„First things first“ oder: Das Dilemma von PIM und Webshop

Dreiklang - Das Dilemma von PIM und Webshop
Leon Huperz
Facebook Twitter Xing Mail LinkedIn

„Was realisieren wir zuerst? Das PIM oder den Webshop?“

Produktdaten sind notwendig, um die Artikel im eCommerce-Umfeld präsentieren zu können, Kunden optimal zu informieren und letztendlich erfolgreich zu verkaufen. Aber müssen wirklich direkt alle Daten vorliegen, um mit einem Shop durchzustarten? Können wir nicht auch einfach erstmal mit dem Shop beginnen? Was ist hier der Königsweg? Wo sollten welche Daten wann liegen? Und welche Vor- und Nachteile hat es, mit dem einen oder dem anderen zu beginnen? Auch wenn das Problem hochkomplex und manchmal unüberschaubar erscheint, ist die Fragestellung, wie ein erfolgreicher Verkaufsraum geschafft wird, nicht neu. Die verschiedenen Möglichkeiten lassen sich gut am Beispiel eines klassischen Tante-Emma-Ladens vergleichen.

„PIM first!“ – der Webshop folgt

Möchten wir mit einem PIM in unserem Unternehmen starten, bedeutet das in unserem Tante-Emma-Laden, dass wir zunächst einmal das umfangreiche Lager mit Waren auffüllen. Alle Artikel bekommen alle Infos, die sie benötigen könnten, nicht nur die für den Verkaufsraum nebenan, sondern auch für alle Kunden, die die Ware möglicherweise direkt abholen oder sie weiterverkaufen. Regal um Regal sortieren wir perfekt, damit alle Artikel und Sortimente mit einem Griff jederzeit für alle Verkaufsräume zur Verfügung stehen. Auch diese, die die Kunden vielleicht nur selten oder in Zukunft kaufen werden. Das kostet viel Zeit und benötigt einige Erfahrung – später können wir jedoch jederzeit unsere Artikel mit allen Informationen zur Verfügung stellen und schnell auf Anforderungen reagieren.

Digital gedacht ist diese Aufgabe mit Hilfe eines PIMs natürlich nicht ganz so aufwändig wie die händische Auszeichnung, Sortierung und Beschreibung eines Artikels im analogen Verkaufsraum. Tools und Plug-ins im PIM wie Massendatenpflege, Vererbungen und Übersetzungsmanagement, sowie automatisch generierter Content und vieles mehr erleichtern die ökonomische Datenpflege. So können direkt von Anfang an Sortimente für den Webshop aber auch für Print-Ausgaben gepflegt und vorbereitet werden, Klassifikationen oder Zusatzinformationen vorgehalten werden, von denen der Webshop dann später profitieren kann. Mit einem integrierten Medienmanagement (MAM/DAM) fällt die Bildorganisation leicht und Bildderivate, beispielsweise in verschiedenen Auflösungen, stehen auf Abruf bereit. Das PIM ist also eine strategische Software, um Produktdaten für alle Ausgabekanäle zentral und nachhaltig, medienneutral und nachvollziehbar bereitzustellen. Durch die gründliche und zeitintensive Vorarbeit kann der Webshop später sehr schnell mit den benötigten Daten beliefert werden, diese sind aber außerdem direkt bereit für weitere Kanäle wie Data Syndication, Portale und Plattformen, Print oder individuelle Kundenkataloge.

„Webshop first!“ – das PIM folgt

Bei dem Konzept mit dem Tante Emma Laden liegt die Konzentration nur auf dem Verkaufsraum. Alle Waren werden direkt präsentiert und nur mit den Informationen versehen, die für den Kunden in diesem Laden relevant sind. Sie helfen dem Kunden, seine Verkaufsentscheidung zu treffen, sind ansonsten aber nicht sonderlich umfangreich. Das Sortiment ist auf den Laden angepasst, sollte jedoch eine Filiale eröffnet werden, müsste man hier bei der Präsentation, dem Aufbau und der Beschreibung möglicherweise von vorne anfangen, da hier die Kunden mit anderen Anforderungen angesprochen werden sollen. Allerdings profitiert man hier sehr schnell von dem Verkaufsumsatz und man kann den Gewinn nutzen, um im Hintergrund das Lager – also das PIM – auszubauen und in weitere Verbesserungen zu investieren.

