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SCM & Logistik

Exzellente Supply Chain Management- und Logistik-Prozesse sind heute wichtiger denn je!

Ein exzellentes Supply Chain Management und eine reibungslos funktionierende Logistik „just in time“ sind für Unternehmen heute wichtiger denn je. Denn unter den erschwerten Bedingungen von Corona haben sich in vielen Organisationen riesige Defizite gezeigt. Weltweit sind die Lieferketten von Störungen und Unterbrechungen betroffen.

1. November 2021

„Die technischen Möglichkeiten im Bereich Supply Chain Management sind enorm vielfältig geworden und Unternehmen müssen sich sehr intensiv mit diesen Technologien beschäftigen.“

Porträt von Martin Hofer, Geschäftsführer bei valantic Supply Chain Excellence

Auf was Unternehmen beim Supply Chain Management jetzt achten müssen und welche Rolle ein funktionierendes Lieferketten-Management auch für das gesellschaftlich so wichtige Thema Nachhaltigkeit spielt, erklärt uns Martin Hofer, Partner und Geschäftsführer valantic Supply Chain Excellence, im Interview.

Digital.Now: Wie hat sich das Supply Chain Management in den letzten Jahren verändert?

Martin Hofer: Termintreue, niedrige Kosten und Bestände, kurze Durchlaufzeiten – bei den grundlegenden Zielen hat sich im Supply Chain Management wenig geändert. Was sich deutlich weiterentwickelt und teilweise radikal geändert hat, sind die technischen Möglichkeiten, Methoden und Tools. Sie schaffen völlig neue Möglichkeiten und verändern damit die Arbeit der Supply-Chain-Verantwortlichen. Heute laufen die Informationen aus weltweiten Lieferketten in Echtzeit in die Systeme ein. Auch über vorgelagerte Prozesse werden wir informiert, weil Systeme von Kunden, Lieferanten und Logistikpartnern miteinander vernetzt sind. Alle beteiligten Mitarbeiter können überall und jederzeit über den gleichen Informationsstand verfügen und die vorhandenen Software-Lösungen vermögen auch komplexeste Wertschöpfungsketten in all ihren Abhängigkeiten zu simulieren. Der „single point of truth“ ist heute in Echtzeit in einem Unternehmensnetz Realität geworden.

Digital.Now: Und welche Rolle spielt die Corona-Pandemie bei dieser Entwicklung?

Martin Hofer: Die Corona-Pandemie hat die IT-Roadmaps vieler Unternehmen gehörig durcheinandergewirbelt, gleichzeitig aber auch die Digitalisierung in den Firmen deutlich beschleunigt. Dies zeigt etwa eine Studie auf dem Frühjahr 2021. Daraus resultierend investieren deutsche Unternehmen längerfristig in neue Digitalisierungsprojekte, die vorher gar nicht geplant waren. Auffallend ist, dass nahezu alle Technologiethemen durch Corona an Relevanz gewonnen haben. Der Vorher-Nachher-Vergleich zeigt: E-Commerce und die Optimierung der Logistikprozesse, aber auch – auf etwas niedrigerem Niveau – Künstliche Intelligenz, die Blockchain und der in Produkt-Simulationen eingesetzte digitale Zwilling (digital twin) haben markant zugelegt und sind in den Management-Zentralen der Business- und IT-Entscheider deutlich präsenter als vor der Krise. 

Digital.Now: Wie können Unternehmer*innen denn der gestiegenen Anforderung an Koordinierungsaufwand in der weltweiten Supply Chain entgegentreten?

Martin Hofer: Das geht im Grunde genommen nur durch eine zunehmende Digitalisierung aller Lieferketten-Prozesse. So haben wir vor einiger Zeit etwa eine Cloud-basierte Software-Lösung gelaunched, den Connected Chain Manager, der es Anwender*innen erlaubt, beispielsweise beliebig viele Kunden und Lieferanten anzubinden und die Supply Chain zu monitoren. Das komplette Liefernetzwerk lässt sich mit allen relevanten Informationen, wie Beständen, Durchlaufzeiten, Stücklisten, Bedarfen und Kapazitäten visualisieren. Die technischen Möglichkeiten im Bereich Supply Chain Management sind jedenfalls enorm vielfältig geworden und Unternehmen müssen sich sehr intensiv mit diesen Technologien beschäftigen.

Digital.Now: Bereits seit Jahren steht das große Thema Nachhaltigkeit im Fokus von Politik und Unternehmen. Wie können modernes Supply Chain Management und eine effektive Logistik hierzu beitragen?

Martin Hofer: Schon seit Jahren versuchen Unternehmen, Ressourcen effizient einzusetzen, die Recyclingquote zu erhöhen und Müll zu vermeiden. Gerade hier gibt es im Supply Chain Management noch großes Steigerungspotenzial. Der erste wichtige Schritt bei der Transformation zu einem nachhaltigen Unternehmen ist die Schaffung von Transparenz zu Umwelteinwirkungen und Treibhausgas-Emissionen in Form des CO2-Fußabdrucks. Basierend auf den Ergebnissen der Klimabilanz können Stellhebel identifiziert und Maßnahmen zur Ressourceneffizienz und Produktivitätssteigerung abgeleitet werden. Bei der Lösungsfindung stehen alle Nachhaltigkeitsaspekte (ökologisch, ökonomisch und sozial) im Bereich Logistikplanung & Logistik-Services im Fokus.

Digital.Now: Vielen Dank Herr Hofer.