicht-SAP-Daten hinweg – keine Silos, kein Datenwildwuchs. Und bevor ein Agent etwas ausgibt, prüft er Identität und Zugriffsrechte.
Der SAP Knowledge Graph liefert dazu die verwalteten Ontologien, mit denen Agenten Prozesse, Beziehungen und Kontext verstehen. Erst dieser Kontext macht aus einem plausiblen Agenten einen korrekten. Die Hausaufgabe ist unbequem, aber unumgänglich: Richten Sie Ihre Datenstrategie konsequent auf die Möglichkeiten und die wachsende Bedeutung der BDC aus – sichern Sie Datenqualität, klären Sie Data Ownership und verbinden Sie Ihre Data Products verlässlich. Wer hier abkürzt, baut Agenten auf Sand.
Bevor man automatisiert, muss man wissen, was man automatisiert. Process Mining mit SAP Signavio zeigt, wie Prozesse wirklich laufen – inklusive der Abweichungen, die man gern übersieht.
Auf dem Weg zum Autonomous Enterprise lautet die Hausaufgabe: richtig priorisieren. Suchen Sie nicht nach Prozessen, in denen sich KI einsetzen ließe, sondern nach dem größten Bedarf. Wo sind die Fehlerquoten am höchsten? Wo lässt sich wegen Personalmangel nicht skalieren? Wo kosten lange Durchlaufzeiten echten Umsatz? Dort setzen die ersten Agenten an – nicht beim spannendsten Use Case.
Laufen die Agenten, braucht es Kontrolle: Agent Mining zeigt ihr Verhalten, ihre Konformität und ihren Geschäftswert. Geben Sie jedem Agenten von Anfang an eine eigene Identität, klare Zugriffsrechte und messbare KPIs. Governance ist so kein Bremsklotz, sondern die Bedingung, um Agenten in kritischen Prozessen einzusetzen.
Die zu erledigenden Hausaufgaben haben wenig Glamour, aber viel Substanz, denn sie entscheiden über Erfolg oder Misserfolg. Meine klare Empfehlung: nicht mit dem spektakulärsten Use Case starten, sondern mit dem Fundament. Erst Transparenz über Architektur und Agenten, dann der Weg in die Cloud, ein sauberes Datenfundament in der SAP BDC und ein Governance-Modell, das von Anfang an mitläuft. Genau diese Schritte begleiten unsere valantic Expertinnen und Experten – von der Enterprise Architecture über die Datenstrategie bis zu Prozessen und Agenten-Governance. Die Vision ist gesetzt. Jetzt zählt, wer seine Hausaufgaben macht.
Im nächsten Teil unserer Blogserie zum Autonomous Enterprise werden wir das Thema AI Agents & SAP Joule 2.0 genauer unter die Lupe nehmen. Stay tuned!
Webinar on demand: SAP AI Agenten in der Praxis
Erfahren Sie anhand konkreter Use Cases, wie sich KI-Automationen bis hin zu autonomen AI-Agenten umsetzen lassen.
Künstliche Intelligenz 9. Juni 2026
SAP Sapphire 2026 – der Weg zum Autonomous Enterprise
SAP Sapphire 2026 markiert den Mindshift vom Assistenten zum Agenten: Im Autonomous Enterprise orchestrieren Joule Assistants vernetzte Agenten, die Routinearbeit über SAP- und Nicht-SAP-Systeme hinweg eigenständig erledigen. Basis sind Joule Work und Joule Studio, die SAP Business Data Cloud sowie die Business AI Platform – vorausgesetzt, Daten, Cloud-Setup und Kultur ziehen mit.
SAP Sapphire 2026 – der Weg zum Autonomous Enterprise
Künstliche Intelligenz 28. Mai 2026
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Der DSAG Hackathon 2026 mit valantic in Hamburg zeigte, wie KI-Agenten reale Business-Prozesse in Service, Logistik und Supply Chain effizient automatisieren. Auf Basis des valantic Agent Frameworks entwickelten Studierende und Young Professionals multimodale AI Agents, die Sprache und Text kombinieren und direkt in SAP nahe Prozesse integriert werden können.
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Die Migration nach SAP S/4HANA gilt als komplex und fehleranfällig – besonders bei großen Datenmengen. Ein akuelles Kundenprojekt zeigt, wie KI den Prozess deutlich beschleunigt, Dubletten erkennt, unstrukturierte Daten verarbeitet und die Datenqualität verbessert. Das Ergebnis: weniger manueller Aufwand, kürzere Laufzeiten und eine zuverlässige Grundlage für das neue System.
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