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Digitale Wertschöpfung im Wandel: Plattformen, Customer Journey & Agentic Commerce

valantic Austria Mitarbeiterin, die in der Web-Programmierung arbeitet.

Wie AI digitale Entscheidungsprozesse verändert

Die digitale Customer Journey folgte lange einer vertrauten Logik: Aufmerksamkeit entstand über Suchmaschinen, Plattformen, Kampagnen oder Content. Danach kamen Orientierung, Vergleich, Entscheidung und schließlich die Conversion. Unternehmen konnten diese Stationen gezielt bespielen und optimieren.

Mit AI verändert sich dieses Modell. Informationen werden nicht mehr nur gesucht, sondern zunehmend vorausgewählt und in neue Kontexte eingebettet. Das hat Folgen für die gesamte Journey: Entscheidungen beginnen oft früher und entstehen nicht mehr nur im direkten Kontakt mit einer Marke oder Plattform.

Für Unternehmen ist das ein grundlegender Wandel. Denn: Sichtbarkeit entsteht nicht mehr nur dort, wo Menschen aktiv suchen oder vergleichen. Sie entsteht zunehmend auch in Systemen, die Informationen interpretieren, priorisieren und weiterverarbeiten. Das verändert die digitale Wertschöpfung entlang der gesamten Customer Journey.

Warum Plattformen ihre Rolle neu definieren müssen

Bisher waren Plattformen vor allem Reichweitenmotor, Orientierungspunkt und Transaktionsfläche. Künftig reicht das nicht mehr aus. Denn je stärker Informationen bereits vor dem eigentlichen Plattformkontakt bewertet und eingeordnet werden, desto weniger sind Plattformen als erster Kontaktpunkt selbstverständlich. Nutzer*innen kommen später, gezielter und mit einer klareren Erwartung in die Journey.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Plattformen an Bedeutung verlieren. Im Gegenteil: Ihre Rolle wird anspruchsvoller. Entscheidend ist künftig, welchen konkreten Mehrwert sie innerhalb digitaler Entscheidungsprozesse liefern.

Wie sich die Customer Journey konkret verändert

AI beeinflusst nicht nur einzelne Touchpoints, sondern die Logik der gesamten Journey. Besonders deutlich zeigt sich das an drei Entwicklungen.

  1. Orientierung verlagert sich nach vorne.
    Nutzer*innen treffen erste Vorentscheidungen immer häufiger auf Basis einer automatisierten Vorauswahl. Dadurch wird das Zeitfenster kleiner, in dem Marken aktiv wahrgenommen und emotional aufgeladen werden können.
  2. Die Journey wird weniger linear.
    Menschen bewegen sich nicht mehr Schritt für Schritt durch einen festen Funnel. Sie wechseln zwischen Suchergebnissen, Plattformen, Empfehlungen, Produktdaten, Bewertungen und AI-basierten Assistenten. Diese Signale wirken nicht nacheinander, sondern parallel.
  3. Der Anteil automatisierter Entscheidungen steigt.
    Nicht jede Entscheidung wird noch vollständig manuell vorbereitet. Systeme unterstützen zunehmend bei Auswahl, Priorisierung und den nächsten Schritten – Stichwort: Agentic Commerce.

Was Agentic Commerce verändert

Bei Agentic Commerce stellen Systeme nicht mehr nur Informationen bereit, sondern wirken aktiv an Auswahl- und Entscheidungsprozessen mit. Damit übernehmen sie zunehmend Aufgaben, die bisher von Menschen selbst gesteuert wurden. Dazu gehört zum Beispiel, Optionen zu vergleichen, Präferenzen zu berücksichtigen oder in bestimmten Fällen sogar Transaktionen anzustoßen.

Für Unternehmen verändert das die Spielregeln. Denn wenn Systeme mitentscheiden, reicht es nicht mehr aus, nur für Menschen sichtbar und überzeugend zu sein. Informationen müssen auch so aufbereitet sein, dass sie von AI-gestützten Prozessen eindeutig erfasst, eingeordnet und bevorzugt weiterverarbeitet werden können.

