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SAP Beratung

DSAG Technologietage 2022: die wichtigsten News

Der Weg in die Cloud ist wichtig und richtig. Aber SAP unterstützt die Cloud-Migration noch nicht optimal. Außerdem müssen die Preismodelle flexibler werden.

6. Mai 2022

Michael Kurzidim

Symbolbild DSAG

Der Weg in die Cloud ist wichtig und richtig. Allerdings folgen viele SAP-Kunden dem Aufruf der Walldorfer nur zögerlich. Von den 440.000 Unternehmenskunden weltweit bezieht zurzeit gerade einmal jeder Elfte eine Business-Applikation von SAP aus der Cloud. Was sind die Gründe? Zunächst einmal: Für die meisten Firmen läuft es in der unternehmerischen Praxis auf ein hybrides Szenario hinaus, also auf einen Mix aus On-premises-Anwendungen und Dienstleistungen aus der Cloud, und das unterstützt SAP nach Meinung vieler Kunden wohl noch nicht gut genug.

Sebastian Westphal, Fachvorstand Technologie bei der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG), wirft einen kritischen Blick auf die SAP. „Alles in allem wird die Adaption der Cloud Services in den Unternehmen nur wachsen, wenn sie über hybride Architekturen in die Cloud einsteigen können“, stellte Westphal in seiner Eröffnungskeynote auf den Technologietagen 2022 fest (unten im Tweet). Für Kunden wichtig sei eine zentrale Lösung, mit der sie ihre Altsysteme bei der sukzessiven Migration in die Cloud anbinden könnten, zum Beispiel durch die Erweiterung des API-Business-Hub, ist er überzeugt. Dadurch wäre der Schutz bereits getätigter Investitionen gewährleistet und die Hürden auf dem Weg in die Cloud würden sinken.

Gleiches gilt laut der DSAG für den operativen Betrieb der SAP-Cloud-Services. Ein globales, transparentes Application-Lifecycle-Management (ALM) für die Orchestrierung der hybriden Systemarchitekturen, die bei der Migration in die Cloud zwangsläufig entstehen, würde die Adaption von Cloud-Lösungen weiter verbessern.

Nachholbedarf sieht Westphal auch bei der SAP Analytics Cloud. Die Analytics-Anwendungen müssten auf einer starken Integration von SAP und Non-SAP basieren, in der Cloud und on-premises. Sehr sinnvoll sei außerdem ein adaptiveres Preismodell für mittelständische Unternehmen, sowohl für klassische Nutzerszenarien als auch für Gelegenheitsnutzer. Daran fehlt es bislang.

Millennials pfeifen auf Legacy-Applikationen

Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) arbeitet daran, ihren Mitgliedsunternehmen den Weg in die Cloud zu erleichtern, auch mit Blick auf den aktuellen Fachkräftemangel und die Arbeitsmarktentwicklung in den kommenden Jahren. Die Millennials werden bis 2027 etwa 70 Prozent der Belegschaften in den Unternehmen und der Kunden ausmachen. „Wir müssen lernen, Veränderungen anzunehmen und daran zu wachsen. Die Legacy von gestern ist heute nicht mehr relevant“, rief Christine Grimm, Fachvorständin Transformation bei der DSAG, den Zuhörer*innen ins Gedächtnis (unten im Tweet).

Was sagt der ERP-Weltmarktführer SAP dazu? „Als ich vor drei Jahren und fünf Monaten bei SAP angefangen habe, war Integration das drängendste Thema. Das ist es heute nicht mehr“, betonte Jürgen Müller, CTO bei SAP. Traditionell hält die SAP auf den Events der DSAG eine der Eröffnungskeynotes des ersten Tages. SAP habe in den letzten zwölf Monaten viel Manpower in die Performance der Analytics Cloud gesteckt und Performance-Verbesserungen zwischen 50 und 80 Prozent erzielt. Das hätte Priorität gehabt, in den nächsten 15 Monaten ginge es wieder stärker um die CX-Wünsche der DSAG, sagte Müller fast entschuldigend.

„Wir sind das einzige Unternehmen, das bis 2040 für seine Lösungen ein sicheres Commitment gibt. BW/4Hana wird bis 2040 als On-premises-Lösung garantiert weitergeführt, natürlich auch gehostet und komplett aus der Cloud“, bekräftigte Müller. Zudem plant SAP, weitere Funktionen zu entwickeln, die über den rein hybriden Betrieb von BW/4Hana hinausgehen.

SAP CTO Müller erwähnte neben weiteren Kundenreferenzen das 1579 gegründete Traditionsunternehmen Pfeiffer, heute Weltmarktführer in Seil- und Hebetechnik. „Wir bei SAP bringen alles zusammen, was Unternehmen für eine gelungene Transformation benötigen“, so Müller. Pfeiffer hat mit „Rise with SAP“ und der Transformation auf S/4Hana die Kosten in Vertrieb und Verwaltung um 20 Prozent reduziert, den Kundenservice und den Webshop deutlich verbessert und sich für die Herausforderungen der Zukunft flexibel und sicher aufgestellt.

Die 8 Kernbotschaften der DSAG an SAP

  • Free-Tier für alle Cloud-Services sowie ein On- und Offboarding der Services in wenigen Minuten beschleunigen die Adaption der Cloud
  • Es braucht ein globales, transparentes und universelles Application-Lifecycle-Management für die Orchestrierung alles Systeme und Plattformen
  • Die Analytics-Anwendungen müssen auf einer starken Integration von SAP und Non-SAP basieren, sowohl in der Cloud als auch On-premises
  • Es bedarf eines zunehmend gestützten Komplexitätsmanagements mittels übergreifender Standards – insbesondere zwischen SAP und den Hyperscalern
  • Die Integration von mehrstufigen On-Premises-Systemlandschaften und Cloud-Services inklusive eines übergreifenden Test- und Transportwesens werden den Wechsel in die Cloud weiter beschleunigen
  • Klare Antworten und Lösungen auf Fragen rund um Datenschutz und IT-Security werden dringend benötigt
  • Security by Design & Default für alle SAP-Produkte über die gesamte Laufzeit müssen unter dem Eindruck der Sicherheitsvorfälle der letzten Monate Standard sein
  • Das Security Dashboard muss dringend umgesetzt werden.

Verfasst von

Autorenporträt von Michael Kurzidim, Content Marketing Manager bei valantic

Michael Kurzidim

Online-Redakteur / Content Creation Manager, valantic