Ja, der Ansatz, direkt mit einem Webshop zu starten ist auf den ersten Blick sehr sympathisch. In den Verkaufszahlen kann man schnell Erfolge sehen. Viele Shopsysteme sind so komfortabel, dass man hier die Produktdaten recht schnell pflegen kann und das Grund-Set an Daten kann später auch in das PIM einfließen. Spezialisiert auf die Shop-Funktionalitäten fehlen hier leider die Datenpflege-Tools des PIMs und selten kann der Shop für eine zentrale Datenhaltung genutzt werden, was dazu führen kann, dass ebenfalls wichtige und oftmals dringende Anforderungen wie beispielsweise elektronische Kataloge, Exporte und Print-Kataloge nicht erfüllt werden können. Was ist also der Königsweg?

PIM und Webshop als gemeinsames MVP – klein starten, groß werden

Ein MVP, also ein „minimal viable product“ ist wörtlich ein „minimal brauchbares oder existenzfähiges Produkt“ und bezeichnet in unserem Tante-Emma-Laden, dass sowohl in unserem Verkaufsraum als auch in unserem Lager die genau auf den Kunden angepasste Anzahl und Art der Artikel mit einer hohen Informationsqualität zu finden ist. Im Lager findet sich die für den Verkaufsraum passende Sortierung, die Artikel sind ausreichend beschrieben und der Kunde findet alles, was er braucht. Zunächst minimalistischer, denn wir wollen ja zunächst klein starten, aber dennoch gut präsentiert. Die enge Zusammenarbeit zwischen Lager und Verkaufsraum ermöglicht es, dass beide Bereiche nach Kundenbedarf angepasst oder erweitert werden können, wenn es benötigt wird – aber nur dann, wenn es sinnvoll ist. In der Zwischenzeit kann man mit dem Geschäft schon Geld verdienen und schaffen gleichzeitig die Grundlage für weitere Anforderungen.

Konkret bedeutet ein Projekt mit MVP-Ansatz im eCommerce-Kontext, dass PIM und Webshop in enger Abstimmung miteinander in kleinen Schritten gleichzeitig realisiert werden. Das stellt sicher, dass beide Systeme gleich von Anfang an gut aufeinander abgestimmt sind, die Lösungen nah am Anwender entwickelt und ganzheitliche Prozesse aufgesetzt werden. Trotz des schrittweisen Ansatzes kann und sollte das Team groß denken und eine klare Vision und ein Ziel für das gesamte Projekt haben. Die gemeinsame Erarbeitung und Umsetzung von kleineren, bereits funktionsfähigen Lösungen bringen jedoch sehr schnell motivierende Ergebnisse hervor. Anhand der Minimallösungen, die schrittweise veröffentlicht werden, können Feedback eingeholt, Verbesserungen vorgenommen und Erfolge dokumentiert werden.

Damit alle Schritte in die gleiche Richtung gehen, ist ganz besonders bei diesem agilen Ansatz eine enge und klare Kommunikation notwendig. Durch zentrale Ansprechpartner gerät das „Big Picture“ nie aus dem Fokus, um so das Projekt zum maximalen Erfolg zu führen. Die enge Zusammenarbeit bei der valantic ermöglicht es, dass die Wege zwischen den Experten für die jeweiligen Bereiche und (Software-)Lösungen kurz bleiben, was die Entscheidungen beschleunigt. Die Erfahrungen in allen eCommerce-Bereichen von ERP und CRM über PIM und Webshop innerhalb der valantic sichern die Zukunftsfähigkeit der Projekte, egal welche Anforderungen an Sie und Ihr Projekt jetzt oder in der Zukunft gestellt werden.

Was ist nun der Königsweg? „PIM first“ – „Webshop first“ oder ein agiles Vorgehen? Das können Sie für sich und Ihr Unternehmen entscheiden. Möchten Sie sich dazu mit uns austauschen? Besuchen sie gerne unseren exklusiven Expert-Talk zusammen mit unseren Partnern von Akeneo und Shopware.

Expert Talk mit Akeneo und Shopware

Expert-Talk mit Akeneo und Shopware

Möchten Sie sich dazu mit uns austauschen? Besuchen sie gerne unseren exklusiven Expert-Talk, in dem wir das Thema zusammen mit Akeneo und Shopware konkretisieren.

Zum Expert-Talk

Nichts verpassen.
Blogartikel abonnieren.