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Bild des Firmengebäudes von N-ERGIE, valantic Case Study N-Ergie

Tarifrechner Strom und Gas für Geschäftskunden

JEE-Anwendung für eine IBM WebSphere Portal-Umgebung

Unsere Aufgabe bestand darin, für die Webseite der N-ERGIE einen Tarifrechner für den Geschäftskundenbereich zu entwickeln. Unternehmen können mit diesem Tarifrechner ihre Strom- und Gaskosten berechnen und direkt eine Bestellung bei N-ERGIE auslösen. Dabei lag die eigentliche Herausforderung darin, die Daten für die Tarifberechnung verfügbar zu machen und dabei Redundanzen im Betriebsablauf zu beseitigen.

Die Ergebnisse auf einen Blick

Verbesserte Stammdatenqualität
Reduzierter Aufwand für Datenerfassung und Pflege
Automatisierte An­ge­bots­er­stel­lung für das ge­samte Bundes­gebiet
Zukunfts- und investi­tions­sicher durch den Um­stieg auf eine Java-basierte Umgebung

Funktionsweise des Tarifrechners

Grafik valantic Case Study N-ergie Tarifrechner

Über die N-ERGIE AG

Die N-ERGIE Aktiengesellschaft, Nürnberg, ist ein regionaler Energieversorger mit rund 2.200 Beschäftigten. Mit Strom, Erdgas, Wasser, Fernwärme und Energie-Dienstleistungen setzen die Nürnberger jährlich rund 2,6 Mrd. EUR um. Die N-ERGIE zählt zu den Top Ten des deutschen Strommarkts. Ihre Netzregion erstreckt sich über große Teile Mittelfrankens sowie angrenzende Gebiete. Alleine das Stromnetz umfasst rund 27.000 Kilometer.

Aufgabe und Hintergrund

Die Projektbeauftragung und -betreuung wurde von der itecPlus GmbH übernommen. Das 100-prozentige Tochterunternehmen der N-ERGIE kümmert sich um Planung, Bereitstellung und Betrieb von Informations- und Telekommunikationssystemen. Somit war die itecPlus unser erster Ansprechpartner. Von Seiten der N-ERGIE waren noch die Fachabteilung Energievertrieb Geschäftskunden und die Unternehmenskommunikation beteiligt. Von unserer Seite waren neben dem Projektleiter noch Software-Architekten und -Entwickler im Team.

Die Aufgabe bestand darin, für die Webseite der N-ERGIE einen Tarifrechner für den Geschäftskundenbereich zu entwickeln. Unternehmen können mit diesem Tarifrechner ihre Strom- und Gaskosten berechnen und direkt eine Bestellung bei N-ERGIE auslösen.

Dabei lag die eigentliche Herausforderung des Projekts darin, die Daten für die Tarifberechnung verfügbar zu machen und dabei Redundanzen im Betriebsablauf zu beseitigen.

Unkomplizierter und mit reduziertem Pflegeaufwand

Der bisherige Tarifrechner der N-ERGIE erforderte einen recht hohen Pflegeaufwand. Daten wurden an mehreren Stellen erfasst, der Zugriff auf die Daten erfolgte durch die IT-Abteilung, und der Datenaustausch zwischen den beteiligten Abteilungen geschah teilweise manuell. Der neue Tarifrechner sollte anwenderfreundlicher werden und die Prozesse unkomplizierter und weniger fehleranfällig machen.

Neben diesen organisatorischen Gründen für die Erneuerung des Tarifrechners gab es auch Gründe technischer Natur: Um weiterhin zukunftssicher zubleiben, stellt die N-ERGIE ihre Infrastruktur von PHP auf Java um. Als Anwendungsplattform kommt bereits IBM WebSphere zum Einsatz. Darauf werden das Intranetportal für die internen Anwendungen und der öffentliche Internetauftritt betrieben. Der neue Tarifrechner ist also auch eine Reimplementierung und Integration in die neue Portal-Umgebung.

Webservices für eine hausnummerngenaue Datenbereitstellung

Wie in abteilungsübergreifenden Projekten üblich, gab es verschiedene Stakeholder mit unterschiedlichen Erwartungen. Im Rahmen eines Anforderungsworkshops konnten wir gemeinsam konkrete Ziele definieren:

  • Einfache und logische Bedienung für den N-ERGIE Geschäftskunden
  • Automatisierte hausnummerngenaue Ermittlung der Preisbestandteile bei bundesweiter Angebotslegung
  • Korrekte Berechnung und Aufschlüsselung der Gesamtkosten
  • Verwendung der NetKalk Datenbank zur Ermittlung der Netznutzungsentgelte
  • Zentralisierte Adressvalidierung
  • Visuelle und technische Integration in die bestehende Portallösung
  • Verschlankung des Layouts
  • Einbindung des Webanalysetools mit Unterscheidung der Kalkulationsschritte
  • Stammdatenpflege direkt durch das Produktmanagement
  • Verringerung des Pflegeaufwands
  • Einheitliche Datenbasis für den Online-Tarifrechner und den Produktvergleichsrechner
  • Wiederverwendbarkeit der Anwendungsmodule

