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valantic Startup- und Innovationsmonitor 2026

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Startup-Kooperationen im Wandel: Konzerne setzen auf geteilte Plattformen und Venture Clienting

München, 10. September 2026: Startups haben für börsennotierte Unternehmen eine wichtige strategische Bedeutung. Durch die enge Einbindung innovativer, junger Firmen gelangen neue Ideen, aktuelles Wissen und agile Methoden ins Unternehmen, ohne dass gewachsene Strukturen die Weiterentwicklung bremsen. Doch wie arbeiten große Unternehmen und Startups am besten zusammen?

Der Startup- und Innovationsmonitor 2026 von valantic zeigt: Die Kooperationsmodelle haben sich verschoben.

Einige haben an Bedeutung verloren, andere sind neu hinzugekommen. Der Monitor, den das Digital Consulting-, Solutions- und Software-Haus valantic jetzt in neunter Auflage herausgibt, analysiert die Geschäftsberichte und Innovationsprogramme von 130 Unternehmen aus DAX, MDAX, ATX und SMI und lässt Fachleute aus der Programmpraxis zu Wort kommen.

Die Kernergebnisse

  • 114 unternehmenseigene Programme, ein Rückgang um 13 Prozent gegenüber 131 im Vorjahr
  • 116 unternehmensübergreifende Kooperationsprogramme mit 231 Unternehmensbeteiligungen
  • Gestiegener Anteil der Kooperationsprogramme an der Programmlandschaft: 50 %, nach 48 % im Vorjahr
  • Unternehmen mit eigenen Programmen: 75 % im DAX, 26 % im MDAX, 35 % im ATX, 55 % im SMI, in allen vier Indizes stabil gegenüber 2025

Vom Kohortenformat zur Kapitalbeteiligung

Innerhalb der Programmlandschaft verschiebt sich das Gewicht vom betreuungsintensiven Kohortenformat hin zur Kapitalbeteiligung. Acceleratoren gehen um ein Viertel zurück, Inkubatoren um ein Drittel, während die Zahl der Venture-Capital-Einheiten leicht wächst und erstmals mehr als die Hälfte aller unternehmenseigenen Programme stellt.

Kooperationsprogramme, an denen sich mehrere Unternehmen parallel beteiligen, gewinnen dabei relativ an Gewicht: Sie geben mit vier Prozent deutlich schwächer nach als die Programme einzelner Konzerne. Geteilte Plattformen verteilen Kosten und Risiko auf mehrere Träger, senken die Eintrittsschwelle für Startups und überdauern Entscheidungen einzelner Konzerne.

Neues Modell Venture Clienting: Der Konzern wird zum Kunden des Startups

Parallel hat sich mit dem Venture Clienting ein Modell etabliert, das die bisherigen Kooperationsformen ergänzt: Der Konzern wird zum Kunden des Startups. Am Ende eines erfolgreichen Pilotprojekts stehen eine Bestellung und der Status als Lieferant. Für den Konzern entfällt die Kapitalbindung, für das Startup die Verwässerung.

Bemerkenswert ist die Reichweite über Branchengrenzen hinweg. Neben Automobilbau, Logistik und Industrie findet sich das Modell in der Immobilienwirtschaft, wo Vonovia seit Juli 2025 als strategischer Partner und Pilotkunde des PropTech-Programms ATechX auftritt, und in der Versicherungswirtschaft, wo der von Munich Re mitgegründete InsurTech Hub Munich ein eigenes Venture Client Programm betreibt.

Spotlight DAX: Die meisten Beteiligungen führt SAP

26 der 40 DAX-Unternehmen sind an mindestens einem unternehmensübergreifenden Kooperationsprogramm beteiligt, nach 30 im Vorjahr; 14 Unternehmen partizipieren an keinem Programm. Die Zahl der Beteiligungen sinkt um 23 % von 115 auf 88. Die meisten führt SAP mit neun Programmen, gefolgt von BASF mit sieben sowie Allianz und Infineon mit je sechs. Ein Teil des Rückgangs geht auf den Wechsel von Porsche in den MDAX zurück; das Unternehmen lag im Vorjahr mit acht Programmen gemeinsam mit SAP an der Spitze.

