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Mehr über uns erfahren28. April 2026
Über 14.000 Teilnehmende, zwei Konferenztage, eine zentrale Botschaft: Das Zeitalter der KI als Werkzeug, das auf Anweisungen wartet, ist vorbei.
Was Adobe in Las Vegas vorgestellt hat, sind Systeme, die Ziele verstehen, Pläne entwickeln und Prozesse eigenständig ausführen – mit dem Menschen als Strategen, nicht als Ausführenden. Für uns bei valantic war der Adobe Summit 2026 deshalb weniger eine Produktmesse als ein Vorausblick auf die Entscheidungen, die Unternehmen in den nächsten zwölf bis achtzehn Monaten treffen müssen.
Bevor es um Plattformen und Lösungen geht, lohnt sich ein Blick auf die Zahlen, die Adobe in Las Vegas als Ausgangspunkt gesetzt hat: Der Traffic, der über KI-Assistenten wie ChatGPT oder Google Gemini auf Händlerseiten gelangt, ist allein im letzten Jahr um 269 Prozent gestiegen. Diese Besucher konvertieren 31 Prozent besser als klassische Suchmaschinenbesucher und generieren 254 Prozent mehr Umsatz pro Besuch.
Das bedeutet eine grundlegend neue Frage für jedes Unternehmen mit digitalem Vertrieb: Ist mein Sortiment überhaupt für KI-Systeme lesbar oder existiere ich in dieser neuen Welt schlicht nicht? Loni Stark, VP Strategy bei Adobe, brachte es auf den Punkt:
„For decades, brands have managed content, but now they also need to manage context.“
Dahinter steckt mehr als ein Schlagwort: KI-Modelle lesen keine Webseiten, sondern interpretieren Daten, ziehen Schlüsse und geben Empfehlungen. Wer in diesen Empfehlungen auftauchen will, muss seine Inhalte, Produktdaten und Markenbotschaften für diese neue Art der Verarbeitung vorbereiten.
Adobe hat in Las Vegas nicht nur neue Produkte vorgestellt. Das Unternehmen hat seinen gesamten Markenauftritt umgebaut. Statt Adobe Experience Cloud lesen wir künftig häufiger von Adobe CX Enterprise und sehen eine Plattform, in der KI-Agenten nicht mehr in einzelnen Aufgaben unterstützen, sondern ganze Kundenprozesse orchestrieren: von der ersten Markenbegegnung über den Kauf bis zur Kundenbindung.
Den Ton setzte die Eröffnungskeynote mit einem ungewöhnlichen Moment: CEO Shantanu Narayen in seiner letzten Summit-Keynote vor dem angekündigten Rücktritt und NVIDIA-CEO Jensen Huang gemeinsam auf einer Bühne. Huang beschrieb Adobes Rolle prägnant: Adobe werde zum „marketing manufacturing system“, das Kundenerlebnisse in industriellem Maßstab produziert. Sein Rat an Entscheider und Entscheiderinnen war unmissverständlich:
„You never want to be too early, but you definitely can’t afford to be late.“
Das Herzstück der neuen Plattform ist der CX Enterprise Coworker: ein dauerhaft aktiver KI-Agent, der als digitaler Kollege arbeitet. Die Demo auf der Keynote machte das greifbar: Ein Marketingteam gibt ein Ziel vor, etwa die Cross-Selling-Performance um 3 Prozent zu steigern. Der Coworker entwickelt daraus eigenständig einen vollständigen Kampagnenplan, stimmt ihn mit dem Team ab, setzt ihn um und misst die Ergebnisse. Menschen steuern die Strategie und die Leitplanken. Den Rest übernimmt das System. Die Verfügbarkeit ist für die kommenden Monate angekündigt.
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Ein eigener Themenblock des Summits galt der Frage, wie Marken in einer Welt sichtbar bleiben, in der KI-Systeme die erste Anlaufstelle für Kaufentscheidungen werden.
Adobes Antwort: ein erweiterter LLM Optimizer, der erfasst, wie und ob eine Marke in großen KI-Interfaces wie ChatGPT, Google Gemini, Perplexity oder Microsoft Copilot überhaupt vorkommt. Das Tool zeigt Lücken auf und schlägt Optimierungen vor. Adobe selbst hat als erster Anwender in einer Woche eine fünffache Steigerung der eigenen Markenerwähnungen in KI-Suchanfragen erzielt.
Ergänzt wird das durch den Brand Concierge: Dieser dialogorientierte KI-Assistent läuft auf der eigenen Website oder App und berät Kunden in echten Gesprächen – mit aktuellen Produktdaten, Preisen und Verfügbarkeiten in Echtzeit.
Die wichtigste Neuerung 2026: Kunden können Käufe direkt im Gespräch abschließen, ohne auf eine separate Checkout-Seite weitergeleitet zu werden. DICK’S Sporting Goods präsentierte dies live auf der Konferenz als ein bereits funktionierendes Beispiel und nicht etwa als eine bloße Zukunftsvision.
Zur Stärkung der Sichtbarkeit in klassischen wie auch KI-gesteuerten Suchen hat Adobe zudem die Übernahme von SEMrush angekündigt.
