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Mehr über uns erfahrenNach wie vor verdienen in Deutschland Männer mehr als Frauen, West mehr als Ost und Süd mehr als Nord. Aber auch die Branche und der Ausbildungsabschluss sind entscheidend.
Höherqualifizierung und die Übernahme von Führungsverantwortung sind nach wie vor am besten geeignet, hohe Einkommen zu erzielen. Das bestätigt die Auswertung der Bruttomonatsverdienste von Vollzeitbeschäftigten im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsgewerbe, welche KfW Research und Statista in ihrem „Gehaltsreport 2022“ durchgeführt haben. Sehr gute Verdienstmöglichkeiten warten demnach auf Beschäftigte mit Doktortitel, mit Diplom und auf Absolventen mit zweitem Staatsexamen.
Aber die Vergütung wird durch viele Faktoren bestimmt. Zusätzlich habe die Berufswahl einen großen Einfluss darauf, wieviel verdient wird, schreibt die KfW Research, die Forschungsabteilung der KfW Bankengruppe. Am höchsten fallen die Bruttomonatsverdienste bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern aus, am niedrigsten im Gastgewerbe. Über die stärksten Einkommenssteigerungen – auch getrieben durch die Corona-Pandemie – konnten sich Vollzeitbeschäftigte in Forschung & Entwicklung, im Informations- und Kommunikationssektor, im Pflegebereich und im Hoch- und Tiefbau freuen.
Höherqualifikation und die Übernahme von Führungsverantwortung zahlen sich nicht nur beim aktuell bezogenem Gehalt, sondern auch in der weiteren Gehaltsentwicklung aus. Am stärksten legten die Bruttomonatsverdienste von Fachkräften und Akademikern in der höchsten Leistungsgruppe 1 zu. Sie stiegen zwischen 2010 und 2020 um 26,9%. Vollzeitbeschäftigte der Leistungsgruppe 1 bezogen 2020 einen durchschnittlichen Bruttomonatsverdienst von 8.366 Euro, hat KfW Research berechnet. Zur Leistungsgruppe 1 zählen Führungskräfte in größeren Führungsbereichen und alle Arbeitnehmenden mit Tätigkeiten, die umfassende kaufmännische oder technische Kenntnisse auf Hochschulniveau erfordern.
Statista hat die Bruttomonatsgehälter nicht nur der Führungskräfte, sondern quer über alle Leistungsklassen miteinander verglichen und beruft sich auf Zahlen des statistischen Bundesamtes. Demnach liegen auch in der Auswertung von Statista, ähnlich wie bei KfW Research, die Bruttomonatsgehälter in der Finanz- und Versicherungsbranche an der Spitze der Einkommenspyramide. Im 4. Quartal 2021 lag das durchschnittliche Bruttomonatseinkommen (ohne Sonderzahlungen) bei 5.762 Euro (vgl. Grafik unten). Das Spitzentrio wird komplettiert durch die Branche Information und Kommunikation mit 5.427 Euro und die Energieversorger mit 5.246 Euro.
Es ist ein Skandal, aber ein Vergleich der Bruttojahresverdienste von weiblichen und männlichen Beschäftigten zeigt, dass der „Gender Pay Gap“ nach wie vor existiert. Teilweise klaffen eklatante Unterschiede zwischen den Vergütungen der beider Geschlechter, und zwar quer durch alle Branchen. Besonders hoch fällt der „Gender Pay Gap“ in den Branchen Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, den freiberuflichen wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, der Branche Information und Kommunikation und der Branche Kunst, Unterhaltung und Erholung aus.
Auch in den deutschen Bundesländern wird unterschiedlich viel verdient. Die innerdeutsche Grenze ist auch nach mehr als 30 Jahren gehaltlich noch nicht völlig nivelliert. Tendenziell verdient West mehr als Ost und Süd mehr als Nord. An der Spitze der Einkommenspyramide der Fach- und Führungskräfte liegen Hessen, Bayern und Baden-Württemberg.
Die Berufswahl und der berufliche Bildungsstand habe großen Einfluss auf die Verdienstmöglichkeiten, so KfW Research. Qualifikationen, die knapper seien, würden grundsätzlich besser bezahlt. Dem zunehmenden Fachkräftemangel in einer digitalen Arbeitswelt könne am besten entgegengewirkt werden, indem Politik und Wirtschaft einen hohen Bildungsstand in der Bevölkerung anstrebten. Von Nutzen, so KfW Research, sei die Unterstützung von Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern, das Motivieren zu lebenslangem Lernen bereits in den Schulen und im späteren Beruf sowie das Schaffen geeigneter, einfach nutzbarer, auch modularer und digitaler Bildungs- und Weiterbildungsangebote.
Michael Kurzidim
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