Drei Trend- und Fokusthemen

  1. Künstliche Intelligenz ist vom Experimentierfeld zum festen Bestandteil des Themenrepertoires geworden, das Konzerne von Startups erwarten, und steht heute neben Robotik, Cloud, Cybersecurity, Digital Health und Nachhaltigkeit statt für sich allein. Anders als Energie oder Health & Life Science, für die die Studie in größerer Zahl eigenständige Programme dokumentiert, kommt KI als zusätzliches Investitionsfeld in Venture-Capital-Einheiten und als weitere Komponente in Acceleratoren und Venture-Client-Plattformen hinzu: breit verankert, aber selten programmbegründend.
  2. Verteidigung und Dual-Use treten erstmals als eigenständiges Themenfeld auf, getragen von wenigen Konzernen und mit einem Zuschnitt, den es in keinem anderen Feld gibt: Die Herkunft der Startups wird zum Auswahlkriterium. Am weitesten entwickelt ist der Zugang bei HENSOLDT. Der Sensorspezialist arbeitet seit 2017 mit einem internen Inkubator, aus dem Systeme wie das Counter-UAV-System Xpeller und das Passivradar TwInvis hervorgegangen sind. Rheinmetall geht einen anderen Weg: Der Konzern arbeitet über Direktbeteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen, unter anderem mit Destinus im Bereich Marschflugkörper und mit dem finnischen Satellitenspezialisten ICEYE für weltraumgestützte Aufklärung. Da sich diese Form der Zusammenarbeit den vier definierten Programmtypen entzieht, wird sie in der Studie gesondert geführt.
  3. Bau, Immobilien und Infrastruktur ist das einzige Themenfeld, in dem alle vier Indizes im Berichtszeitraum neue Programme aufweisen. Gemeinsam ist diesen Programmen ein besonderes Funktionsprinzip: Was die Konzerne einbringen, ist nicht primär Kapital, sondern der eigene Bestand – Bauvolumen, Immobilienportfolios, Netze. Das Portfolio selbst wird zum Angebot an die Startups.

Stimmen aus der Praxis

Augustine Kangni
Strategy Consultant & Facilitator (freiberuflich; zuvor Startup- und Accelerator-Programmmanagerin bei Zukunft.Gründen)

„Programme investieren oft sehr viel Energie in Speaker:innen, Sessions, Timetables, Kommunikation und Organisation, weil diese Dinge sichtbar und planbar sind. Die eigentliche Frage müsste aber sein: Was braucht dieses konkrete Startup genau jetzt? Ein Team mit ersten zahlenden Kund:innen braucht vielleicht keine weitere Session über Product-Market-Fit, sondern Zugang zu drei relevanten potenziellen Kunden. Ein anderes Team hat möglicherweise ein Leadership-Problem zwischen den Gründer:innen. Ein drittes braucht jemanden, der zwei Stunden mit ihnen durch ihr Finanzmodell geht.“

Patricia Haas
Patricia Haas
Senior Consultant bei valantic und Leiterin des Startup- und Innovationsmonitors

„Drei Themenfelder prägen den Startup- und Innovationsmonitor 2026. Künstliche Intelligenz ist häufig Bestandteil von Programmen, aber nur selten der Grund, aus dem sie entstanden sind. Defence und Dual-Use sind neu hinzugekommen, bisher aber vor allem bei wenigen Konzernen und stärker in der Zusammensetzung der Indizes als in den Programmen selbst. Im Bau- und Immobiliensektor bieten die Unternehmen den Startups etwas an, das kein anderer Sektor hat: Zugang zu ihren eigenen Baustellen, Gebäuden und Netzen, in denen sich Technologie im laufenden Betrieb testen lässt.“

Dr. Jens Lehnen, Principal bei valantic
Dr. Jens Lehnen
Principal bei valantic und Co-Autor der Studie

„Etablierte Unternehmen im DACH-Raum brauchen Innovationskraft, Kreativität und Agilität, um bestehende Marktanteile zu sichern, neue Märkte zu erschließen und zukunftsfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln. Unser Startup- und Innovationsmonitor 2026 bietet einen strukturierten, praxisnahen Überblick über Formate und Programme, die Unternehmen und Startups zusammenbringen – und so neue Chancen für Wachstum und Innovation schaffen.“

Mockup valantic Startup- und Innovationsmonitor 2026

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Wie Konzerne mit Startups arbeiten: der Blick hinter die Programmlandschaft im DACH-Raum.

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Patricia Haas

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Patricia Haas, Senior Consultant bei valantic und Leiterin des Startup- und Innovationsmonitors

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Dr. Jens Lehnen, Principal bei valantic

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Dr. Jens Lehnen, Principal bei valantic und Co-Autor der Studie

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Infografik valantic Startup- und Innovationsmonitor 2026: Gesamtüberblick der Indizes DAX, MDAX, ATX und SMI

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Gesamtüberblick der Indizes DAX, MDAX, ATX und SMI

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Infografik valantic Startup- und Innovationsmonitor 2026: Durchschnittliche Marktkapitalisierung und Rate eigener Programme im Vergleich

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Durchschnittliche Marktkapitalisierung und Rate eigener Programme im Vergleich

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Pressekontakt

Bild von Malte Limbrock, Pressesprecher bei valantic

Malte Limbrock

Pressesprecher

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