Acht von zehn Deutschen wünschen sich Katastrophen-Warnungen auf’s Handy

Die verheerenden Hochwasser des Sommers haben die Bevölkerung sensibilisiert. 83 Prozent wünschen sich, in Katastrophenfällen per Kurznachricht auf Handy oder Smartphone gewarnt zu werden. Zu diesem Ergebnis kam eine Umfrage von Bitkom Research.

16. August 2021

Bild von einem Handy, Benachrichtigungen aufs Handy

Hochwasser im Sommer: Große Mehrheit sieht Defizite bei der Digitalisierung des Katastrophenschutzes

Bei dem verheerenden Hochwasser Ende Juli wurden viele Betroffene nicht oder nicht rechtzeitig gewarnt. Eine Folge sei, dass sich eine breite Mehrheit der Bundesbürger*innen – nämlich rund acht von zehn Deutschen (83 Prozent) – wünsche, künftig in solchen Katastrophenfällen per Kurznachricht auf Handy oder Smartphone gewarnt zu werden. Unter denjenigen, die selbst ein Handy oder Smartphone benutzen, wünschten sich eine solche direkte Information sogar 93 Prozent. Zu diesem Ergebnis kam eine aktuelle Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.030 Personen ab 16 Jahren in Deutschland durchgeführt hat.

„Die Cell-Broadcast-Technologie bietet die Möglichkeit, an alle Mobiltelefone an einem bestimmten Ort eine Warn-Nachricht zu versenden. Cell-Broadcast ist eine wichtige und stark nachgefragte digitale Stärkung des Katastrophenschutzes“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Die Bundesregierung sollte schnellstmöglich die erforderlichen Rechtsgrundlagen und technischen Voraussetzungen schaffen, um Cell-Broadcast in Deutschland einzuführen, und in einen Dialog mit den Netzbetreibern und Telekommunikationunternehmen über die Umsetzung eintreten.“

79 Prozent glauben: Bundesregierung hat Digitalisierung verschlafen

Weiter heißt es in der Pressemitteilung von Bitkom: 8 von 10 Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern (79 Prozent) haben Angst, dass in Deutschland künftig häufiger Katastrophen auftreten. Eine sehr breite Mehrheit (90 Prozent) kritisiert zugleich, dass die Bundesregierung die Digitalisierung des Katastrophenschutzes verschlafen habe. 59 Prozent sind der Meinung, dass Deutschland anderen Ländern beim Katastrophenschutz hinterherhinkt. Rund die Hälfte möchte nicht, dass weiterhin den Kommunen die Warnung vor Katastrophen überlassen wird (54 Prozent). 52 Prozent fordern, dass diese Aufgabe künftig von einer bundesweiten Behörde übernommen wird. Und 80 Prozent verlangen ganz konkret, dass die Katastrophen-Warnung per Kurznachricht auf das Handy schnellstmöglich eingeführt wird.