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Nachhaltigkeit in der Chemieindustrie: Strategien für die Zukunft

Eine Frau in einem Labor untersucht Chemikalien

Die Chemieindustrie ist ein bedeutender Wirtschaftssektor und spielt eine entscheidende Rolle in der nachhaltigen Transformation unserer Gesellschaft. Sie besitzt einen unverzichtbaren Wert für zahlreiche Bereiche, wie Medizin, Mobilität und Landwirtschaft. Aufgrund ihrer Produktionsprozesse und des Einsatzes von chemischen Substanzen hat sie jedoch einen erheblichen Einfluss auf die Umwelt und Gesundheit der Gesellschaft.  

Die Chemieindustrie stellt einen der größten industriellen Emittenten von Treibhausgasen dar. Im Jahre 2020 betrug der CO2-Ausstoß der Chemiebranche in Deutschland insgesamt ca. 113 Millionen Tonnen, während die Chemieindustrie weltweit für ca. 15 Prozent der Emissionen verantwortlich war.  

Aus diesen Gründen wird zunehmend mehr Nachhaltigkeit in der Chemieindustrie gefordert. Das umfasst zum einen die Reduzierung von CO2-Emissionen und den Einsatz erneuerbarer Energien. Zum anderen zählen auch die Verminderung von Abfallprodukten und die Entwicklung umweltfreundlicher Produktionsprozesse dazu. Um dies zu gewährleisten, wurden strenge Richtlinien und Vorschriften definiert. Sie verpflichten die Chemiebranche dazu, Berichte über ihre nachhaltigen Praktiken transparent darzulegen und kontinuierlich Umweltprüfungen durchzuführen. 

Durch die Implementierung wirksamer nachhaltiger Strategien kann die Chemiebranche den ESG Compliance  Anforderungen gerecht werden. Gleichzeitig leistet sie einen erheblichen Beitrag zum Umweltschutz und bewahrt ihre zentrale Rolle in der Gesellschaft. 

Unsere erfahrenen Berater:innen setzen sich mit Ihnen zusammen und bringen dabei Kompetenz und Präzision ein. Sie informieren Sie über die Möglichkeiten im Bereich der Nachhaltigkeit und finden die für Sie passenden Lösungen. 

Der Anteil der Chemiebranche an den CO2-Emissionen in Deutschland

Grafische Darstellung der Branche im Vergleich zu Gesamtemissionen Deutschland

Nachhaltigkeit in der Chemieindustrie

Der Begriff Nachhaltigkeit basiert auf drei zentralen Dimensionen: Umwelt, Soziales, Unternehmensführung. 

Grafische Darstellung der drei Nachhaltigkeitsdimensionen

1. Umwelt

Die ökologische Dimension der Nachhaltigkeit zielt auf den Schutz der Natur und auf die Minimierung von umweltschädlichen Risiken ab.  

Dafür sind folgende Prozesse maßgebend: 

  • Ressourcenschonung: Der Einsatz von erneuerbaren Energien und eine effiziente Nutzung von natürlichen Ressourcen, verringert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und senkt ebenfalls negative Auswirkungen auf die Umwelt. 
  • Emissionen und Abfallreduktion: Durch die effiziente Reduzierung von Abfall, Treibhausgasemissionen und weiteren Schadstoffen kann die Chemiebranche ihre Umweltbelastung deutlich verringern. So leistet sie einen aktiven Beitrag zu einer besseren ökologischen Bilanz. Dies kann durch den Einsatz von umweltfreundlichen Technologien und Verfahren gewährleistet werden, wie durch die Implementierung von CO₂-Abscheidung und -Speicherung (CCS). 

2. Soziales

Die gesellschaftliche Dimension fokussiert sich auf die Verantwortung gegenüber den Mitarbeiter:innen und der Gemeinschaft im Allgemeinen.  

Dazu gehören:  

  • Arbeitsbedingungen: Jedes Chemieunternehmen ist dazu verpflichtet, einen sicheren, fairen und gesunden Arbeitsplatz zu gewährleisten. Dies bedeutet, dass sowohl die definierten Sicherheitsvorschriften bzw. Arbeitsstandards befolgt werden müssen als auch das Wohlbefinden der Mitarbeiter sichergestellt werden muss.  
  • Produktsicherheit: Die Erforschung und Produktion von Chemikalien, die sicher für den menschlichen Gebrauch sind, sind fundamental zur Wahrung der Gesundheit der Gesellschaft. 