Der zweite Konferenztag stellte eine unbequeme Rechnung auf: Die Nachfrage nach Inhalten wird bis 2027 um das Fünffache steigen. Gleichzeitig wächst die Zahl der Kanäle, Sprachen und Zielgruppen, für die Content produziert werden muss. Das ist mit manuellen Prozessen nicht lösbar.
Hier setzt Adobe GenStudio an:
Die Plattform zur Steuerung der gesamten Inhaltskette (Content Supply Chain) wächst von einem Produkt auf mehrere Bereiche:
Besonders eindrücklich war die Präsentation von Procter & Gamble: CEO Shailesh Jejurikar beschrieb, wie KI bei P&G längst keine Experimentierphase mehr ist, sondern operative Notwendigkeit – bis hin zur autonomen Steuerung von Produktionsanlagen in Nachtschichten ohne Personal.
Der Bereich Commerce war beim Adobe Summit 2026 nicht nur eines von vielen Themen. Er war der konkreteste Beweis dafür, dass die „Agentic Era“ keine abstrakte Vision ist, sondern bereits zur Produktrealität wird.
Adobe hat seine Commerce-Plattform in zwei Richtungen entwickelt:
Letzteres ist für viele unserer Kunden besonders relevant: KI-gestützte Commerce-Funktionen werden damit auch ohne vollständige Plattformmigration erreichbar.
Was das in der Praxis bedeutet, lässt sich an drei Fragen festmachen:
Wenn ein Kunde ChatGPT fragt, welches Produkt für seinen Bedarf geeignet ist, taucht Ihr Sortiment dann in der Antwort auf?
Adobe analysiert dafür automatisch den Produktkatalog und reichert ihn so an, dass KI-Systeme ihn verstehen, einordnen und weiterempfehlen können. Das ist keine optionale Optimierung mehr, sondern die neue Grundlage digitaler Auffindbarkeit.
Immer mehr Kaufabschlüsse werden künftig nicht von Menschen auf einer Website ausgelöst, sondern von KI-Assistenten im Auftrag ihrer Nutzerinnen und Nutzer.
Adobe Commerce unterstützt dafür neue offene Standards, die genau diese maschinellen Transaktionen ermöglichen – auch vollständig außerhalb des eigenen Shops. Wer diese Möglichkeit nicht vorbereitet, verliert Umsatz, ohne es zu bemerken.
Für B2B-Unternehmen hat Adobe eine Reihe neuer, modular einsetzbarer Funktionen vorgestellt: individuelle Angebotsverhandlung, Genehmigungsprozesse für Einkaufsabteilungen, Bedarfslisten für wiederkehrende Bestellungen und Schnellbestellung direkt aus Produkttabellen. Diese Bausteine lassen sich gezielt in bestehende Storefronts integrieren, ohne den gesamten Shop neu aufzubauen. Für technische Beschaffer, die täglich dieselben Artikel in großen Mengen bestellen, ist das ein erheblicher Effizienzgewinn.
Ergänzt werden die neuen Funktionen durch weitere KI-gestützte Werkzeuge, die Migrationen und Plattformwechsel deutlich beschleunigen sollen: Bestehende Systeme werden analysiert, Migrationspläne in Tagen statt Wochen erstellt, veraltete Anpassungen automatisch in moderne, wartungsarme Strukturen überführt.
Auch hier gilt: Die strategische Einordnung bleibt Menschenarbeit. Wir sehen diese KI-Werkzeuge als Unterstützung unserer eigenen Migrationsexpertise.
Skalierbare Enterprise-Lösungen mit Adobe Commerce & valantic
Unternehmen benötigen Plattformen, die flexibel skalieren, personalisierte Experiences ermöglichen und reibungslos in bestehende Systemlandschaften integrierbar sind. Adobe Commerce bietet genau das: eine leistungsstarke, Enterprise-fähige E-Commerce-Plattform »
Der Adobe Summit 2026 hatte eine ungewöhnliche Qualität: Die Ankündigungen folgten einer erkennbaren Logik. Von der Sichtbarkeit in KI-Suchen über den dialogischen Kaufprozess bis zur automatisierten Inhaltsproduktion und agentischen Commerce-Funktionen entsteht ein zusammenhängendes Bild: Es geht nicht mehr nur um einen Produktkatalog, sondern um eine Plattformstrategie.
Gleichzeitig ist Realismus geboten. Ein Großteil der gezeigten Funktionen ist noch nicht verfügbar und Adobes eigene Studie zeigt: Drei Viertel der Unternehmen kämpfen mit Datenqualität, fast ebenso viele mit fehlendem Know-how und unklarem ROI. Die Werkzeuge allein lösen diese Probleme nicht. Hier brauchen Unternehmen eine klare KI-Strategie, um alle genannten Tools sinnvoll zu integrieren.
Was sich in Las Vegas verändert hat: Die Richtung ist klar, die Plattform nimmt Form an und erste Unternehmen zeigen, dass es funktioniert. Wer jetzt anfängt, die richtigen Fragen zu stellen, wird in zwei Jahren deutlich besser dastehen als Wettbewerber, die zu lange zögern.
Christian Münch
Head of Development & Systemarchitekt
valantic
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