Bei der Datenbereitstellung für die eigentliche Tarifberechnung gab es zwei besondere Dinge zu beachten. Die N-ERGIE bietet bundesweit Strom und Gas an, ist jedoch nur im nordbayerischen Raum Netzbetreiber. Um Strom oder Gas außerhalb des eigenen Netzgebietes anbieten zu können, müssen sogenannte Netznutzungsentgelte an die jeweiligen Netzbetreiber gezahlt werden. Jeder Netzbetreiber erhebt seine eigenen, von der Bundesnetzagentur genehmigten, Entgelte. Diese müssen bei der individuellen Tarifberechnung berücksichtigt werden. Die dazu benötigten Informationen liegen in einer externen Datenbank Namens „NetKalk“. Es galt also anhand der Adresse des Kunden zu ermitteln, wer der Netzbetreiber für diese Adresse ist und wie hoch das jeweilige Netznutzungsentgelt ausfällt. Daraus ergabt sich die zweite Besonderheit: Damit ein Abgleich mit der NetKalk-Datenbank möglich ist, muss das eingegebene Adressformat auch dem der Daten in der Datenbank entsprechen. Um unnötige und frustrierende Mehrfacheingaben zu vermeiden, wird die eingegebene Adresse durch den Abgleich mit den Postleitdaten der Deutschen Post validiert.

Auch bei der Bereitstellung der Daten für die eigentliche Kalkulation gab es besondere Anforderungen zu berücksichtigen. Strom- und Gaspreise setzten sich aus vielen verschiedenen Komponenten zusammen. Diese müssen alle erfasst und gepflegt werden.

  • Werte für die eigentliche Kalkulation wie: Grundpreise, Energiepreise für verschiedene Auslastungen, Steuern, Umlagen, Entgelte, Gebühren und Gültigkeitszeiträume
  • Tariflisten: Tarifname und -beschreibung, Mindest- und Maximalverbrauchswerte und BezugsvoraussetzungenEinleitungstexte
  • Zusatzinformationen, beispielsweise Fußnoten

Zentrale Verwaltung der Stammdaten

Ein Wunsch der N-ERGIE war eine zentrale Datenverwaltung. Um diese zu realisieren haben wir eine Portlet-Anwendung geschrieben, die auf dem internen WebSphere Portal-Server läuft und somit über das Intranet gepflegt werden kann. Dort können die Mitarbeiter des Bereichs Geschäftskunden diese sogenannten Stammdaten zentral verwalten.

Um die Daten für die Ermittlung der Netznutzungsentgelte und die Adressvalidierung zur Verfügung zustellen, wurden der Initialbestand der NetKalk-Datenbank und die Postleitdaten per Kommandozeile importiert. Mit den dafür entwickelten Tools können die Datensätze jeder Zeit aktualisiert werden, wenn die Betreiber der Datenbanken ihren Datenbestand anpassen.

Die Anwendungen, in denen die Ermittlung der Netznutzungsentgelte und die Adressvalidierung erfolgt, sind als Webservices umgesetzt und als Standard JEE-Anwendungen entwickelt. Das hat den Vorteil, dass auch andere Anwendungen der N-ERGIE auf diese Werkzeuge zugreifen können und eine überflüssige Neuentwicklung in einem anderen Projekt entfällt. Damit sind wir dem Wunsch der N-ERGIE nach Wiederverwendbarkeit der Entwicklungen nachgekommen. Per SOAP Webservices greift der Tarifrechner nun auf diese beiden Anwendungen zu. Die Stammdaten sind Teil des Tarifrechners und werden über eine direkte Serviceschicht per Datenbankzugriff ausgelesen.

Nachdem wir diese Daten zusammen in den Tarifrechner gebracht haben, wurden abschließend die Algorithmen für die Preiskalkulation programmatisch umgesetzt.

Am 1. Oktober 2014 ging der Tarifrechner für Geschäftskunden termin- und budgetgetreu in Betrieb.

Verbesserte Prozesse und beschleunigte Angebotserstellung

Ziel unserer Arbeit war es, eine hochwertige Software zu entwickeln, welche die Prozesse unseres Kunden verbessert. Deswegen stehen wir Änderungen im laufenden Prozess grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. In dem Projekt mit der N-ERGIE sind wir mit dieser Situation so umgegangen, dass wir einige Änderungen direkt unbürokratisch umgesetzt haben und wenige weitere Änderungen im Rahmen eines Change Requests umsetzen konnten.

Die Mitarbeiter der N-ERGIE haben ein Tool an die Hand bekommen, mit dem sie abteilungsübergreifend unkompliziert und schnell die richtigen Preise für Angebote und Rechnungen ermitteln können. Es muss nur noch eine Anwendung aufgerufen werden. Die benötigten Daten werden in einer WebSphere Portal-Applikation zentral im Intranet verwaltet. Die Ergebnisse des Tarifrechners dienen für den Bereich Geschäftskunden als „Single Point of Truth“.

Uns gefällt das Ergebnis. Was aber das Wichtigste ist, der Kunde ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden – und mit uns auch. Das Projekt lief einfach rund, die Stimmung im Team war spitze und die Projektleiter auf beiden Seiten haben ein unglaublich produktives Team gebildet.

Eingesetzte Technologien

EE 6 | Portlet API 2.0 | Java WS 1.3 | JPA 2.0 | JSF 2.0 | Portlet Specification 2.0 (JSR 286) | Dojo Toolkit

Vorhandene Infrastruktur

IBM WebSphere Portal Server Version 8 | IBM WebSphere Application Server 8 | IBM DB2 Version 9 | AIX 6.1

Ihr Ansprechpartner

Bild von Philipp Königs, Geschäftsführer von valantic IBS

Philipp Königs

Geschäftsführer valantic IBS