SAP S/4HANA Studie 2022

valantic Umfrage-Report zur SAP S/4HANA Studie 2022
Rüdiger Hoffmann
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Die Zeit drängt – 95% wollen wechseln

Mit der SAP S/4HANA Studie 2022 hat valantic auch in diesem Jahr aktuelle Entwicklungen und Markttrends rund um die ERP-Suite ermittelt. Die Befragung untersucht unter anderem die Akzeptanz der Business-Software bei SAP Anwenderunternehmen sowie die Mehrwerte, die sich diese von einer Migration versprechen. Sie wurde 2022 zum fünften Mal in Folge durchgeführt, diesmal unterstützt durch das IT-Onlinemagazin als Medienpartner. Inhaltlich standen die Themen Cloud, RISE with SAP und Process Mining besonders im Fokus.

Migration zu SAP S/4HANA: Für die meisten Unternehmen gesetzt

Die Studienergebnisse 2022 machen deutlich: Die Umstellung auf SAP S/4HANA ist für die weit überwiegende Mehrheit der befragten Expert*innen (95%, 2021: 82%) klar gesetzt. Bei 19% von ihnen läuft die Implementierung bereits. 11% der Teilnehmenden wollen die Migration noch in diesem Jahr angehen – das sind mehr als doppelt so viele wie 2021. Ein gleichbleibender Trend zeigt sich beim Anteil der Unternehmen, die mittelfristig eine Migration planen: 50% (2021: 47%) wollen innerhalb der nächsten drei Jahre ein entsprechendes Projekt starten. 15% haben die Umstellung zu einem späteren Zeitpunkt auf der Agenda (2021:12%). Ein klarer Abwärtstrend hingegen ist beim Anteil derer zu sehen, die vorerst keinen Umstieg planen. Er schrumpfte innerhalb eines Jahres von 18% der Befragten 2021 auf nun 5% um gut zwei Drittel.

Infografik zur valantic SAP S/4HANA Studie 2022: Migration zu SAP S/4HANA

Ressourcen- und Fachkräftemangel als Hemmschuh

Im Markt ist damit eindeutig das Bewusstsein vorhanden, dass angesichts des Wartungsendes für ältere SAP ERP-Systeme im Jahr 2027 wenig zeitlicher Spielraum für den Umstieg bleibt. Der Mangel an verfügbaren IT-Fachkräften und externen Beratern für die Umsetzung kommt erschwerend hinzu.

Dies spiegelt sich in unserer aktuellen Studie. Über 72% der teilnehmenden Unternehmen gaben diesen Punkt als Herausforderung an. Gleichauf mit ebenfalls 72% Zustimmung liegt die Schwierigkeit, Aufwände und Kosten abschätzen zu können. Mit Abstand (knapp 42%) folgen auf Platz drei mögliche Komplikationen mit Eigenentwicklungen und Systemmodifikationen. Für jeweils 39,5% der Befragten sind ein fehlender Business Case sowie erwartete hohe Kosten ein Hemmschuh.

Infografik zur valantic SAP S/4HANA Studie 2022: Herausforderungen

Produktion rückt in den Fokus der SAP S/4HANA Transformation

Den größten Nutzen einer SAP S/4HANA Migration sehen Unternehmen von Anfang an im Fachbereich Finance & Controlling. In unseren bisherigen Befragungen lag die Zustimmung hierfür bereits 2019 bei über 80%, während die Bereiche Logistik, Einkauf, Sales und Produktion zunächst bei um die 20% der Nennungen und darunter rangierten. In diesem Jahr sahen 88% der Befragten einen klaren Mehrwert für die Finanzorganisation, die unter anderem von den Echtzeit-Analysen in SAP S/4HANA profitiert. 46% der Teilnehmenden erwarten einen großen Nutzen für die Logistik, gefolgt vom Einkauf mit 39% der Nennungen.

Neu ist, dass ebenfalls 39% der Befragten Vorteile für die Produktion sehen – das sind doppelt so viele wie im vergangenen Jahr (19%). Der sprunghafte Anstieg deutet darauf hin, dass in SAP Anwenderunternehmen nun verstärkt die End-to-End-Digitalisierung in den Fokus rückt und damit der dem digitalen Kern nachgelagerte Produktionsbereich.

Infografik zur valantic SAP S/4HANA Studie 2022: Finance & Controlling

Brownfield-Migrationsansatz ist der neue Favorit

Einen weiteren interessanten Trend zeigt unsere diesjährige Studie bei der Frage nach dem bevorzugten Migrationsansatz. Fast 42% der teilnehmenden Unternehmen sprachen sich hier für die Brownfield-Methode aus – mehr als doppelt so viele wie 2021 (19%). Nur noch knapp 21% favorisieren eine Neuimplementierung nach dem Greenfield-Ansatz (2021: 31%). Den Bluefield-Ansatz, der Elemente von Greenfield und Brownfield kombiniert, wird in der diesjährigen Befragung von rund 37% der Teilnehmenden bevorzugt. 2021 war er mit 50% noch klarer Favorit.

