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Existenzgründungen 2021 wieder auf Vor-Corona-Niveau

Die Gründungstätigkeit in Deutschland ist 2021 wieder auf Vor-Corona-Niveau gestiegen und hat den Rückgang des ersten Coronajahres wettgemacht, wie eine Vorabauswertung des KfW-Gründungsmonitors zeigt. Mit 607.000 Existenzgründungen haben sich ca. 70.000 Personen mehr selbstständig gemacht als 2020.

21. April 2022

Bild von einem Mann in einem Büro, der eine Treppe runterläuft, Existenzgründungen erreichen wieder Vor-Corona-Niveau Quelle: Unsplash/Proxyclick

Nach Angaben der deutschen Förderbank KfW zufolge, ist die Zahl der Existenzgründungen 2021 um deutliche 13 Prozent und einen Wert von rund 607.000 gestiegen – damit haben sich laut KfW-Gründungsmonitor 70.000 Menschen mehr selbstständig gemacht als noch im Vorjahr. Insgesamt liege die Zahl der Gründungen somit wieder in etwa bei jenem Niveau, das 2019, also vor dem Ausbruch der Pandemie, ermittelt wurde.

Mehr Voll- und Nebenerwerbsgründungen

Sichtbar wird im Rahmen der Analyse zudem, dass das Wachstum im Bereich der Vollerwerbsgründungen mit 18 Prozent (+35.000 auf 236.000) etwas höher ausfällt als im Bereich der Nebenerwerbsgründungen. Dort liegt das Plus bei 10 Prozent (+35.000 bzw. 10 Prozent auf 371.000). Als Gründungsquote werden 119 Firmengründungen auf je 10.000 Personen in Deutschland in einem Alter zwischen 18 und 64 Jahren angegeben (2020: 104).

Die Corona-Pandemie hatte 2020 massive Auswirkungen auf die Gründungstätigkeit in Deutschland. Es wurden sowohl deutlich weniger Gründungen realisiert als auch viel seltener Gründungen geplant. Weil allerdings viele ihre Pläne coronabedingt nur auf Eis gelegt hatten und im vergangenen Jahr dann doch umgesetzt haben, konnte das Gründungsgeschehen 2021 den Corona-Knick hinter sich lassen. 607.000 Menschen haben den Sprung in die Selbständigkeit gewagt – etwa so viele wie 2019, vor Pandemieausbruch.“

Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW

Seit Ausbruch der Krise werden Gründungen in besonders starkem Maße von Personen mit ausgeprägtem Vertrauen in ihr Gründungsprojekt realisiert. Das belegt der hohe Anteil so genannter Chancengründungen, bei denen also eine Geschäftsgelegenheit wahrgenommen wurde. Dieser legte 2021 gegenüber dem Vorjahr um zwei weitere Prozentpunkte auf 82 % zu. Der Anteil von Notgründungen, also aus Mangel an besseren Erwerbsalternativen, bleibt dagegen sehr gering und liegt mit 15 % auf einem Tiefpunkt. Die starke Inanspruchnahme von Kurzarbeit dürfte dazu beigetragen haben, dass nicht mehr Menschen aus der Not heraus eine selbständige Tätigkeit aufnahmen.

Eine schlechte Nachricht für den von Nachfolgesorgen geplagten Mittelstand ist, dass der weit überwiegende Anteil der Gründer sich mit einem neuen Unternehmen selbständig macht und Gründungen durch eine Unternehmensübernahme nur eine geringe Rolle spielen: Neugründungen kommen 2021 auf den Rekordwert von 85 %. Der Anteil von Sologründungen stieg mit 81 %, knapp über den langjährigen Durchschnitt.

Zum Datenhintergrund: Der KfW-Gründungsmonitor ist eine repräsentative, seit dem Jahr 2000 jährlich durchgeführte, telefonische Bevölkerungsbefragung zum Gründungsgeschehen in Deutschland. Er basiert auf Angaben von 50.000 zufällig ausgewählten, in Deutschland ansässigen Personen. Gründer werden dabei breit erfasst: Ob im Voll- oder Nebenerwerb, ob Freiberufler oder Gewerbetreibender, ob Neugründung oder Übernahme. Der KfW-Gründungsmonitor liefert damit ein umfassendes Bild der Gründungstätigkeit in Deutschland. Detail gibt es unter www.kfw.de/gruendungsmonitor