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Mehr über uns erfahrenMünchen, 26. März 2026: KI ist im Handel kein Trend mehr. Die aktuelle C-Level-Befragung Digital Excellence Outlook 2026 – AI at Scale von valantic und Handelsblatt Research Institute (HRI) zeigt: Retail und Consumer Goods (CPG) gehören beim KI-Reifegrad im Branchenvergleich zur Spitzengruppe, 45 Prozent sehen sich sogar als KI-Vorreiter. Dennoch: Wirtschaftliche Effekte und ein messbarer ROI bleiben hinter den Erwartungen zurück, weil KI noch nicht ausreichend in Kernprozesse und Geschäftsmodelle integriert ist.
„Zwei Drittel der Händler setzen KI bereits ein – aber nur jedes dritte Unternehmen erzielt damit messbaren Mehrwert. Diese Lücke ist kein Technologieproblem. Sie entsteht dort, wo Tools eingeführt werden, aber Entscheidungsstrukturen, Prozesse und Menschen unverändert bleiben. Wer das ändern will, muss nicht nur in Technologie investieren – sondern in radikale Klarheit: über Prioritäten, über Verantwortlichkeiten und darüber, wie stark sich die Organisation wirklich verändern muss.“
Wie sehen Unternehmen in der DACH-Region die Zukunft mit KI? Die neue C-Level-Studie liefert eine branchenübergreifende Bestandsaufnahme. Gegenüber den Gesamtergebnissen, die auf einer quantitativen und qualitativen Befragung von 1.000 Führungskräften und IT-Verantwortlichen basieren, weist die Detailanalyse des Retail- und CPG-Segments einige Besonderheiten auf.
So zeigen sich die mehr als 100 befragten Händler hinsichtlich der Investitionsentwicklung skeptischer: 83 Prozent sind überzeugt, dass „der KI-Investitionsboom vor 2030 enden wird, weil viele Unternehmen es nicht schaffen, aus der Technologie echten geschäftlichen Nutzen zu ziehen“ (66 Prozent im Gesamtergebnis). Dennoch erkennen Führungskräfte im Handel die wirtschaftlichen Potenziale und Bedeutung von KI: 78 Prozent stimmen der Aussage zu, dass KI bis 2030 die gesamtwirtschaftliche Produktivität steigern und das Wirtschaftswachstum stimulieren wird. Rund 80 Prozent rechnen außerdem damit, ohne KI in Kernprozessen ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.
Um die KI-Reife zu ermitteln, wurden die Befragten um eine Selbsteinschätzung gebeten. Ein hoher Reifegrad („KI-Vorreiter“) kennzeichnet Unternehmen, die KI bereits umfassend und strategisch in mehreren Geschäftsbereichen einsetzen, diese in ihrer Geschäftsstrategie verankert und entsprechende KI-Kompetenzen aufgebaut haben. In dieser Selbstbewertung belegt der Handel im Branchenvergleich eine Spitzenposition mit 45 Prozent im Vorreiterprofil (gegenüber 36 Prozent der Gesamtheit).
Die Frage, wie stark sich die Mehrwerte durch Applied AI zeigen, beantworten Handelsorganisationen ebenfalls etwas positiver als der Studiendurchschnitt. Dabei rangiert Zeitgewinn mit 75 Prozent an erster Stelle, gefolgt von Effizienzsteigerung (72 Prozent) und Qualitätsverbesserungen (69 Prozent). Allerdings: Der produktiv messbare Mehrwert ist je nach KI-Anwendungsfall unterschiedlich stark ausgeprägt. Hierzu gaben die Befragten eine Einschätzung der Relevanz mehrerer Use Cases, deren Einsatz in ihrem Unternehmen und den daraus erzielten Nutzen ab.
Als die fünf stärksten Anwendungsbereiche der Branche, in denen die Befragten bereits messbare Mehrwerte erzielen, stellten sich das Lieferketten-Management, die Betrugserkennung, Preisoptimierung, Dokumentenverwaltung sowie personalisiertes Marketing heraus.
