Skip to content
Blog

Integration und Kompatibilität von SAP und PIM

Customer Experience
  • Customer Experience (CX)
  • PIM
  • SAP
Marco Kahler

16. September 2019

Adscape - a valantic company Product Information Management (PIM)

Diesen Artikel teilen

EXPERT_TALK mit Herrn Emil Hadner, PROCLANE

Heute dürfen wir Herrn Emil Hadner begrüßen. Herr Hadner ist Geschäftsführer bei der PROCLANE Integration GmbH. Herr Hadner steht uns zum Interview zur Verfügung.

Porträt von Emil Hadner, Geschäftsführer bei der PROCLANE Integration GmbH
Emil Hadner ist einer der führenden Kenner von Integrationsprozessen und -lösungen im deutschsprachigen Raum. Bei einem internationalen Softwarehaus war er lange für die Positionierung von EAI- und BPM-Technologien verantwortlich, bevor er zum SAP-Spezialisten HONICO eBusiness wechselte. Seit 2009 ist er hier geschäftsführender Gesellschafter, zum 1. April 2019 hat das Unternehmen umfirmiert in PROCLANE Integration. PROCLANE ist spezialisiert auf komplexe eCommerce-Lösungen sowie die Anbindung von SAP- an nonSAP-Systeme. Die Integrationsplattform „PROCLANE IntegrationMan“ beinhaltet SAP-zertifizierte Prozesslösungen für 80% aller Integrationsszenarien. Mehr als 300 Projekte für Kunden aus unterschiedlichsten Branchen haben die Hamburger damit bereits realisiert, häufig inklusive Anbindung an eine PIM-Lösung.

Kahler: Herr Hadner, Sie sagen, jeder an ein SAP-System angebundene Webshop sollte ein PIM haben. Richtig?

Hadner: Ja, definitiv! Wir sind jetzt seit mehr als 12 Jahren auf die SAP/eCommerce-Integration spezialisiert, und diese Erfahrung machen wir immer wieder. Wer schon einmal ein SAP-System gesehen hat, weiß, dass es nicht dafür vorgesehen ist, Vertriebs- und Marketingtexte komfortabel zu pflegen. Erst recht nicht, wenn die Texte in mehreren Sprachen vorliegen müssen und Bilder, Videos oder Download-Dokumente dazu kommen. Oder wenn unsere Kunden nicht nur über einen Onlineshop, sondern auch über Marktplätze oder weitere Kanäle verkaufen. Dann wird die Organisation der Produktinformationen schnell sehr komplex…

Kahler: Wie viele Ihrer Kunden haben denn ein PIM-System, wenn Sie in eine eCommerce-Integration einsteigen?

Hadner: Rund 40%. 20% pflegen ihre Daten anders. Die restlichen 40% entscheiden sich im Zuge des eCommerce-Projektes für die Einführung eines PIM-Systems.

Kahler: Das verzögert dann aber doch erst einmal die eCommerce-Integration, oder?

Hadner: Ja, aber nur geringfügig – und vorübergehend. Organisiert und gepflegt werden müssen die Daten ja in jedem Fall. Die Zeit für die Einführung des PIM-Systems holen wir wieder auf, weil in dem Zusammenhang Workflows geklärt werden und Daten anschließend deutlich besser zur Verfügung stehen. Wenn wir während der Evaluation des PIM-Systems schon an Bord sind, können wir sicherstellen, dass PIM- und SAP-Strukturen zueinander passen.

Kahler: Haben Sie dafür ein Beispiel?

Hadner: Die SAP-Vertriebsbereiche: Darin werden in SAP-Systemen Informationen zu Tochterunternehmen oder Landesvertriebsorganisationen gebündelt. Verkauft ein Unternehmen auch in Spanien, sind hier nicht nur die spanischen Produkttexte gespeichert, sondern beispielsweise auch die Information, dass in Spanien eine andere Mindestverkaufsmenge gilt. Und vielleicht liegen auch portugiesische Informationen hier, weil in Portugal zwar eine andere Sprache gesprochen wird, das Land aber zur selben Vertriebsorganisation des Unternehmens gehört.

Kahler: In Onlineshops sind diese Informationen anders organisiert?

