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Consulting IT-Sicherheit

Investitionsschwerpunkte 2024 bis 2025: Cybersecurity, Cloud und Prozesseffizienz

Die meisten Unternehmen in Deutschland setzen auf eine Cloud-too- oder eine Cloud-first-Strategie. Stark im Fokus: IT-Sicherheit und Prozesseffizienz/-automatisierung.

11. Oktober 2023

3 Min. Lesezeit

Bild von Euro-Geldscheinen

Die Relevanz der Cloud nimmt zu. Sie ist die Grundlage für viele Geschäftsmodelle, unter anderem weil Cloud-Provider (vor allem die Hyperscaler) innovative Werkzeuge für Softwareentwickler zur Verfügung stellen und Skalierung und Hochverfügbarkeit im Betrieb digitalisierter Prozesse ermöglichen. Die intensive Nutzung der Cloud ist daher ein wichtiger Schritt zur Steigerung der Innovationsfähigkeit.

Infolgedessen ist die Cloud-Transformation eines der Schwerpunktthemen für Unternehmen in den nächsten Jahren: 59 Prozent der von Lünendonk Befragten gaben an, 2023 und 2024 stark in die Cloud-Transformation investieren zu wollen (Quellen am Artikelende). Die Marktforscher von Gartner gehen davon aus, dass die weltweiten Cloud-Ausgaben von rund 491 Milliarden Dollar im Jahr 2022 auf fast 600 Milliarden Dollar im Jahr 2023 steigen – ein Plus von etwa 22 Prozent. Auch für 2024 wird mit einer ähnlichen Ausgabensteigerung gerechnet. Noch stärker im Fokus stehen die Themen Cyber Security, Prozesseffizienzen/-automatisierung und die IT-Modernisierung.

Investitionsstrategien für 2023 bis 2024 nach Lünendonk

Auf dem Weg zu ihrer Cloud-Transformation verfolgen die meisten der befragten Unternehmen (48 %) eine Cloud-too-Strategie, bei der die Cloud vereinzelt genutzt und mit bestehenden „On premise“-Systemen kombiniert wird. So können regulatorische Anforderungen gegen eine vollständige Verlagerung in die (Public) Cloud sprechen oder diese sogar verbieten. Ein weiterer Aspekt ist, dass in sehr vielen Unternehmen historisch gewachsene Kernanwendungen betrieben werden, die nur unter enorm hohem Aufwand zu einer Cloud-Architektur umgebaut werden können.

38 Prozent der Unternehmen verfolgen dagegen eine Cloud-first-Strategie, das heißt, sie bevorzugen zwar grundsätzlich Cloud-Lösungen, jedoch nutzen sie für bestimmte Anwendungsfälle weiterhin „On premise“-Lösungen. Vor allem neu entwickelte Anwendungen werden häufig Cloud-native entwickelt und betrieben, aber auch bestehende Applikationen schrittweise zu einer Cloud-Architektur umgebaut.

Eine Cloud-only-Strategie, bei der ausschließlich Cloud-Services genutzt werden, kommt nur bei 10 Prozent der befragten Unternehmen zum Einsatz. Diese Strategie wird vor allem von Neugründungen oder Start-ups bevorzugt, die keine Legacy-IT und gewachsene Strukturen aufweisen, wogegen bei etablierten Unternehmen eine vollständige Verlagerung von „on premise“ in die Cloud aufgrund der Komplexität und der Anforderungen an den IT-Betrieb während des laufenden operativen Geschäfts nur sehr schwer realisierbar ist.

Kernanwendungen, also Programme, die das Kerngeschäft abbilden, sind für die Unternehmenssteuerung besonders wichtig und kritisch und wurden aufgrund ihrer operativen Relevanz in der Vergangenheit eher selten in die Cloud ausgelagert respektive Cloud-native umgebaut. Allerdings führen die veränderten Anforderungen an den IT-Betrieb und die Unterstützung kritischer Geschäftsprozesse immer häufiger dazu, dass Unternehmen sich der Modernisierung ihrer Kernanwendungen widmen. So gibt es beispielsweise einige ERP-SaaS-Anbieter am Markt, die wichtige Geschäftsprozesse wie Finanz- oder Vertriebsprozesse in der Cloud abbilden.

Auch SAP bietet zur neuesten Produktgeneration S/4HANA eine Cloud-Variante an und auch Softwarekonzerne wie Salesforce, Workday, Oracle oder Microsoft setzen mit ihren betrieblichen Anwendungen konsequent auf Cloud-Angebote. Dieser Trend spiegelt sich auch in den Planungen der befragten Unternehmen wider. 37 Prozent der Studienteilnehmer geben an, bereits Kernanwendungen in der Cloud laufen zu lassen. Weitere 27 Prozent planen dies – vor allem Unternehmen aus der Handels- und der Energiebranche. 36 Prozent gehen hingegen davon aus, dass auch in Zukunft keine Kernanwendungen aus der Cloud betrieben werden.

(Quellen: Lünendonk-Studien 2023: Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland und IT-Strategien und Cloud-Sourcing im Zuge der digitalen Transformation.)