Translation Management für InDesign-basierte Dokumente

Adscape - a valantic company Product Information Management (PIM)
Marco Kahler
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EXPERT_TALK mit Herrn Swen Wittig, LOTS OF DOTS

Heute dürfen wir Herrn Wittig begrüßen. Herr Wittig ist Mitglied im Vorstand der LOTS OF DOTS MediaGroup. AG und steht uns zum Interview zur Verfügung.

Porträt von  Swen Wittig, Mitglied im Vorstand der LOTS OF DOTS MediaGroup. AG
Swen Wittig, geboren 1963 in Butzbach/Hessen, Ausbildung zum Schriftsetzer mit späterer Weiterbildung zum staatlich geprüften Drucktechniker. Vom Winkelhaken bis Web2Print alle Entwicklungsstufen der grafischen Industrie bisher erlebt. Bis 1990 in verschiedenen Druckereien tätig, von der Leitung Druckformherstellung bis zur Produktionssteuerung. Danach erste Vertriebsstation bei Misomex anschließend bei Dr. Wirth im Vertrieb Repro. 1996 Gründung der Blum + Wittig Digitale Produkte Vertriebsgesellschaft mbH mit der Idee eines gesamten digitalen Workflows in der Druckindustrie: von der Digitalfotografie bis zum Digitaldruck. 1998 Gründung der Cancom Niederlassung Frankfurt. 2005 Einstieg bei der LOTS OF DOTS MediaGroup. AG. Verantwortlich für den Vertrieb und Start der Entwicklung des Language Guide Systems.

Kahler: Herr Wittig, Sie sind Vorstand der Lots of Dots MediaGroup AG. Ich leite daher ab, das Translation Management Ihr Kernthema ist. Nun gibt es neben Translation Memory Systemen (TMS) und diversen CAT-Anbietern auch Linguistik- und Terminologie Lösungen. Wie positionieren Sie hier Ihre „Language Guide System“?

Wittig: Wir haben mit der Entwicklung unseres Language Guide System 2005 begonnen und es von Beginn an als Ergänzung zu den bestehenden TMS und CAT-Tools konzipiert. Das LGS ist das perfekte Tool zur Internationalisierung InDesign-basierter Dokumente. In den TMS und CAT-Tools fehlt dem Anwender jedwede Verbindung zum Layout, die Usability der Systeme ist „gewöhnungsbedürftig“ und in der Regel für einen Produktmanager oder Marketingverantwortlichen nicht ohne Schulung bedienbar. Im LGS fühlt sich der Anwender sofort zuhause, auch ohne Schulung. Firmeneigene Terminologien und Wordings werden selbstverständlich unterstützt.

Kahler: Aus unserer Erfahrung ist das Übersetzungsmanagement immer ein Zusammenspiel aus der Datenbasis wie z.B. einem Produkt Information Management (PIM) oder einem Redaktionssystem und natürlich einem TMS. Ein Problem lokalisieren wir oft im kontextbezogenen Übersetzungsprozess. Warum bieten Ihrer Meinung nach die bestehenden Softwarehersteller keine Werkzeuge für diese Anforderung?

Wittig: Wenn man von Softwareherstellern spricht, muss man in unserem Arbeitsumfeld grob unterscheiden zwischen denen die Translation Memory Systeme (TMS) entwickeln und denen die für verschiedenen Publikationskanäle (PIM, Redaktionssysteme, Technische Dokumentation) verantwortlich sind. Bei den verschiedenen Publikationen sollte man zwischen Print, Online und darüber hinaus zwischen Layout gebundenen und Layout unabhängigen Publikationen unterscheiden. Allein an dieser groben Strukturierung erkennt man die Vielzahl der Publikationsmöglichkeiten. Dies macht Softwarehersteller die Entscheidung schwer, auf welchem Kanal der Fokus liegen sollte. Diese Situation ermöglicht es allerdings Unternehmen wie uns Nischen zu besetzen und einen eigenen Markt zu entwickeln. In unserem Fall ist das die Internationalisierung von InDesign-Dokumenten.

Kahler: Wir haben schon über TMS (Translation Memory Systeme) gesprochen. Wir nehmen in unseren PIM Projekten immer mehr wahr, dass Kunden nach Übersetzungslösungen wie DeepL oder AWS nachfragen und sich so erhoffen ein TMS zu sparen oder den Übersetzungsprozess zu vereinfachen. Wie bewerten Sie diese Forderung und die „neuen“ Technologien und welche Rolle spielt das für Ihr Language Guide System?

Wittig: Gerade mit DeepL ist ein Unternehmen am Markt, das meiner Einschätzung nach, aktuell eine hohe Akzeptanz auf Kundenseite erfährt. Wir prüfen ebenfalls, wie hoch der Aufwand einer DeepL-Integrations wäre. Für die wichtigsten Kernsprachen wäre eine automatisierte Vorübersetzung per DeepL direkt im LGS eine gute Lösung. Wir erleben es sehr häufig, dass gelieferte Übersetzungen von den Länderniederlassungen unserer Kunden komplett „überarbeitet“ werden, auch wenn die Übersetzung vom Stammübersetzer geliefert wurde. Inwieweit hier eine DeepL-Übersetzung ausreichend sein könnte, gilt es zu evaluieren.

Kahler: Wie sehen Sie die Entwicklung in der Zukunft? Welche Technologien oder Themen werden sich im Bereich des Translation Management noch fokussieren und wie reagiert die Lots of Dots MediaGroup darauf?

Wittig: Wir sind mit unserer Lösung natürlich sehr stark auf den Printbereich fokussiert und versuchen hier auch Weiterentwicklungen voranzutreiben. Ein Thema das uns ständig beschäftigt, ist die Anbindung von PIM-Systemen. Hier sehen wir einen interessanten Ansatz Translation Management bei automatisierten, layoutgestützten Medien zu unterstützen. Des Weiteren ist es interessant in welch guter Qualität Übersetzungen zum Beispiel von DeepL bereits kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Unterstützt dadurch wird der Bedarf an Mehrsprachigkeit sicher weiter steigen. Dies bietet uns die Chance unsere Dienstleistung weiter zu etablieren und zukünftig die Chance auch in anderen Bereichen der Kommunikation (Office- oder Web-Anwendungen) einzusteigen. Allerdings werden wir das nicht aus eigener Kraft leisten können, sondern wären auf Partnerschaften angewiesen. Was wir immer wieder hören ist, dass die aktuellen Funktionen sowie die Usability unseres LGS, in vielen Anwendungsfällen anderer Lösungen gewünscht werden.

Kahler: Was meinen Sie mit „anderen Bereichen der Kommunikation“? Bedeutet das, dass Sie mit Hilfe von z.B. PlugIn Techniken die Funktionen des LGS auch anderen Applikationen wie z.B. PowerPoint oder Word zur Verfügung stellen können?

Wittig: Mit anderen Bereichen der Kommunikation meine ich, dass wir nicht nur auf Basis eines InDesign-Dokuments mit InDesign-Server-Technologie arbeiten, sondern zukünftig auch MS-Office-Anwendungen unterstützen oder mit verschiedenen CMS zusammenarbeiten könnten. Wie schon erwähnt sehen wir ein großes Potenzial in der Anbindung von PIM-System.

Kahler: Vielen Dank für das Interview.

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