SAP Data Warehouse Cloud:
Die Vision für 2022

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Sebastian Winter
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Die SAP Data Warehouse Cloud ist das strategische Cloud-Data-Warehousing Tool der SAP. Mit ihr erweitert die SAP ihr Cloud-Portfolio, die SAP Business Technology Platform. Sie wurde erstmals auf der SAPPHIRE 2019 in Orlando vorgestellt und hat seitdem ihren Funktionsumfang stetig erweitern können. Während im Jahr 2021 vor allem die Weiterentwicklung des Business-Builders im Vordergrund stand und der Business-Content vorangetrieben wurde, stehen 2022 viele Neuerungen bei der Datenmodellierung, der Datenintegration und im Bereich Data Governance im Fokus. Im Folgenden werden die wichtigsten Innovationen in diesen Bereichen, die Vision für 2022 und der neue Data Marketplace vorgestellt.

Datenmodellierung

Die Datenschicht ist der Ausgangspunkt der Datenverarbeitung für IT-Nutzer*innen und bildet die Grundlage der Datenverarbeitung in der SAP Data Warehouse Cloud. Da zukünftig mehr Objekte aus dem SAP BW/4HANA und dem SAP S/4HANA verarbeitet werden, sollen sogenannte Compound Keys eingeführt werden. Diese ermöglichen zusammengesetzte Fremdschlüsselbeziehungen zwischen den Quellobjekten. Mit dieser Neuerung können mächtigere Datenmodelle erstellt werden. Zudem soll es möglich sein, lokale Kopien von Objekten zu erstellen, deren Änderung nicht die produktiv genutzte Version beeinflussen. Dies gestattet zukünftig, Änderungen im Vorfeld an Kopien zu testen und theoretisch auch ein Testsystem, durch das Rollen- und Berechtigungssystem, aufzubauen.

Im zweiten Quartal plant die SAP noch zwei weitere wichtige Neuerung bei der Datenmodellierung: Zunächst soll es möglich sein, mehrere Objekte auf einmal über das Deployment bereitzustellen. Das ermöglicht, Änderungen an Produktivsystemen einfacher anzuwenden, indem diese im Vorfeld gespeichert und später gesammelt veröffentlicht werden. Eine kleine, aber sehr nutzerfreundliche Änderung ist die multilinguale Benamung von Feldern. Sie erlaubt es Nutzer*innen, festzulegen in welcher Sprache sie sich Attribute anzeigen lassen. Die Voraussetzung ist, dass diese vorher in der entsprechenden Sprache gepflegt sind.

In der Business-Schicht wird es zahlreiche (kleinere) Änderungen geben, die aber vor allem die Nutzerfreundlichkeit und den Modellierungsfluss verbessern. So wird beispielsweise die Einheitenumrechnung direkt aus dem SAP S/4HANA möglich. Das verringert den Modellierungsaufwand für Objekte aus dem S/4HANA, da die Einheiten direkt abgefragt werden. Eng damit verbunden ist das Feature, das es erlauben soll, Einheiten direkt in der SAP Data Warehouse Cloud umzurechnen. Damit können Daten aus verschiedenen Systemen, nicht nur mit unterschiedlichen Währungen, sondern auch mit unterschiedlichen Einheiten (bspw. Gewicht: t, kg, g, lbs…) einfach harmonisiert werden. Zuletzt sollen externe Hierarchien importiert und in interne Hierarchien umgewandelt werden können. Das kann Hierarchien, die bspw. im SAP BW/4HANA und S/4HANA erstellt wurden, direkt in der SAP Data Warehouse Cloud übersetzen und nutzbar machen. Dies ist unter anderem interessant für die Nutzung von bereits definierten Kunden-, Produkt- oder Kostenstellenhierarchien.

Datenintegration

Die einfache und vor allem vielfältige Integration von Daten aus verschiedensten Systemen ist eines der Hauptverkaufsargumente der SAP Data Warehouse Cloud. Die Datenintegration aus dem BW/4HANA ist dabei besonders interessant, weil bereits modellierte Daten über die neue BW-Bridge in das System kommen sollen. Die BW-Bridge ist zum jetzigen Stand schon in der SAP Data Warehouse Cloud vorhanden. Sie kann den Import von InfoObjects, (advanced) DataStore Objects, Composite Providern und ABAP Code als Remote Tables durchführen. Damit wurde die Lücke zwischen der bereits vorhandenen Integration von Tabellen und dem Model Transfer aus dem SAP BW/4HANA geschlossen. Diese Technologie soll im Jahr 2022 noch weiter ausgebaut werden. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass der im SAP BW/4HANA aktivierte Business Content verwendet werden kann. Der Datentransfer wird dabei nicht nur aus dem SAP BW/4HANA, sondern auch aus Systemen bis zum SAP BW on HANA 7.5 möglich. Das verbessert zum einen hybride Szenarien zwischen den BW-Systemen und der SAP Data Warehouse Cloud und zum anderen können Unternehmen direkt von SAP BW on HANA in die SAP Data Warehouse Cloud migrieren.