Ein einfaches Beispiel: Wenn mehrere Angebote ähnliche Leistungen versprechen, aber nur eines davon klar strukturierte Daten zu Preis, Verfügbarkeit, Eigenschaften und Einsatzbereich liefert, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass genau dieses Angebot in einem automatisierten Auswahlprozess bevorzugt wird.

Was in einer automatisierten Journey entscheidend wird

Wenn AI immer früher in die Customer Journey eingreift, verändern sich auch die Kriterien, nach denen Angebote relevant werden. Systeme brauchen eindeutige Merkmale und Signale, die Vertrauen schaffen.

Wichtiger werden deshalb vor allem:

  • Vergleichbarkeit: Angebote müssen so beschrieben sein, dass sie sich klar von anderen unterscheiden lassen.
  • Entscheidungsrelevanz: Informationen sollten genau die Merkmale enthalten, die in Auswahlprozessen den Ausschlag geben.
  • Priorisierbarkeit: Systeme müssen erkennen können, für wen ein Angebot unter welchen Bedingungen relevant ist.
  • Transaktionsfähigkeit: Verfügbarkeiten, Preise, Bedingungen und Prozesse sollten so aufbereitet sein, dass daraus konkrete nächste Schritte entstehen können.
  • Verlässlichkeit: Unklare, lückenhafte oder widersprüchliche Informationen werden schneller aussortiert.
  • Plattformtauglichkeit: Inhalte und Angebotsdaten müssen sich in unterschiedliche Plattform- und Systemlogiken einfügen können.

Für Unternehmen bedeutet das: Sie müssen ihre digitalen Angebote so bereitstellen, dass daraus Auswahl, Bewertung und Handlung entstehen können.

Diese Bereiche sollten Unternehmen jetzt im Blick haben

Die Veränderung der Customer Journey betrifft nicht nur das Thema Content. Sie wirkt sich auch auf Strategie, Daten, Plattformlogik und operative Prozesse aus. Um in AI-geprägten Entscheidungsumgebungen relevant zu bleiben, sollten Unternehmen vor allem diese Handlungsfelder prüfen:

  • Produkt- und Leistungsdaten: Sind Angebote so beschrieben, dass auch Drittsysteme sie eindeutig interpretieren können?
  • Content-Struktur und Semantik: Sind Informationen nur lesbar oder auch maschinell gut verwertbar?
  • Plattform- und Systemintegration: Können Informationen in unterschiedlichen Plattformen, Suchkontexten und Commerce-Umgebungen sauber genutzt werden?
  • Vertrauenssignale: Sind Bewertungen, Verfügbarkeiten, Serviceinformationen, Lieferbedingungen oder Qualitätsmerkmale so vorhanden und aufbereitet, dass sie in digitalen Auswahlprozessen Vertrauen schaffen?
  • Operative Aktualität: Sind Informationen über alle relevanten Kanäle hinweg aktuell, konsistent und verlässlich gepflegt?

Welche Risiken entstehen, wenn diese Grundlagen fehlen

Fest steht: Unternehmen konkurrieren künftig nicht mehr nur um Aufmerksamkeit. Wenn Daten, Inhalte und Systeme nicht auf neue digitale Entscheidungslogiken ausgerichtet sind, entstehen dadurch spürbare Nachteile:

  • geringere Sichtbarkeit in AI-vermittelten Kontexten
  • weniger Einfluss auf frühe Phasen der Entscheidung
  • schlechtere Vergleichbarkeit gegenüber strukturierten Wettbewerbsangeboten
  • Reibungsverluste in Plattform- und Commerce-Prozessen
  • sinkende Relevanz in automatisierten Auswahl- und Transaktionslogiken
Foto von einer jungen Frau, die an ihrem Notebook arbeitet, Customer Experience.

Jetzt die Grundlage schaffen

Je stärker AI die Customer Journey verändert, desto wichtiger ist es für Unternehmen, ihre Rolle neu zu betrachten. Wir helfen Ihnen dabei, Ihr Angebot so aufzustellen, dass Sie auch in veränderten digitalen Entscheidungsprozessen sichtbar und relevant bleiben. 

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