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SAP S/4HANA

SAP S/4HANA: Der eigentliche Wandel beginnt nach dem Go-live

Die meisten Unternehmen im deutschsprachigen Raum befinden sich derzeit entweder mitten in ihrem SAP S/4HANA Projekt oder haben die Migration bereits abgeschlossen. Nun geht es darum, S/4HANA strategisch zu nutzen, um Prozesse zu modernisieren, Daten besser auszuwerten und Innovationen zu skalieren. Damit markiert der Go-live den Auftakt einer kontinuierlichen Transformation.

Eine lächelnde Softwareentwicklerin leitet eine Projektbesprechung in einem Büro eines Technologieunternehmens.

SAP S/4HANA ist für viele Unternehmen im DACH-Raum zur Pflichtübung geworden – nicht zuletzt aufgrund der absehbaren Wartungsfristen der Vorgängerversionen. Die valantic SAP Studie 2026 zeigt, dass rund 70 Prozent der befragten Unternehmen sich bereits in der Implementierungs- oder Betriebsphase befinden.

Doch damit ist die eigentliche Aufgabe noch nicht erledigt. Die zentrale Frage lautet längst nicht mehr, ob auf S/4HANA migriert wird, sondern wie diese Plattform genutzt wird, um Prozesse zu modernisieren, Daten zu nutzen und Innovationen zu skalieren. Der eigentliche Wandel beginnt nach dem Go-live.

Migrationsstand: Pflichtprogramm oder strategisches Projekt?

Die Studie zeichnet ein differenziertes Bild der Migrationslandschaft. Große Industrieunternehmen, etwa aus der Automobil- oder Pharmaindustrie, sind häufig weiter fortgeschritten, verfügen über mehrjährige Transformationsprogramme und haben die Migration als strategisches Projekt mit starker Business-Beteiligung aufgesetzt.

Der Mittelstand geht dagegen oft schrittweise vor, mit fokussierten Projekten und begrenzteren Ressourcen. Brownfield-Ansätze dominieren dort, wo bestehende Prozesse und individuelle Entwicklungen weitgehend erhalten bleiben sollen. Greenfield- oder selektive Ansätze kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn eine umfassende Prozessmodernisierung und ein radikales Aufräumen historisch gewachsener Strukturen angestrebt wird.

Die Zeit drängt: 25 % der Befragten befinden sich noch in der Planungsphase vor der Migration. Bildquelle: valantic / techconsult | valantic SAP Studie 2026

Die meisten Unternehmen befinden sich derzeit im Transformationsprozess oder haben diesen bereits abgeschlossen.

Für Führungskräfte ist entscheidend, die Migrationsstrategie nicht als rein technische Frage zu betrachten. Die Wahl zwischen Brownfield, Greenfield oder einem selektiven Ansatz bestimmt, wie viel Transformationspotenzial kurzfristig gehoben wird und wie flexibel das Unternehmen später auf neue Anforderungen reagieren kann. Ein reines „Technik-Upgrade“ ohne begleitende Prozess- und Organisationsveränderung verschenkt einen Großteil des Mehrwerts, den S/4HANA bietet, denn: Wer nur migriert, modernisiert die IT. Wer transformiert, modernisiert das Unternehmen.

S/4HANA als Fundament der Daten- und Plattformstrategie

Mit dem Wechsel auf S/4HANA stellen Unternehmen nicht nur auf eine neue ERP-Version um, sondern legen die Grundlage für eine moderne, integrierte Plattformarchitektur. Die In-Memory-Technologie der HANA Datenbank, vereinfachte Datenmodelle und standardisierte Schnittstellen erleichtern es, Daten aus unterschiedlichen Systemen zu konsolidieren und in Echtzeit nutzbar zu machen. Die Studie zeigt, dass Unternehmen nach dem Go-live zunehmend den Fokus über Stabilisierung und Fehlerbehebung hinaus erweitern – hin zu datengetriebenen Initiativen.

In Kombination mit der SAP Business Technology Platform (BTP) und SAP Business Data Cloud (BDC) entsteht eine Architektur, in der S/4HANA den operativen Backbone bildet, während BTP und BDC als Innovations- und Datenschicht fungieren. Transaktionsdaten aus S/4HANA können mit IoT-Informationen, externen Marktdaten oder unstrukturierten Daten aus anderen Quellen verknüpft werden. Das ermöglicht integrierte Analytics-Szenarien, KI-gestützte Prognosen oder prozessübergreifende Sichten auf Kunden, Lieferanten und Assets.

Standardisierung versus Individualisierung: Der richtige Grad an Freiheit

Das Spannungsfeld zwischen Standardisierung und Individualisierung bleibt prägend. Die valantic SAP Studie 2026 bestätigt, dass Unternehmen, die konsequent auf Standardprozesse setzen und Erweiterungen in die BTP auslagern, langfristig agiler sind und neue Releases sowie Innovationen schneller übernehmen können. Gleichzeitig gibt es Branchenanforderungen und Wettbewerbsvorteile, die individuelle Prozesse notwendig machen.

Erfolgsentscheidend ist es daher, einen Architekturleitfaden zu etablieren, der definiert:

  • welche Funktionen im Standard verbleiben
  • wo Differenzierung über Side-by-Side-Erweiterungen erfolgt
  • wie Eigenentwicklungen gesteuert und dokumentiert werden

S/4HANA Projekte werden damit zu Architektur- und Change-Projekten, nicht nur zu technischen Migrationen.

Erfolgsfaktoren: S/4HANA als Hebel für die Business-Transformation

Die Studie zeigt, dass erfolgreiche S/4HANA Programme mehrere Gemeinsamkeiten haben. Sie verfügen über einen klaren Business-Sponsor, der die fachliche Zielsetzung treibt. Sie definieren Value Cases, an denen sich der Erfolg messen lässt, statt ausschließlich Scope und Timeline zu managen. Sie verankern Plattformdenken, indem BTP, BDC und AI-Szenarien von Beginn an mitgedacht werden. Und sie investieren bewusst in Change-Management und Enablement, um Mitarbeitende auf neue Prozesse, Oberflächen und Arbeitsweisen vorzubereiten.

Die zentrale Botschaft der valantic SAP Studie 2026 lautet daher: SAP S/4HANA ist mehr als ein technisches Upgrade. Unternehmen, die es als Plattform für Business-Transformation begreifen und in eine durchdachte Cloud-, Daten- und Innovationsstrategie einbetten, schaffen die Grundlage für eine resiliente, datengetriebene und zukunftsfähige Organisation. Der Go-live markiert damit nicht das Ende der Transformation sondern den Startpunkt eines kontinuierlichen Wandels.

 

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Tablet mit dem Titelbilder der valantic SAP Studie 2026

valantic SAP Studie 2026

Seit 2018 befragt valantic Führungskräfte von SAP Kunden nach Investitionsabsichten und Business-Chancen. Die valantic SAP Studie 2026 zeigt, wo die Unternehmen aus der DACH-Region derzeit in ihrem Digitalisierungsprozess stehen und welche Weichen sie für die Zukunft stellen. Mehr erfahren!

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