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Mehr über uns erfahren4. August 2026
Nach Teil 1 dieser Blogserie zum Autonomous Enterprise, der die auf der SAP Sapphire 2026 bekanntgegebene Vision einordnet, und Teil 2, der die organisatorischen „Hausaufgaben“ auf dem Weg zur Umsetzung beschreibt, folgt nun der Deep Dive in Joule Studio und damit in die Agenten selbst. Denn über sie sprechen wir vor allem im Kontext des Autonomous Enterprise. SAP Business Data Cloud (BDC), Cloud, Governance sind die Voraussetzung. Die Agenten sind das, was tatsächlich Geschäftswert liefert.
SAP macht sehr deutlich: KI-Agenten sind kein Feature-Baustein neben anderen, sondern das strategische Zentrum. Sie sind der Grund, warum es Business AI Platform, BDC und Joule Work überhaupt in dieser Form gibt. Der Anspruch geht dabei weit über das bisherige Verständnis von KI hinaus: den Arbeitsalltag nicht nur unterstützen, sondern transformieren.
Der Unterschied zu KI-Assistenten ist fundamental. Assistenten schlagen vor, warten auf einen Klick und übergeben zurück an den Menschen. Agenten sollen den Prozess von Anfang bis Ende führen – mit minimalem menschlichem Input, gesteuert nicht durch ständige Rückfragen, sondern durch klare Richtlinien, die vorher definiert wurden. Darum geht es im Kern: Der Mensch definiert Ziel, Leitplanken und Ausnahmen, der Agent macht.
Damit das im großen Stil funktioniert, hat SAP die Rollen sauber getrennt: Joule Assistants sind die orchestrierende Ebene, die im Dialog mit dem Menschen bleibt, während Joule Agents die spezialisierten Ausführenden sind. Ein Assistant kann mehrere Agenten koordinieren – über Systemgrenzen, Abteilungen und über Anbieter hinweg. Genau diese Aufteilung ist der Hebel, mit dem der Anspruch „transformieren statt unterstützen“ realistisch wird.
Eine weitere Ankündigung, die unterschätzt wird: Mit Industry AI will SAP nun auch branchenspezifische Agenten liefern. Bisher waren die meisten KI-Angebote horizontal angelegt – Finance, HR, Beschaffung quer über alle Branchen. Jetzt kommen KI-Agenten, die die Sprache und Prozesse einzelner Industrien beherrschen: Retail anders als Discrete Manufacturing, Automotive anders als Utilities. Ein Agent im Handel weiß, was ein Sortiments-Cluster oder eine Warenkorb-Anomalie ist; ein Agent in der Fertigung kennt Rüstzeiten, Chargen und Ausfalllogiken. Genau dieser branchenspezifische Kontext war bisher das, was Kunden selbst nachbauen mussten.
Für SAP Kunden ist das ein echter Hebel: weniger Anpassungsaufwand, schnellerer Nutzen aus dem Standard. Aber – und das ist entscheidend – SAP räumt offen ein, dass nicht für sämtliche Anwendungsfälle Agenten bereitgestellt werden können. Und genau hier kommt Joule Studio 2.0 ins Spiel.
Was ich aus aktuellen Kundengesprächen mitnehme, ist eindeutig: Joule Studio 2.0 ist das am meisten nachgefragte Tool im SAP Portfolio – geplanter Release September 2026. Der Grund liegt auf der Hand: Es soll das leisten, was viele als Vibe Coding oder Agentic Coding kennen.
Der Kern des Ganzen ist Intent-Based Development. Statt mit Code zu starten, beschreibt man die Geschäftsabsicht in natürlicher Sprache – also das Ziel, nicht die Lösung. „Ich brauche einen Agenten, der neue Lieferantenrechnungen prüft, Abweichungen zur Bestellung markiert und im Zweifel den Einkauf einbezieht“ – das reicht als Ausgangspunkt. Joule Studio 2.0 übersetzt dies in ein strukturiertes Anforderungsdokument, reichert es mit dem Architekturkontext aus SAP Domain Models und SAP Knowledge Graph an, sodass man nie mit einem leeren Blatt startet.
Daraus entsteht der eigentliche Ablauf, orchestriert mit n8n, ein Tool zur Workflow-Automatisierung. Bewusst setzt SAP hier auf verbreitete, offene Technologien statt auf ein SAP-Only-Konstrukt – Entwickler und Partner können mit Werkzeugen arbeiten, die sie ohnehin kennen. Das Frontend baut Joule Studio wahlweise mit SAPUI5 oder – über eine neue Vercel-Partnerschaft – mit modernen Web-Frameworks. Auch das ein starkes Signal: Vercel ist außerhalb der SAP-Welt der Standard für schnelles, hochwertiges Web-Frontend, und die Integration zeigt, dass SAP dort abholt, wo Entwickler heute zuhause sind. Der erzeugte Code landet direkt im Versionsverwaltungssystem Git und lässt sich anschließend in jeder beliebigen IDE weiterbearbeiten. Der Output ist damit keine Black Box, sondern echtes, wartbares Coding.
Für mich der wichtigste Punkt der neuen KI-orientierten SAP Entwicklungsumgebung: Erweiterung und Anpassung von Agenten werden von Anfang an mitgedacht. Das klingt technisch, hat aber einen großen Impact. Eine der wesentlichen Schwächen der bisherigen SAP Business AI Features war genau das – die fehlende Anpassbarkeit an individuelle Datenstrukturen und Prozesse. Wer die Standard-Agenten einsetzen wollte, musste seine Realität dem Standard unterordnen. Mit Joule Studio 2.0 dreht sich das Verhältnis nun um.
Die Anbindung an SAP Systeme kommt out-of-the-box; weitere Datenquellen holt man dazu über BDC, Integration Suite oder Model Context Protocol (MCP). Der Agent kennt also Ihre SAP Welt sofort, den Rest bekommt er strukturiert. Der SAP AI Agent Hub verwaltet und überwacht das Ganze – Governance ist von der ersten Zeile an integriert und kein nachgelagerter Gedanke.
Joule Studio 2.0 hat das Potenzial, Entwicklung und Anpassung im SAP Umfeld zu revolutionieren – und SAP technologisch mit den großen AI-Tech-Playern gleichziehen zu lassen. Für Unternehmen heißt das: Der Weg zu eigenen, individuellen Agenten wird kürzer, als er je war. Wer sich jetzt vorbereitet – mit sauberen Daten, klaren Richtlinien für Agenten und einer klaren Idee, welche Lücken jenseits des SAP Standards zu schließen sind –, wird ab September sehr schnell produktiv sein.
Wir begleiten Sie auf dem Weg zum Autonomous Enterprise.
Unser SAP Business AI Team unterstützt Sie von der Agenten-Strategie über die Entwicklung mit Joule Studio 2.0 bis zum kontrollierten Betrieb im Agent Hub.
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Der DSAG Hackathon 2026 mit valantic in Hamburg zeigte, wie KI-Agenten reale Business-Prozesse in Service, Logistik und Supply Chain effizient automatisieren. Auf Basis des valantic Agent Frameworks entwickelten Studierende und Young Professionals multimodale AI Agents, die Sprache und Text kombinieren und direkt in SAP nahe Prozesse integriert werden können.
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