Hadner: Ja. Hier werden die Informationen meist nach Ländern oder Sprachen organisiert. Das PIM-System muss die Struktur des SAP-Systems abbilden, die Anreicherung der Daten einfach machen und dann an die richtigen Kanäle ausspielen. Je besser seine Strukturen auf das SAP-System abgestimmt sind, desto einfacher ist die SAP/PIM Integration und Kompatibilität und desto schlanker können die Prozesse anschließend laufen.

Kahler: A propos Prozesse: Wie genau sehen die aus, wenn SAP-System, Shop und PIM ineinandergreifen?

Hadner: Die Hoheit über die Grunddaten zu Produkten und Preisen liegt meist noch im SAP-System. Das ist vielen SAP-Verantwortlichen in Unternehmen wichtig. Event- oder zeitgesteuert werden sie an das PIM übertragen, hier für die unterschiedlichen Vertriebskanäle angereichert und dann automatisiert ausgespielt. Das bedeutet, die gesamte Contentpflege für alle Vertriebs- und Marketingkanäle erfolgt in einem System, auf das alle Verantwortlichen zugreifen und das nach ihren Anforderungen aufgesetzt werden kann. Die Lokalisierung, also Pflege der landesspezifischen Texte und zusätzlichen Informationen, wird von den Vertriebsgesellschaften übernommen, die Freigabe in der Zentrale. Diese Workflows lassen sich mit einem PIM ideal organisieren. Und es fällt den Redakteuren auf, wenn beispielsweise für einen Marktplatz ein Bild fehlt oder ein hinterlegtes Dokument nicht aktuell ist.

Kahler: Wo liegt aus Ihrer Sicht der größte Vorteil eines integrierten PIM-Systems?

Hadner: Der liegt meiner Einschätzung nach nicht nur in der eCommerce-Integration. Die Unternehmen sind mit einem PIM einfach deutlich besser aufgestellt für alle Vertriebs- und Marketinganforderungen der Zukunft, egal ob in Print oder Online, auf Websites, Marktplätzen oder in Social Media. In größeren Unternehmen wird es nicht mehr ohne PIM gehen.

Kahler: Vielen Dank für das Interview.

Mehr zum Thema

Bild von einem Mann am PC mit gestikulierenden Händen.

Customer Experience 8. Oktober 2026

Interview: Vom PIM zur Data Spine – Wie Unternehmen ihre Daten für KI vorbereiten

KI verändert die Anforderungen an Daten, Governance und Prozesse. Wo fangen Unternehmen am besten an und welche Fähigkeiten braucht es? Im Interview sprechen Dietmar Rietsch, CEO von Pimcore, und Timo Huguet von valantic über die Bedeutung sauberer Datens, die Idee der „Data Spine“ und die veränderte Rolle des Menschen im Zeitalter von Agentic AI.

Interview: Vom PIM zur Data Spine – Wie Unternehmen ihre Daten für KI vorbereiten
Eine männliche Person in einem Retail-Store probiert mit KI in der Filiale vor einem Smart Mirror unterschiedliche Outfits an. AI generated

Customer Experience 18. September 2026

Vom Online-Shop in die virtuelle Umkleide: Wie KI in der Filiale Einzug hält

Digitale Interfaces wie Smart Mirrors machen KI in der Filiale zum greifbaren Business Case. Welche Potenziale birgt das für die Customer Experience und Personalisierung im Store? Matthias Vollmer berichtet, wie der Retail das Beste aus zwei Welten verbinden kann und physische Touchpoints zum intelligenten Bestandteil der Omnichannel Journey werden.

Vom Online-Shop in die virtuelle Umkleide: Wie KI in der Filiale Einzug hält
Mitarbeiterin von valantic austria sitzt und arbeitet am Laptop

Digital Marketing 3. September 2026

ChatGPT Ads: Ein neuer Touchpoint in der Customer Journey

ChatGPT Ads bringen Werbung in einen neuen Teil der Customer Journey. Wir zeigen, wie das neue Anzeigenformat funktioniert, wo seine Stärken liegen und welche Rolle es künftig neben Google Ads, Paid Social und organischer AI Visibility spielen kann.

ChatGPT Ads: Ein neuer Touchpoint in der Customer Journey

Nichts verpassen.
Blogartikel abonnieren.

Anmelden