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Mehr über uns erfahren20. Februar 2024
Die globalisierte Weltwirtschaft führt dazu, dass die Optimierung der Lieferkette immer wichtiger wird. Effizienz und Geschwindigkeit spielen dabei eine zentrale Rolle für den Unternehmenserfolg.
Um verändernden Kundenanforderungen zu begegnen und einen echten Wettbewerbsvorteil zu generieren, ist die Supply Chain Optimierung unumgänglich für Unternehmen. Hierbei stehen vor allem die Aspekte Kostensenkung, Kundenzufriedenheit, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit im Fokus. Diese sollen durch die Sicherstellung der Produktverfügbarkeit sowie die Erfüllung von Qualitäts- und Serviceansprüchen erreicht werden. Durch nachhaltige Praktiken und Strategien werden Herausforderungen im Einkauf zunehmend bewältigt.
Der Begriff „Supply Chain Optimierung” beschreibt ein strategisches Instrument zur Steigerung des Unternehmenserfolgs im dynamischen Geschäftsumfeld. Es handelt sich hierbei um kein statisches, sondern ein flexibles Instrument, welches eine fortlaufende Anpassung an sich ändernde Rahmenbedingungen ermöglicht.
Zu den positiven Effekten der Supply Chain Optimierung gehören:
zur kontinuierlichen Beobachtung relevanter Einflussfaktoren und zur Ableitung gezielter Maßnahmen.
durch den Aufbau effektiver und effizienter Lieferketten mit schnellerer und kostengünstigerer Produktverfügbarkeit.
durch Prozessoptimierung durch die Vermeidung von Überbeständen (Optimierung des Working Capitals), die Erhöhung des Lieferservicegrades oder die Reduktion nicht wertschöpfender Tätigkeiten.
zur Kostensenkung und Beschleunigung operativer Abläufe.
durch den Einsatz von KI, beispielsweise zur automatisierten Berechnung optimaler Bestandsparameter unter Berücksichtigung zahlreicher Einflussfaktoren.
Master Vendor
Während für viele Warengruppen auf zwischengeschaltete Akteure verzichtet werden kann, sollten Sie bei komplexeren Dienstleistungen einen Master Vendor prüfen. Das sogenannte Third Party Management ist dann ratsam, wenn der Wegfall von administrativen Kosten für den Einkauf die Mehrkosten für den Master Vendor übertreffen.
Direkteinkauf
Prüfen Sie, für welche Artikel und Warengruppen die Möglichkeit besteht, auf Zwischenhändler im Einkauf zu verzichten. Dadurch können Sie direkte Einsparungen im Sinne der Supply Chain Optimierung erreichen. Ausschlaggebend für die Entscheidung ist, ob der Nutzen des Zwischenhändlers die damit verbundenen Kosten übertreffen oder nicht. Den Vorteilen wie direktem Lieferantenkontakt, Mengenbündelung, Marktwissen und logistischen Fähigkeiten steht ein möglicher Margenverlust im Vergleich zum Direktbezug gegenüber.
Voraussetzung für das Überspringen eines Zwischenhändlers und dem damit verbundenen Direkteinkauf ist außerdem ein ausreichend hoher Bedarf und eine angemessene Expertise im Einkaufsmarkt.
Durch geschicktes Vorverhandeln können Sie Ihre Einkaufskonditionen im Rahmen Ihres Supply Chain Managements weiter verbessern.
Konzentrieren Sie sich daher nicht nur auf Verhandlungen mit Ihren direkten Lieferanten.
Beziehen Sie für wichtige Warengruppen auch Ihre Vorlieferanten mit ein. Je besser auch die Vorlieferanten über Ihre Spezifikationsanforderungen informiert sind, desto eher lässt sich die Reklamationsquote senken.
Zugleich können Ihre Supply Chain und das Bestandsmanagement in der Lieferkette gezielt optimiert werden.
Make or Buy
Ihre Supply Chain ist dann optimal gestaltet, wenn die einzelnen Schritte der Wertschöpfung dort durchgeführt werden. Entscheidend ist, dass alle Tätigkeiten dort stattfinden, wo das größte Know-how für den jeweiligen Prozessschritt vorhanden ist.
Konkret gilt es daher zu prüfen, ob Sie aktuell Tätigkeiten ausführen, die ein anderer Akteur besser übernehmen könnte. Ein Beispiel dafür sind Logistikdienstleistungen innerhalb der Supply Chain. Gleichzeitig sollten Sie prüfen, ob Ihr Einkauf Artikel beschafft, die Sie mit Ihren Kompetenzen kostengünstiger selbst herstellen können.
Prozessoptimierung und Einsatz von Technologien
Durch Prozessoptimierung machen Sie Ihre Supply Chain wettbewerbsfähiger. Supply Chain übergreifende IT-Lösungen und integrative Logistikkonzepte können Ihnen dabei helfen, Prognosen zu verbessern und Kosten zu minimieren.
