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Mehr über uns erfahren13. Juni 2025
Am 8. Mai nahmen die valantic-Kollegen Eddy Peeters und Kasim El Bastani an der Knowledge for Growth 2025 in Antwerpen teil. Zurück kamen sie mit Eindrücken, die ebenso differenziert wie optimistisch waren – sowohl was KI, Gesundheit und Innovation betrifft als auch die Rolle des Menschen, der all das miteinander vereint.
Wer bei einer Konferenz mit dem Titel „Growth“ vor allem an exponentielle Technologien und künstliche Intelligenz denkt, wurde möglicherweise überrascht: Die Knowledge for Growth 2025 präsentierte sich erstaunlich menschenzentriert – und im besten Sinne bodenständig. Der KI-Hype, der viele andere Branchen beherrscht, trat dort in den Hintergrund. Und genau das könnte der Grund sein, warum dieses Event weiterhin so relevant bleibt.
Innerhalb der valantic verfolgten Eddy und Kasim unterschiedliche Tracks, um möglichst viele Perspektiven der Konferenz abzudecken. Eddy konzentrierte sich auf die wissenschaftlichen Sessions, in denen Forschende und Akademiker:innen über neueste Entwicklungen in der Zelltherapie und Diagnostik für personalisierte Medizin berichteten. Kasim wählte die Business-Sessions, in denen Strateg:innen, politische Entscheidungsträger:innen und Start-ups über Marktzugang, Investitionen und strukturelle Herausforderungen der Branche diskutierten.
Beide Blickwinkel ergänzten sich – und offenbarten eine spannende Schnittmenge zwischen technologischer Innovation, Regulatorik, ethischen Fragen, Haftung, Kosten und gesellschaftlichem Einfluss.
Dass die KI nicht der Hauptakteur war, war sofort spürbar. Das Thema war zwar durchaus präsent – aber in unterstützender Rolle, etwa bei der Mustererkennung in der Bildgebung oder bei Simulationen in der Molekülentwicklung. Doch nirgends wurde die Technologie als der revolutionäre Gamechanger präsentiert, als der sie in anderen Branchen gehandelt wird.
Eddy stellte fest: „Man spürte bei den Forschenden einen großen Respekt vor der Komplexität des menschlichen Körpers. KI wurde als Werkzeug verstanden, nie als eigenständiger Akteur. Die Menschen im Raum waren genauso wichtig wie die Modelle auf dem Bildschirm.“ Kasim, der vor allem wirtschaftliche Sessions besuchte, bestätigte diesen Eindruck: „In den Business-Tracks war KI vor allem als Hilfsmittel Thema – zur Unterstützung von Fachleuten und Patient:innen, aber nicht als Allzwecklösung.“
Das Thema Big Tech hingegen nahm sichtbar mehr Raum ein. Ein besonders markantes Beispiel: Apples jüngste Ankündigungen, zertifizierte Hörgerätefunktionen mit FDA-Zulassung in ihre AirPods-Produktlinie zu integrieren, wurden in mehreren Sessions erwähnt. Das ist einerseits wenig überraschend: Big Tech bewegt sich vom Consumer Electronics- in den MedTech-Bereich, weil die Nachfrage einfach da ist. Andererseits wirft das neue Vertrauens- und Haftungsfragen auf. Was passiert, wenn ein solches Gerät einen Fehler macht? Wer trägt die Verantwortung? Die Nutzer:innen, die Ärzt:innen oder der Tech-Konzern? Und was, wenn Ärzt:innen die Daten eines solchen Geräts ignorieren? „Das sind keine trivialen Fragen,“ merkte Kasim an. „Gerade im Gesundheitsbereich wiegt menschliche Einschätzung nach wie vor schwerer als jeder Algorithmus. Menschen verzeihen anderen Menschen schneller als Maschinen.“
In diesem Zusammenhang ebenfalls interessant: Big Tech besitzt diesen Markt nicht vollständig und wird das vermutlich auch nie tun – das lässt Raum für innovative Start-ups.

Die Vorträge deckten ein breites Spektrum an Themen ab. Von der Weiterentwicklung von Mikrobiom-Therapien bis hin zu neuartigen bioverträglichen und bioresorbierbaren Polymeren in der Behandlung von Brustkrebs: Die Mischung aus wissenschaftlicher Tiefe und wirtschaftlicher Relevanz war deutlich spürbar. Genauso greifbar war jedoch die Erkenntnis: Technologie ist nur ein Mittel zum Zweck. Eddy hielt fest: „In vielen Sessions hörte man Aussagen wie: ‚Technologie kombiniert mit Wissen ist entscheidend, aber bei diesem oder jenem stehen wir noch immer vor Herausforderungen.‘ Diese Offenheit war wirklich erfrischend.“
In einer der Business-Sessions sprach ein Referent über die „letzte Meile“ der Innovation – jenen Moment, in dem ein technologischer Durchbruch sozial verankert werden muss. Kasim erläuterte: „Gerade an diesem Punkt treten oft Unsicherheiten oder Widerstände auf. Nicht weil die Technologie scheitert, sondern weil Menschen zögern. Und das ist völlig in Ordnung. Technologie braucht Zeit, um zu reifen – und Vertrauen muss verdient werden.”
Was ist das, was nach einem langen Tag voller Panels, Pitches und Diskussionen bleibt? Für Eddy und Kasim ist es die Überzeugung, dass die Zukunft des Gesundheitswesens zwar Technologie braucht, aber dass diese auch richtig eingesetzt werden muss: sicher und im Einklang mit dem oft mühsamen Regelwerk, für das wir wohl alle eine gewisse Hassliebe empfinden. Viele der Start-ups und Scale-ups sprachen nicht nur über Umsatz, sondern vor allem über Wirkung. Themen wie Prävention, Nachhaltigkeit, Ethik und gesellschaftliche Akzeptanz rücken zunehmend in den Mittelpunkt, auch um die immensen Kosten im Griff zu behalten.
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