Produktdaten im eCommerce Projekt als zentraler Faktor

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Marco Kahler
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EXPERT_TALK mit Michael Türk, Spryker

Heute dürfen wir Herrn Michael Türk im EXPERT_TALK begrüßen. Herr Türk ist Digitalexperte bei Spryker Systems und steht uns zum Interview zur Verfügung.

Porträt von Michael Türk, Digitalexperte bei Spryker Systems
Michael Türk gehört zu den wenigen Digitalexperten, die technisches Know-how und Wirtschaftswissen in einer Person vereinen und es über mehr als ein Jahrzehnt gelebt haben. Unternehmerisch geprägt, gründete er schon während seines Wirtschaftsinformatik-Studiums an der Technischen Universität Darmstadt gemeinsam mit Kommilitonen eine Digital-Agentur und baute sie auf mehr als 50 Mitarbeiter aus. Er arbeitete dabei als Entwickler, Projektmanager und Berater und sammelte Erfahrungen aus über 100 E-Commerce-Projekten diverser Unternehmen und Branchen. Nebenher etablierte er sich als Experte bei der Auswahl von Shopsystemen. Nach über 10 Jahren Agenturleben wechselte er mit seinem Einstieg bei Spryker Systems 2017 auf Herstellerseite. Als Lead Solution Specialist bringt er sein mehrdimensionales Wissen zur Anwendung, indem er Kunden sowie Agenturpartner in der Erarbeitung ihrer Digitalisierungsstrategien und dessen Umsetzung berät und unterstützt. Der optimale Einsatz vom Spryker Commerce OS als Kern von E-Commerce-Architekturen liegt im Fokus seiner Arbeit. Michael repräsentiert Spryker regelmäßig als Digitalexperte auf Bühnen von E-Commerce Kongressen, Events und Messen weltweit.

Kahler: Herr Türk, Sie sind Lead Solution Specialist bei der Spryker Systems GmbH. Spryker gilt als der Newcomer und potentieller Marktführer unter den eCommerce Lösungen. Was zeichnet Spryker aus, dass es aktuell in aller Munde ist?

Türk: Unsere Welt ist mittlerweile über die frühen Phasen des E-Commerce hinaus. Die Kunden werden zunehmend anspruchsvoller und die technische Entwicklung entwickelt sich in rasender Geschwindigkeit weiter. Es gibt ständig neue Interfaces, neue Services, neue Anforderungen und damit insgesamt sowohl mehr Chancen als auch mehr Unsicherheit, weil niemand genau weiß, wo die Reise hingehen wird. Spryker gibt ambitionierten Unternehmen ein Werkzeug, sich in dieser wandelnden Welt optimal aufzustellen, um seine Kunden zu erreichen. Spryker ist eben nicht das tausendste Onlineshop-System, sondern bietet die Chance aus der Masse herauszustechen und außergewöhnliche Customer Experiences anzubieten.

Kahler: Spryker verfolgt also einen neuen Ansatz. Nach unserer Ansicht sind jedoch perfekte Produktdaten die Basis eines erfolgreichen eCommerce Projektes. Wie beurteilen Sie dies?

Türk: Natürlich sind Produktdaten ein zentraler Faktor. In der klassischen Customer Journey ist die Auswahl des richtigen Produkts ein entscheidender Schritt. Dazu muss der Kunde den Katalog aber auch effizient durchsuchen und anschließend beurteilen können, ob das gefundene Produkt auch sein Problem löst. Das kann im Geschäftskundenbereich bei mehreren Millionen Produkten schon mal eine ordentliche Herausforderung darstellen. Auch für Personalisierung und Kalkulation sind oftmals Produktattribute verantwortlich.

Man muss jedoch auch sehen, dass sich der Fokus bei den Produktdaten ein Stück weit verschiebt: Im Desktop-basierten Web waren lange Produktlisten mit reichhaltiger Produktdarstellung gesetzt. Auf dem Smartphone ist dafür schon deutlich weniger Platz. Die Kunden wollen lieber viel scrollen als sich durch Seiten hangeln. Bei neuartigen Interfaces wie Voice oder Chatbots wird immer wichtiger, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und dafür muss das System in der Lage sein, auf Basis von Kunden-, Produkt- und Kontextdaten die besten vier, fünf Optionen für den Kunden zusammenzustellen. Auch in der Präsentation muss umgedacht werden: Einfache Textwüsten, die zu den Hochzeiten von SEO noch das Nonplusultra waren, müssen Platz machen für algorithmisch verarbeitbare strukturierte Daten mit zielgruppen- und device-optimierten Informationen und Medien.