Eine optimale Warenlageraufteilung lässt sich beispielsweise durch Konsignationslager erreichen, die kurze Wege zwischen Lieferant und Kunde gewährleisten.
Supply Chain Kennzahlen
Anschließend können Sie mithilfe von SCM KPIs den Einkaufsprozess Ihrer gesamten Supply Chain direkt messen. So lässt sich der Erfolg verschiedener Supply Chain Optimierungen gezielt überprüfen.
Achten Sie jedoch darauf, dass Sie Ihre unternehmensinternen Kennzahlen nicht in zu hohem Maße zulasten anderer Akteure in der Supply Chain optimieren. Dadurch kann langfristig die Stabilität der gesamten Supply Chain verloren gehen.
Supply Chain Standards
Eine Kette ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. Denken Sie daher daran, dass selbst Fehler, die in vorgelagerten Stufen Ihrer Supply Chain geschehen, auf Sie zurückfallen können. Setzen Sie daher vermehrt auf Standards im Bereich Qualität durch Qualitätszertifikate, Normen etc. .
Auch in der IT verbessert Standardisierung die Effizienz, beispielsweise durch IT-gestützte Verknüpfung zwischen verschiedenen Unternehmen sowie Datensicherheitsstandards beim Informationsaustausch. Gerade beim Thema Datentransfer und Datensicherheit sollten Sie konstant am Ball bleiben. So stellen Sie sicher, dass sensible Informationen nur dort ankommen, wo Sie es vereinbart haben.
Informationsaustauschs intern
Um langfristig von einer Supply Chain Optimierung zu profitieren, ist in vielen Einkaufsabteilungen ein Umdenken notwendig. Von einer ausführenden Rolle des Einkaufs sollte der Anspruch in Richtung einer gestaltenden Funktion gehen, die Eigeninteressen einzelner Abteilungen gegeneinander abwägt.
Die verschiedenen Abteilungen, die an einem Produkt arbeiten, wollen häufig kollidierende Ziele durchsetzen. Als Einkauf sollten Sie die Chance ergreifen und Entscheider aus allen Bereichen an einen Tisch holen. Ziel ist es, die interne Wertschöpfung zu optimieren und so optimal für Ihr Unternehmen einzukaufen.
Um neue Erlösquellen und größtmögliches Einsparpotenzial zu generieren, müssen Sie mit Ihren wichtigsten Lieferanten in einen regelmäßigen Informationsaustausch treten. Beabsichtigen Sie beispielsweise ein leichtes Absatzplus im kommenden Jahr, sollte Ihr Lieferant diese Information frühzeitig erhalten. So kann er die eigene Produktion optimieren, statt auf Basis von Schätzungen und vergangenem Bestellverhalten zu planen. Die Beseitigung von Informationsasymmetrien führt zu möglichen Einsparungen aufseiten des Lieferanten, von denen Sie ebenfalls profitieren können. Achten Sie daher darauf, von den Einsparungen des Lieferanten Ihren Teil durch niedrigere Preise abzubekommen.
Genau wie Ihre Lieferanten davon profitieren, wenn sie Informationen von Ihnen erhalten, können auch Sie von Kundendaten profitieren. So gelingt es Ihnen, besser und gezielter einzukaufen.
Der sogenannte Bullwhip Effekt besagt, dass typischerweise tatsächliche Nachfrage und Bestellmengen im Verlauf vom Absatz- zum Einkaufsmarkt immer weiter auseinanderdriften. Die Folgen sind unnötig hohe Lagerbestände, die wiederum zu vermeidbaren Kosten führen.
Überzeugen Sie daher Ihre Partner am Absatzmarkt von den Vorteilen eines Informationsaustausches.
Durch Puffer werden Produktverfügbarkeiten sichergestellt, die durch Schwankungen in Produktions- und Lieferprozessen gefährdet sind. Sie fungieren somit als Schutzmechanismus zur Überbrückung von Lieferantenausfällen oder Maschinen- und Materialengpässen.
Wichtig bei Puffern ist das richtige Augenmaß. Die abgestimmte Bestandsstrategie zur Berücksichtigung der Lagerkosten und Kapitalbindung muss stets beachtet werden. Bestände und Puffer sollten im Allgemeinen nur bei risikobehafteten, schwankenden Artikeln eingeführt werden. Hierbei ist eine Risikobewertung wichtig, bei der verschiedene Kriterien systematisch berücksichtigt werden.
Dazu zählen das Ausfallrisiko des Lieferanten, die Anzahl der Lieferanten und die Anzahl der Kunden.
Eine Überprüfung und Bewertung von Lieferanten trägt zur ganzheitlichen Optimierung der Lieferkette in globalisierten Märkten bei. Denn Qualitätsmängel und Verzögerungen am Anfang der Lieferkette wirken sich bis zu den Kund:innen aus. Durch eine Optimierung der Lieferantenauswahl garantieren Sie Agilität und Kostenoptimierung in der Lieferkette.