3. Unternehmensführung

Diese Dimension konzentriert sich auf die langfristige wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Unternehmen. Dies umfasst insbesondere: 

  • Innovation: Investitionen in Forschung und Entwicklung von umweltfreundlicheren Produkten und effizienteren Produktionsprozessen. Die Einführung von „grünen Chemikalien“ und die Nutzung von nachhaltigeren Praktiken im Produktionsprozess können nicht nur Kosten senken, sondern auch die Marktchancen erhöhen.  
  • Wettbewerbsfähigkeit: Die Implementierung von Nachhaltigkeit in das Geschäftsmodell kann zu einer verbesserten Markenreputation führen. Zudem erleichtert sie den Zugang zu neuen Märkten, da immer mehr Verbraucher:innen auf Nachhaltigkeit setzen. 
  • Ressourceneffizienz: Durch einen optimierten Ressourcenverbrauch und die Reduzierung von Abfallprodukten, kann nicht nur die ökologische Bilanz verbessert, sondern auch Kosten eingespart werden.  
  • Transparenz und Dialog: Transparente Geschäftsprozesse und ein aktiver Dialog mit relevanten Stakeholdern über die Implementierung nachhaltiger Praktiken erhöhen die Glaubwürdigkeit. Sie fördern zudem das Vertrauen und die Akzeptanz der Gesellschaft. 

Um diese Ziele umsetzen zu können, ist eine enge Zusammenarbeit aller relevanten Akteure erforderlich. Dazu zählen Chemieunternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen, Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen sowie staatliche Institutionen. Diese Parteien müssen gemeinsam neue Standards entwickeln und Innovationen vorantreiben. Gleichzeitig gilt es, bestehende Prozesse gezielt zu optimieren, um die Herausforderungen im Bereich Nachhaltigkeit wirksam anzugehen. 

Herausforderungen in der Chemiebranche

Herausforderungen, die sich Chemieunternehmen im Zuge des Nachhaltigkeitsgedanken stellen müssen, sind: 

Icons und Aufzählung der Herausforderungen im Zuge der Nachhaltigkeit

  • Hoher Energiebedarf: Chemische Prozesse sind meist sehr energieintensiv und haben erhebliche Emissionen zur Folge. Die Verwendung von mehrheitlich fossilen Brennstoffen als Energiequelle erschwert die Reduzierung der Emissionen zusätzlich.  
  • Ressourcenknappheit: Die Chemieindustrie weist eine hohe Abhängigkeit von begrenzten Ressourcen, wie Öl, Mineralien und Gas, auf. Aufgrund dessen ist der Druck zur Diversifizierung der Rohstoffquellen sehr hoch. 
  • Regulatorische Anforderungen: Die Anforderungen an Umweltschutz und Nachhaltigkeit verschärfen sich kontinuierlich und verpflichten die Chemieindustrie zur strengeren Wahrung von Sicherheitsstandards und der transparenten Offenlegung ihrer (nachhaltigen) Prozesse. 
  • Abfallreduzierung: Chemische Prozesse erzeugen viel Abfall, der giftig oder umweltschädlich sein kann. Für eine gesetzeskonforme Entsorgung dieser Abfälle sind also spezialisierte Technologien bzw. Einrichtungen vonnöten, die oft kostspielig sind.  
  • Druck durch Stakeholder: Neben den regulatorischen Anforderungen fordern auch Verbraucher:innen und Investoren die Übernahme von Verantwortung und den Einsatz nachhaltiger Geschäftspraktiken.  

Initiativen und Konzepte für mehr Nachhaltigkeit in der Chemieindustrie

Die Transformation hin zur nachhaltigen Chemie muss sektorübergreifend erfolgen, da die Chemieindustrie einen relevanten Schlüsselfaktor darstellt. Sie steht in enger Verbindung zu vielen weiteren Wirtschaftsbereichen und hat einen erheblichen Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft. Aufgrund der Relevanz haben sich einige Initiativen und Konzepte etabliert, die Maßnahmen zur Förderung der Nachhaltigkeit in der Chemieindustrie ergriffen haben.