Für die Lieferkettenoptimierung und Bestandsplanung setzen rund 65 Prozent der Händler KI ein, von denen 34 Prozent Mehrwert erkennen. Ebenso hoch wird der Nutzen von KI-Anwendungen zur Betrugserkennung und -prävention bewertet, die bei mehr als 60 Prozent im Einsatz sind. In der Wirkung übertreffen diese beiden Use Cases den Studiendurchschnitt, was darauf hindeutet, dass der Handel bei operativen, margenspezifischen Anwendungen weiter fortgeschritten ist als andere Branchen.
Auf KI-gestützte Preisoptimierung im Ein- und Verkauf setzen 57 Prozent der Befragten, von denen rund 32 Prozent realen Mehrwert sehen. Die Dokumenten- und Datenverwaltung rangiert im Handel an vierter Stelle: Von den 69 Prozent, die entsprechende Anwendungen einsetzen, verzeichnen 30 Prozent messbare Effekte. KI für personalisiertes Marketing ist mit rund 60 Prozent ebenfalls weit verbreitet, wobei 29 Prozent Mehrwert erkennen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchung lag auf Faktoren, die laut der Befragten über den Erfolg von KI-Initiativen entscheiden. Führend in der Bedeutung sind für Handelsorganisationen eine qualitätsgesicherte, vertrauenswürdige Datengrundlage sowie klare Governance-Strukturen für Daten und KI, gefolgt von modularen und skalierbaren KI-Systemen, die Befähigung von Mitarbeitenden zur Zusammenarbeit mit KI sowie sichtbare Unterstützung von KI-Initiativen durch die Geschäftsführung.
83 Prozent sind zudem überzeugt, dass Unternehmen, die in ethische, transparente und gut gesteuerte KI investieren, bis 2030 erfolgreicher sein werden als jene, die nur auf Geschwindigkeit und Automatisierung setzen. 70 Prozent stimmen der Aussage zu, dass sich Kreativität, Empathie und ethisches Urteilsvermögen zu den wertvollsten menschlichen Fähigkeiten entwickeln, während analytische und operative Aufgaben weitgehend automatisiert werden.
Reflektiert zeigt sich der Handel auch hinsichtlich der digitalen Souveränität: Mehr als die Hälfte (52 Prozent) sieht derzeit eine hohe Abhängigkeit von nicht-europäischen Cloud- und KI-Anbietern, was 65 Prozent als kritisch bewerten. 83 Prozent ergreifen bereits Gegenmaßnahmen, die vor allem menschenzentriert sind: Als zentralen Hebel sehen Führungskräfte auch hier die Befähigung von Mitarbeitenden durch den Aufbau von KI-Know-how. Es unterstreicht: Digitale Souveränität ist eine Management-Aufgabe, kein reines IT-Thema.
Die Ergebnisse des Digital Excellence Outlook 2026 basieren auf einer quantitativen und qualitativen Befragung. In quantitativer Hinsicht wurden 1.000 Führungskräfte von Unternehmen der DACH-Region befragt, darunter mehr als 100 Verantwortliche aus Retail und CPG. Ergänzt wurde die quantitative Befragung durch acht exklusive Tiefeninterviews mit Führungskräften internationaler Unternehmen, darunter Konzerne aus DAX, MDAX und SMI.
Neben dem Handel fokussiert die Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut techconsult durchgeführt wurde, C-Level-Stimmen der Branchen Automotive, Pharma, Produktion, Telekommunikation, Logistik sowie Versorgungsunternehmen (Strom, Gas und Wasser).
Die Studie ist frei verfügbar: Digital Excellence Outlook 2026 – AI at Scale
AI at Scale im Retail: Von Pilot-Hype zu messbarer Wertschöpfung
Im Webinar on demand haben Julia Saswito, Senior Vice President CX, und Laurenz Kirchner, Managing Director & Lead der Data & AI Practice bei valantic, die Studienergebnisse für den Retail ausführlicher eingeordnet.
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Julia Saswito, Senior Vice President CX & Leiterin der Retail & CPG Practice, valantic
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Retail-Unternehmen sehen die größten KI-Potenziale vor allem bei der Automatisierung im Kundenservice, der Erstellung von Medieninhalten und beim personalisierten Marketing.
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Handelsunternehmen gehören beim KI-Reifegrad im Branchenvergleich zur Spitzengruppe, 45 Prozent sehen sich sogar als KI-Vorreiter.