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Mehr über uns erfahren8. Oktober 2026
Künstliche Intelligenz verändert die Anforderungen an Datenstrukturen, Governance und Prozesse. Nahezu jedes Unternehmen steht derzeit vor der Aufgabe, seine Daten- und Systemlandschaft zu überdenken und an diese neuen Anforderungen anzupassen.
Wie gehen sie dabei am besten vor und welche Fähigkeiten braucht es?
Im Interview sprechen Dietmar Rietsch, CEO von Pimcore, und Timo Huguet, Partner bei valantic, über die Bedeutung einer sauberen Datenbasis, die Idee der „Data Spine“ und die veränderte Rolle des Menschen in Zusammenarbeit mit Agentic AI.
Dietmar, Agentic AI ist allgegenwärtig. Was verändert sich aus deiner Sicht für Unternehmen?
Agentic AI betrifft nicht nur einzelne Technologien oder Funktionen. Es verändert Prozesse in allen Unternehmensbereichen und in allen Branchen. Egal ob Retail, Manufacturing, Automotive oder andere Industrien: KI-Agenten werden überall Aufgaben übernehmen. Damit wird die Fähigkeit, Daten strukturiert und zuverlässig verfügbar zu machen, zu einem ganz wesentlichen Faktor für die Unternehmensentwicklung.
Da sind wir beim Stichwort Datenmanagement: Welche Rolle spielt ein PIM-System wie Pimcore für Agentic AI?
PIM-Systeme adressieren eine Herausforderung, die viele Unternehmen schon sehr lange haben: Produktdaten, Kundendaten, Commerce- und Transaktionsdaten liegen in unterschiedlichen Systemen. Datenquellen werden über Jahre hinweg getrennt aufgebaut und greifen deshalb oft nicht ineinander. Ein PIM-System schafft die Grundlage, Daten aus den unterschiedlichen Quellen zusammenzuführen und für KI nutzbar zu machen.
Bei Pimcore sprecht ihr mittlerweile nicht mehr von einem klassischen PIM-System, sondern von einer „Data Spine“. Was meint ihr damit?
Den Begriff „Data Spine“ haben wir Anfang des Jahres bei Pimcore eingeführt und beschreiben damit eine Art Rückgrat für das Datenmanagement. Es meint im Grunde ein System, das Informationen zusammenführt, ihnen Kontext gibt, sie strukturiert, verlässlich und zentral zugänglich macht, für Marketing und Commerce ebenso wie für interne Anwendungen. Das PIM-System wird zur Datendrehscheibe, über die alle Teams und Abteilungen auf einheitliche Informationen zugreifen, sie bearbeiten, anreichern und über unterschiedliche Kanäle ausspielen können.
Warum wird so eine „Data Spine“ durch KI wichtig?
KI kann viel, funktioniert aber nur, wenn ihre Datengrundlage stimmt. Wenn ein KI-Agent mit falschen, widersprüchlichen oder unvollständigen Informationen arbeitet, kann selbst das beste Modell keine verlässlichen Ergebnisse liefern. Eine „Data Spine“ macht klar, welche Informationen richtig sind und in welchem Kontext sie stehen.
Heißt das, dass das Datenmanagement künftig weitgehend von KI übernommen wird?
Ich gehe stark davon aus, dass viele Prozesse und Aufgaben, die momentan noch manuell erledigt werden müssen, bald automatisiert laufen. Für die Datenpflege, Datenqualität und Geschwindigkeit, mit der Informationen ausgespielt werden können, dürfte das große Effekte und Sprünge bringen.
Und wo bleibt der Mensch in dieser Entwicklung?
Der Mensch bleibt vor allem in Sachen Data Governance unverzichtbar. Er orchestriert, kontrolliert und gibt die Rahmenbedingungen vor. Das Leitprinzip bleibt „Human in the loop“. Und das ist sehr wichtig:
Wenn Menschen mit Daten arbeiten, gibt es Kontrollmechanismen oder ein intuitives Verständnis dafür, wenn etwas nicht zusammenpasst. Werden Prozesse automatisiert, kann ein übersehener Fehler sehr schnell weitergetragen werden. Heißt im Umkehrschluss: Gerade wenn Maschinen Daten nutzen, übersetzen oder anreichern, muss sichergestellt sein, dass der Kontext stimmt und die Informationen korrekt sind.