Achten Sie bei der Wahl Ihrer Lieferanten auf Compliance-Anforderungen, wie sie beispielsweise das LkSG vorgibt. Implementieren Sie regelmäßige Ausschreibungen, Warengruppenoptimierung und ähnliche Maßnahmen in Ihren strategischen Einkaufsprozess.
Die Prozessautomatisierung dient als strategischer Faktor, um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu stärken. Im Rahmen der Supply Chain Optimierung spielt die Implementierung von automatisierten Lösungen eine zentrale Rolle. Ziel ist es, Lieferketten agiler und kosteneffizienter zu gestalten.
Es wird dabei zwischen der physischen und der digitalen Prozessautomatisierung unterschieden:
Physische Prozessautomatisierung
Bei der physischen Prozessautomatisierung kommen beispielsweise automatisierte Lagertechniken wie Fördertechniken, automatisierte Kleinteilelager (AKL), Palettierroboter, Kommissionierlösungen, etc. zum Einsatz. Dadurch werden Durchlaufzeiten, Prozesse und die Qualität optimiert.
Digitale Prozessautomatisierung
Im Rahmen der digitalen Prozessautomatisierung werden etwa Bestellprozesse durch EDI-Anbindung zu Lieferanten automatisiert und Definition Wertgrenzen zur automatischen Nachbestellung definiert.
Eine Prozessautomatisierung ermöglicht die transparente und datengestützte Steuerung von Unternehmensprozessen wie dem Bestandsmanagement und der Kundenauftragsabwicklung.
In Zeiten des Fachkräftemangels dient sie zur Risikominimierung, indem die Abhängigkeit von Fachkräften reduziert wird. Automatisierungsinvestitionen sollten stets unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren getroffen werden: Investitionskosten, Kosteneinsparungen, Geschwindigkeit, Risiken durch beispielsweise Fachkräftemangel.
Personalengpässe bringen insbesondere bei manuellen Tätigkeiten in einer Supply Chain erhebliche Herausforderungen mit sich. So sind aufgrund von Verzögerungen in Produktions- und Logistikprozessen oder Qualitätseinbußen direkt spürbare Effekte bei Kund:innen möglich. Um die benötigten Personalressourcen zu gewährleisten, ist eine langfristige Bindung und Entwicklung von Mitarbeiter:innen im Unternehmen durch gezieltes Personalmanagement notwendig.
Mögliche Maßnahmen sind flexible Arbeitszeitmodelle, Aufzeigen klarer Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeitende, Anerkennung, eine positive Unternehmenskultur sowie Personalmarketingmaßnahmen.
Entsprechen Sie den wachsenden Erwartungen von Kund:innen und Investoren und fördern Sie die Nachhaltigkeit in Ihrer Lieferkette. Dadurch kann eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Reputation erreicht werden.
Des Weiteren sind Kosteneinsparungen möglich, etwa durch Abfallreduktion oder den Einsatz erneuerbarer Energien.
Transparenz in der Supply Chain ermöglicht zudem die Identifikation von Risiken im Zusammenhang mit Umweltauswirkungen und sozialen Verantwortlichkeiten von Unternehmensaktivitäten.
Zur Analyse Ihrer IST-Situation ist es notwendig, die Abläufe Ihrer Supply Chain genau zu strukturieren und aufzuzeigen. Brechen Sie hierfür die gesamte Wertschöpfungskette auf und betrachten Sie alle Prozesse, Strukturen und Methoden getrennt voneinander.
So gewinnen Sie ein klares Verständnis Ihrer Supply Chain. Dabei werden insbesondere Prozesse und Strukturen wie der Materialfluss, der Logistikfluss und die Anzahl der Supply Chain-Akteure betrachtet. Zu den Methoden zählen der Grad bzw. die Art des Informationsaustauschs, Kennzahlen, Standards etc.
Prüfen Sie auf Basis des in Schritt 1 definierten IST-Zustands systematisch, welche Quick-Wins und langfristige Hebel für Ihre Supply Chain Optimierungspotenzial bieten. Gehen Sie dabei so vor, dass Sie klar erkennen, bei welchen Hebeln Ihr IST-Zustand optimierungsfähig ist.
Legen Sie zuletzt für die identifizierten Hebel Maßnahmen zur Supply Chain Optimierung fest und bewerten Sie diese nach Umsetzungszeitraum und Härtegrad. Anschließend können Sie die Hebel priorisieren und mit der Umsetzung beginnen.
Berücksichtigen Sie unsere Tipps und Sie werden in kurzer Zeit die Erfolge der Optimierung Ihrer Supply Chain Optimierung sehen können.
Wie kann ihr Supply Chain optimiert und resilient aufgestellt werden?
Wir identifizieren Optimierungspotenziale und gestalten Lösungen, die Wirkung zeigen. Sprechen sie uns an – wir freuen uns auf den Austausch mit ihnen.
Dr. Bernhard Höveler
Partner & Managing Director
valantic Supply Chain & Procurement Consulting
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