Kahler: Würden Sie sagen, dass eCommerce Projekte, mit bestehenden Product Information Management (PIM) Systemen größere Chancen zum Erfolg haben? Natürlich vorausgesetzt Produktdaten sind ordentlich strukturiert und gepflegt.

Türk: Die Chancen dafür stehen sehr gut. Natürlich helfen die guten Produktdaten, aber es dürfte auch einen ordentlichen Geschwindigkeitsvorteil bringen und nach unserer Erfahrung ist Zeit heute die wichtigste Bezugsgröße für Projekterfolg. Andersrum heißt das aber auch, dass die Implementierung eines PIMs nicht der erste Schritt sein sollte, wenn eben noch keines vorhanden ist. Damit verliert man zu viel Zeit auf Kundenseite. Ein gutes Beispiel für intelligentes Vorgehen hat z.B. Certeo aus der TAKKT-Gruppe gezeigt: Zunächst Umsetzung der E-Commerce-Plattform in vier Monaten auf Basis der bestehenden Produktdaten, anschließend Implementierung eines PIMs zur Anreicherung der Produktdaten, während Kunden bereits von der besseren Customer Experience profitieren konnten.

Kahler: Arbeiten Sie hier schon mit PIM Herstellern zusammen und wenn ja, gibt es offizielle Spryker Schnittstellen im Portfolio der PIM Hersteller?

Türk: Natürlich. Da viele unserer Kunden bereits vor Spryker PIM-Systeme betreiben, haben wir wahrscheinlich schon mit allen namhaften Anbietern zusammengearbeitet. Dabei sind auch einige Standardschnittstellen entstanden, die als Grundlage für die Projektarbeit genutzt werden können. Darum kümmert sich unser Industry Partnership Team. Grundsätzlich lassen sich derartige Systeme über die dedizierte Middleware-Komponente auch schnell und einfach projektspezifisch anbinden.

Kahler: Stichwort Data Quality, gute Produktdaten verkaufen besser. Sehen Sie den Data Quality Prozess bei Spryker oder in vorgelagerten Systemen wie z.B. PIM-Systemen?

Türk: Zunächst mal bleibt festzuhalten, dass gute Produktdaten nicht zwingend besser verkaufen. Gute, auf die Zielgruppe abgestimmte Customer Experience verkauft besser. Das bedeutet auch, dass Produktdaten entsprechend in Szene gesetzt werden müssen, um einen Effekt auf die Verkaufszahlen haben zu können. Welchen spezifischen Effekt eine Veränderung irgendeiner Art hat, ist im Vornherein grundsätzlich schwer zu beurteilen. Natürlich stimme ich der Aussage aber grundsätzlich zu.

Spryker bringt entsprechende PIM-Grundfunktionen mit, weil es schlicht notwendig ist, um eine nachhaltige E-Commerce-Lösung anbieten zu können. Sicher sind dedizierte PIM-Lösungen für den internen Prozess noch einmal deutlich bequemer. Ob sich der Aufwand für die Einführung und kontinuierliche Unterhaltung eines solchen Systems rechnet und welches System für die bestmögliche Gestaltung der eigenen Prozesse eignet, hängt von einigen Parametern ab. Wieviele Produkte sind vorhanden? Wieviele Märkte, Sprachen, Medien etc. möchte ich pflegen? Wieviele Personen arbeiten gemeinsam an den Daten und welche Prozesse sollen zur Qualitätssicherung eingesetzt werden? Wieviel Zeit und Geld möchte ich dafür in die Hand nehmen?

Wichtig finde ich persönlich, dass der Bedarf auch wirklich vorher geklärt wird. Viele PIMs werden aus meiner Erfahrung aus Innensicht-Bedürfnissen ohne Fokus auf den Kunden eingeführt, was oft automatisch zu suboptimalen Ergebnissen führt. In der zunehmen digitalisierten Welt haben aber nachweislich die Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil, die alle Prozesse konsequent auf ihre Kunden ausrichten.

Kahler: Vielen Dank für das Interview.

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