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Industrie 4.0 & IoT

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Lieferkettenoptimierung

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Die Neuaufstellung weltweiter Lieferketten nach der Corona-Krise

Ohne robuste und nachhaltig organisierte Lieferketten kann kein produzierendes Unternehmen seinen Geschäftsbetrieb aufrechterhalten. Wie reagieren CIOs auf die kommenden Herausforderungen in diesem Bereich?

Bild eines Automotive Ingenieurs, der mithilfe einer VR-Brille an einem Auto arbeitet, Trend in der Automotive-Industrie: Industrie 4.0, KI Automotive

Interview

„ Industrie-4.0-Lösungen verzahnen die Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik.“

Porträt von Martin Hofer, Geschäftsführer bei valantic Supply Chain Excellence

Martin Hofer, Partner und Geschäftsführer der valantic Supply Chain Excellence

Digital.Now: Wie wichtig ist das Thema Industrie 4.0 aktuell?

Martin Hofer: Seit über zehn Jahren wird das Thema Industrie 4.0 (beziehungsweise Industrial Internet of Things) von IT-Organisationen, Verbänden und auch der Bundesregierung in den Fokus gerückt. Mittlerweile zeigen Unternehmen aus vielen Branchen Interesse am Thema und beschäftigen sich mit IoT und Industrie 4.0.

Das Internet der Dinge macht ja die Generierung und Verwaltung großer Mengen von Fertigungsdaten über komplette Produktionsstandorte oder ganze Supply Chains hinweg erst so richtig möglich. Das wird die Fertigung verändern und ist ein wichtiger Baustein für Industrie 4.0. Schließlich war ja der Anspruch, den das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI) seinerzeit formulierte: „Wenn sich Menschen, Maschinen und industrielle Prozesse intelligent vernetzen, dann sprechen wir von Industrie 4.0.“ Sicher gibt es hierfür schon gute Beispiele, aber es gibt auch noch vieles zu tun, um dieser Vision näher zu kommen. Zudem hat sich das Feld nochmal deutlich erweitert: Heute sprechen wir nicht nur von „smart factory“, sondern von „connected Plant“ oder „connected Supply Chain“.

Über dieses Thema

IoT – Basis für Industrie 4.0

Die Initiative Industrie 4.0, in der sich zahlreiche Industrieunternehmen, Forschungseinrichtungen, Verbände und die Bundesregierung organisiert haben, besteht seit 2016. Einzigartig ist, dass es sich bei den Beteiligten um Vertreter von Unternehmen, Organisationen und Institutionen handelt, die im Alltag oft in Wettbewerb zueinander stehen. Das Zusammenwirken der drei Industrieverbände Bitkom, VDMA und ZVEI war bislang die erste derart gemeinsam begründete Aktivität.

Was steckt hinter der Idee von Industrie 4.0? Dank intelligenter Vernetzung von Sensordaten im Internet of Things (IoT) mit Analysemodellen in Echtzeit sollen Unternehmen im laufenden Betrieb schneller reagieren, die Qualität ihrer Prozesse sichern, Logistik und Lieferketten anpassen und neue Geschäftsmodelle entwickeln können. Unternehmen, die die Digitale Transformation mit IoT und Industrie 4.0 wagen, erzielen – so das Versprechen – Effizienzsteigerungen und reduzieren gleichzeitig ihre Kosten.

Zur Umsetzung von Industrie 4.0 ist u.a. ein Industrial Internet of Things (IIoT) erforderlich, weil durch den Einsatz von Sensoren und durch die Vernetzung von Fertigungs- und Produktionsprozessen und der gleichzeitigen Einbindung des Faktors „Mensch“ Produktivitäts- und Optimierungspotenziale gehoben werden können. Menschliche und künstliche Intelligenz können im Idealfall eine strategische Mensch-Maschine-Partnerschaft bilden, die die Effizienz der Produktion auf eine neue Stufe hebt.

IIoT sowie Technologien wie Business Intelligence und Business Analytics ermöglichen es, große Mengen an Daten mittels Sensoren zu sammeln, auszutauschen und diese gezielt und schnell zu analysieren. Industrie 4.0 bricht mit den eher statischen Strukturen der klassischen Lieferkette.

IIoT stellt neue Technologien wie Sensoren, Aktuatoren, Minikameras und andere digitale Komponenten bereit, die im laufenden Betrieb Daten erzeugen, sammeln und analysieren. IoT sorgt dafür, dass nicht nur das einzelne Produkt auf diese Weise zum Datenlieferant wird, sondern dass Produkte nahezu grenzenlos miteinander und mit den Menschen über ihre Daten kommunizieren. Die Vision: Das gesamte Unternehmen wird zu einer Art lebendem Organismus, der sich flexibel neuen Herausforderungen anpasst.

In der Digital.Now Magazin-Rubrik „Industrie 4.0 & IoT“ berichten wir über die  Vernetzung von Unternehmensprozessen, Robotics, smarte Produktionsstraßen, vorausschauende Wartung, intelligentere Qualitätskontrollen und automatisierte Fertigungstechniken. All das, was Industrieunternehmen brauchen, um auch in Zukunft auf den Märkten erfolgreich zu sein.

Facts.now

1,25 Bio. €

Bruttowertschöpfung durch Industrie 4.0 und IoT

Die Transformation mit Industrie 4.0 und IoT werden bis 2025 in Europa zu einer Bruttowertschöpfung von 1,25 Billionen Euro führen.

Glossar

Was ist Industrial Internet of Things (IIoT)?

IIoT hat im Unterschied zum Internet of Things (IoT) nicht den Consumer-Bereich, den Endanwender, im Blick. Beim IIoT geht es um die Konnektivität von Geräten und Produktionsmaschinen in der Industrie. Im Fokus: Die Anwendung des Internets der Dinge im produzierenden und industriellen Umfeld, die automatisierte Steuerung von Produktionsprozessen in Echtzeit, digitale Feedback-Loops und eine bereits in den Fertigungsprozess integrierte Qualitätskontrolle.