Wie sollten Unternehmen anfangen, um ihre Systeme und Daten für KI vorzubereiten?
Gerade bei Konzernen und wachsenden Mittelständlern sehen wir häufig, dass Datensilos und fehlender Datenfluss das grundlegende Problem sind. Keiner weiß genau, wo welche Informationen zu finden sind, ob sie aktuell sind und im Gesamtkontext überhaupt noch stimmen. Deshalb geht es erstmal darum, den „Datenstall“ aufzuräumen und im zweiten Schritt für reibungslose Datenflüsse zu sorgen. Kurz: Es muss eine verlässliche Datenbasis geschaffen werden, die mit allen relevanten Datenquellen und Systemen verknüpft ist.
Was empfiehlst du, damit diese ersten Schritte gelingen?
Gerade bei disruptiven Veränderungen, die KI zweifelsfrei mit sich bringt, braucht es Menschen, die Wissen, Orientierung und Erfahrungswerte einbringen. Bei Agentic AI geht es ja nicht nur um die Installation einer Software oder die Einführung einer neuen Technologie, sondern um Change Management, um interdisziplinäre Expertise und Zusammenarbeit. Für komplexe Transformationsprojekte wird es aus meiner Sicht immer Partner und Menschen brauchen, die das eigene Business verstehen, ganzheitlich beraten und den gesamten Weg begleiten.
Wie wird sich Pimcore in diesem Wandel positionieren?
Unsere Roadmap wird sich weiterentwickeln. Gleichzeitig wollen wir an wesentlichen Grundprinzipien festhalten. Open Core bleibt beispielsweise ein wichtiger Bestandteil von Pimcore. Gerade bei kritischen Unternehmensdaten spielen Kontrolle und Ownership eine wichtige Rolle. Unternehmen sollen selbst entscheiden können, wie sie ihr Datenmanagement betreiben.
Zum Schluss noch eine persönliche Einschätzung: Wie blickst du in die Zukunft mit Agentic AI?
Ich denke, dass vieles noch gar nicht absehbar ist. Wir erleben gerade erst den Anfang einer Entwicklung, bei der immer mehr Tätigkeiten nicht mehr von Menschen erledigt werden müssen. Die Auswirkungen werden weitreichend sein. Wie weit, kann heute noch niemand mit Sicherheit vorhersagen. Allerdings läuft der technologische Wandel sehr viel schneller als frühere industrielle Transformationen. Das macht es umso wichtiger, dass sich Unternehmen genau jetzt mit den rasanten Entwicklungen auseinandersetzen, um neue Anforderungen zu antizipieren und entsprechende Fähigkeiten aufzubauen.
Danke für diese Einblicke und deine Einschätzungen, Dietmar!
Ist Ihre Datenbasis bereit für Agentic AI?
Vom PIM zur Data Spine: Erfahren Sie, wie Datenqualität, Governance und KI-Readiness mit Pimcore ineinandergreifen.
Timo Huguet
Partner
valantic Division Customer Experience
Als Partner bei valantic verantwortet Timo Huguet gemeinsam mit Uwe Tüben den Gesamterfolg der CX Division und hat die Entwicklung des Unternehmens seit 2015 über zahlreiche Wachstumsphasen hinweg mitgestaltet. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Frage, wie digitale Erlebnisse Unternehmen dabei helfen, ihr Geschäft nachhaltig auszubauen, und wie valantic sich dafür kontinuierlich weiterentwickeln kann.
Dietmar Rietsch
Partner
valantic Division Customer Experience
Als Mitgründer und Managing Director von Pimcore beschäftigt sich Dietmar Rietsch seit mehr als 15 Jahren mit Daten- und Experience-Management und verfügt über umfassende Expertise in PIM, MDM, DAM, CDP und DXP. Als Unternehmer und Technologieexperte treibt er die Weiterentwicklung von Pimcore mit den Möglichkeiten von KI und Machine Learning voran.
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