Infografik zur valantic SAP S/4HANA Studie 2022: Brownfield

Damit zeigt sich, dass sich die Gunst der Unternehmen tendenziell immer gleichmäßiger auf die drei Migrationsmethoden verteilt, die je nach Ausgangslage und Anforderung spezifische Vorteile bieten. So ermöglicht die Brownfield System Conversion im Vergleich zur Greenfield-Neuimplementierung einen sanfteren Übergang zu SAP S/4HANA, da das ERP-System zunächst im Zuge eines technischen Upgrades umgestellt werden kann. Der Ansatz eignet sich vor allem für Unternehmen ohne großen Optimierungsbedarf, die daher im ersten Schritt zügig und ressourcenschonend migrieren wollen. Aus unserer Sicht ist es dennoch ratsam, im Nachgang Optimierungen vorzunehmen, um bestmöglich von SAP S/4HANA zu profieren, und es nicht bei einer reinen System Conversion zu belassen.

Klarer Trend weg vom eigenen Systembetrieb

Beim Systembetrieb bevorzugt die Mehrheit der Befragten weiterhin das On-Premises-Modell, allerdings mit kontinuierlich abnehmender Tendenz. Sprachen sich 2020 noch fast 65% der Unternehmen dafür aus, den Betrieb der Software selbst übernehmen zu wollen, liegt der Anteil diesmal bei rund 45%. Wer sein SAP System nicht selbst betreiben will, der hat grundsätzlich zwei Optionen: Das Hosting in einem externen Rechenzentrum und der Betrieb in der Cloud durch SAP oder andere Hyperscaler. Hier liegt das Hosting aktuell in der Gunst der Teilnehmenden mit rund 27% knapp vor dem Private-Cloud-Angebot von SAP mit etwa 20%. Das Public-Cloud-Betriebsmodell von SAP spielt mit 6,8% weiterhin eine untergeordnete Rolle.

Infografik zur valantic SAP S/4HANA Studie 2022: Eigenbetrieb statt Cloud

Bei der Betrachtung der Werte ist zu berücksichtigen, dass das Private-Cloud-Angebot erst seit Anfang 2021 besteht und, wie unsere aktuelle Umfrage darlegt, als Betriebsmodell bei rund 20% der Teilnehmenden noch unbekannt ist. Darüber hinaus zeigt sich in unserem Beratungsalltag, dass der Betrieb von SAP S/4HANA durch SAP in etwa genauso teuer ist wie das Hosting in einem externen Rechenzentrum. Unsere Studienergebnisse bestätigen dies. Offenbar kann das Cloud-Modell von SAP die Unternehmen beim Preis noch nicht hinreichend überzeugen: Rund 57% der Befragten erwarten beim Betrieb in der Cloud höhere Kosten als beim Eigenbetrieb. Rund 26% rechnen mit gleichhohen Kosten, während nur rund 17% von geringeren Kosten ausgehen. Dennoch finden 80% der befragten Unternehmen den Cloud-Betrieb grundsätzlich interessant.

Infografik zur valantic SAP S/4HANA Studie 2022: Kosten Cloud-Betrieb

Wir raten dazu, bei der Wahl des Betriebsmodells die Varianten auf Basis der Gesamtkosten miteinander vergleichen. Als Service bietet valantic hierfür eine durch ein SAP Kalkulationstool unterstützte TCO-Betrachtung der Bereitstellungsmodelle On-Premises, Private Cloud und Public Cloud.

Informationsbedarf rund um RISE with SAP

Seit Anfang vergangenen Jahres bietet SAP den Kunden mit RISE with SAP die Migration zu SAP S/4HANA als Transformation-as-a-Service (TaaS). In unserer Studie zeigte sich allerdings, dass das Angebot für die SAP Community nicht klar verständlich ist. Einen echten Mehrwert kann darin nur eine Minderheit von rund 8% erkennen. Rund 54% der Befragten halten RISE with SAP dennoch für ein gutes Angebot, um neue Funktionen und Tools kennenzulernen. 37,5% sehen darin wiederum lediglich eine Marketingaktion von SAP. Dabei ist RISE with SAP wesentlich für den Umstieg in die Cloud und bietet hierfür interessante Optionen. Angesichts der Komplexität des Angebots gibt es dazu offenkundig aber noch einigen Informationsbedarf.

Infografik zur valantic SAP S/4HANA Studie 2022: Mehrwert RISE with SAP

Process Mining entwickelt sich zum Zukunftsthema

Business Process Intelligence spielt im Zuge der digitalen Transformation eine wichtige Rolle. Daher widmete sich die SAP S/4HANA Studie in diesem Jahr detaillierter dem Process Mining, der toolunterstützten Analyse von Geschäftsprozessen in Systemumgebungen. Mehr als 80% der Befragten sehen darin einen klaren Mehrwert – selbst wenn 50% es aktuell noch nicht nutzen, so halten sie es doch für interessant. Nur für rund 18% kommt Process Mining nicht infrage.

Infografik zur valantic SAP S/4HANA Studie 2022: Process Mining

Im Markt stehen die Zeichen eindeutig auf der SAP S/4HANA Transformation – nicht zuletzt deshalb, weil die Zeit für die Umstellung drängt. Die Mehrheit der Unternehmen, die ihre Digitalisierung planen, wollen damit aber nicht nur bei der Infrastruktur auf dem neusten Stand sein, sondern auch ihre Prozesse insgesamt intelligenter, transparenter und standardisierter machen sowie Automatisierungspotenziale heben. Das Interesse am Systembetrieb in der Cloud steigt, dennoch gibt es in der Community noch viele Vorbehalte sowie Unklarheiten dazu. Auch das Preismodell ist Vielen nicht klar verständlich. Und auch zum Migrationsangebot RISE with SAP besteht Informationsbedarf, um den Mehrwert einer Transformation-as-a-Service verständlich zu machen.

Umfrage-Report: SAP S/4HANA Sudie 2022

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