Initiativen und Organisationen zur Förderung nachhaltiger Chemie

  • Together for Sustainability (TfS): Hierbei handelt es sich um eine Zusammensetzung von verschiedensten Chemieunternehmen, um Nachhaltigkeitsthemen zu adressieren und gemeinsam effizient zu erarbeiten. Der Fokus liegt auf der Optimierung der nachhaltigen Leistung in der Lieferkette. Dafür werden Lieferantenbewertungen und Audits durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Lieferanten die sozialen und ökologischen Kriterien einhalten. Dazu gehören insbesondere Umweltauswirkungen, Arbeitsbedingungen und ethische Geschäftspraktiken.  
  • International Sustainable Chemistry Collaborative Center (ISC3): Das International Sustainable Chemistry Collaborative Centre (ISC3) ist ein internationales Zentrum zur Förderung nachhaltiger Chemie. Es unterstützt das Verständnis und die Implementierung umweltbewusster chemischer Technologien und bietet eine Plattform für die Zusammenarbeit von Unternehmen, Regierungen, Wissenschaftlern und NGOs. Zudem erweitert es durch Schulungen und Bildungsprogramme die Kompetenzen im Bereich Nachhaltigkeit. Außerdem fördert das ISC3 Forschung und Innovation, um neue Technologien und Verfahren zur Erreichung globaler Nachhaltigkeitsziele zu entwickeln. 
  • Industrial Emissions Directive (IED): Die IED ist eine Richtlinie der EU, die die Reduzierung der Umweltauswirkungen von Industrieanlagen zum Ziel hat. Um dies zu erreichen, werden strenge Emissionsgrenzwerte definiert sowie die Umstellung auf umweltfreundlichere Technologien gefördert. Die Umsetzung der IED hat die Luft- und Wasserqualität signifikant verbessert, da Emissionen durch Schadstoffe wie Stickoxiden oder Schwefeloxiden erheblich reduziert wurden.  
  • UNEP Green and Sustainable Chemistry Framework Manual: Dieses Verfahren wurde von der United Nations Environment Programme (UNEP) entwickelt. Es unterstützt weltweit die Integration von grüner Chemie in wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsprozessen. Dafür werden Leitlinien für Politikgestaltung, Forschung und Praxis angeboten. Das Framework fördert Programme, die auf die Reduzierung der Umweltbelastungen abzielen. Gleichzeitig rücken sie soziale und wirtschaftliche Vorteile in den Fokus. 

Konzept für nachhaltige Chemie

Chemikalienleasing: Das Prinzip des Chemikalienleasings verfolgt das primäre Ziel, den Einsatz von Chemikalien im Produktionsprozess zu verbessern. Die Idee hinter dem Konzept ist, dass Chemikalien nicht mehr mengenorientiert zur Verfügung stehen. Stattdessen liegt der Fokus auf der Dienstleistung an sich und den Ergebnissen des Chemikalieneinsatzes.  

Ein Beispiel: Wenn eine Metallverarbeitungsindustrie Reinigungs- und Entfettungsprozesse benötigt, kauft sie keine Chemikalien. Sie schließt vielmehr einen Vertrag mit einem passenden Dienstleister ab, der die Reinigungsleistung erbringt. 

Wir sind Ihr Partner für eine nachhaltige Geschäftsentwicklung

Unser maßgeschneidertes Beratungsangebot hilft Ihrem Unternehmen bei der optimalen Implementierung von nachhaltigen Geschäftspraktiken. Dabei bieten wir Expertise in der Findung und Umsetzung von passenden Nachhaltigkeitsstrategien und bei der Erarbeitung von effizienten Lösungen zur Ressourcenschonung. Diese konnten wir bereits in über 100 Projekten unter Beweis stellen.  

Kontaktieren Sie uns jetzt und profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung. Unsere Expert:innen erarbeiten gemeinsam mit Ihnen die passenden nachhaltigen Maßnahmen. 

2 Hände, die ein bisschen Erde mit einem Grashalm in der Hand halten

Sie haben Fragen zur Nachhaltigkeit in der Chemieindustrie?

Unsere Expert:innen bieten ein fundiertes Verständnis für die komplexen Anforderungen. Wir arbeiten eng mit unseren Kund:innen zusammen, um individuelle Strategien zu entwickeln, die ihren spezifischen Bedürfnissen gerecht werden.

Unsere Kompetenzen und Services im Bereich Nachhaltigkeit Unsere Kompetenzen und Services im Bereich Nachhaltigkeit
Jan Laakmann, valantic

Jan Laakmann

Partner

valantic

  • Nachhaltigkeitsstrategie & -roadmap
  • ESG Reporting (GRI, CSRD, VSME etc.)
  • Nachhaltige Lieferketten (LKSG, EUDR, PPWR, CSDDD, etc.)

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