Hier sehen Sie die Verbindung zwischen SAP Data Warehouse Cloud und BW Bridge.
Die Verbindung zwischen SAP Data Warehouse Cloud und BW Bridge

Eine andere Neuerung wird die Verbindung zur SAP Analytics Cloud betreffen. Bis jetzt ist es nur möglich, Daten aus der SAP Data Warehouse Cloud über eine Live-Connection in der SAP Analytics Cloud zu konsumieren. Allerdings können in der SAP Analytics Cloud auch Datenmodelle erstellt und Planungsszenarien umgesetzt werden. Es soll realisiert werden, diese Daten in die SAP Data Warehouse Cloud zu schreiben. Damit kann eine bidirektionale Verbindung zwischen den Systemen entstehen und die SAP Analytics Cloud eine Sonderstellung einnehmen. Sie wäre sowohl Konsument als auch Produzent von Daten der SAP Data Warehouse Cloud. Langfristig wird die Integration zwischen den Systemen immer stärker werden. In der Zukunft könnte auch die Nutzung von Smart Discovery in der SAP Data Warehouse Cloud möglich werden.

Hier sehen Sie Die geplante bidirektionale Verbindung zwischen SAP Analytics Cloud und SAP Data Warehouse Cloud.
Die geplante bidirektionale Verbindung zwischen SAP Analytics Cloud und SAP Data Warehouse Cloud.

Data Governance

Das Thema Data Governance hat in den Systemen und Technologien von morgen immer größeren Einfluss auf den Erfolg der Datenstrategie. Vor allem die steigenden Datenvolumina und die größere Belastung durch Echtzeitanalysen machen Data Governance unumgänglich. Deshalb werden die in der SAP Data Warehouse Cloud bereits bestehenden Möglichkeiten weiter ausgebaut. Die bereits implementierte Data Lineage (Datenherkunftsanalyse) soll verbessert werden, sodass die Datenherkunft während des gesamten Datenmodellierungsprozesses verfolgbar ist. Nicht nur die Verfolgung einzelner Datensätze, sondern auch die einzelner Spalten eines zusammengesetzten Datensatzes soll ermöglicht werden. Außerdem soll es, nach dem Vorbild des Datenkatalogs, durch einen Business Katalog möglich werden, Objekte aus der Business-Schicht zu suchen und direkt zu bearbeiten.

Eine weitere Neuerung betrifft die Berechtigungen aus dem SAP BW/4HANA. Es soll gewährleistet werden, bereits bestehende analytische Berechtigungen aus dem SAP BW/4HANA in die SAP Data Warehouse Cloud zu laden. Dadurch wird der Aufbau einer Row-Level-Security direkt aus dem SAP BW/4HANA erleichtert. Diese Neuerung ist deshalb besonders für Nutzer*innen eines bereits bestehenden SAP BW/4HANA Systems interessant, die ein hybrides Szenario mit dem SAP Data Warehouse Cloud in Betracht ziehen. Bspw. können Objekte über die BW-Bridge in die SAP Data Warehouse Cloud geladen werden und automatisch über eine Data Access Control vor unbefugtem Zugang geschützt werden. Nähere Details über die tatsächliche Gestaltung sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Data Marketplace

Der Data Marketplace wurde schon vorgestellt und wird zeitnah in die SAP Data Warehouse Cloud implementiert. Er wird der Platz für den Datenaustausch und die Monetarisierung von Datenprodukten. Hier können dann Daten sowohl öffentlich, privat sowie kommerziell und nicht kommerziell geteilt werden. Dabei soll jede Art von strukturierten und unstrukturierten Daten unterstützt werden. Der Vorteil für Kunden ist, dass externe Daten von Drittanbietern zur Generierung von Insights verwendet werden ohne dass eine neue Verbindung zu anderen Quellsystemen benötigt wird. Der Ausbau dieser Plattform wird ein zentrales Thema für 2022.

Fazit

Die SAP Data Warehouse Cloud hat sich zu einem agilen, funktionsfähigen und vor allem stabilen Data Warehouse in der Cloud entwickelt. Wir sehen die SAP Data Warehouse Cloud als situationsabhängige Alternative oder sinnvolle Ergänzung zum SAP BW/4HANA. Die vorgestellten Features lassen darauf schließen, dass SAP seinen Fokus momentan auf die Entwicklung der Cloud-Tools legt, Kundenwünsche respektiert und umsetzt. Grade die weitreichende Integration zwischen SAP Analytics Cloud, SAP Data Warehouse Cloud und SAP BW/4HANA lässt vermuten, dass die SAP Data Warehouse Cloud in Zukunft das zentrale Tool für Datenharmonisierung und -modellierung wird.

Weitere Informationen zur SAP Data Warehouse Cloud

Disclaimer: Ob, wann und in welcher Form die folgenden Neuerungen tatsächlich umgesetzt werden, kann nicht garantiert werden. Die Entwicklung der SAP Data Warehouse Cloud unterliegt ausschließlich der SAP SE.

Bild von zwei Personen, die etwas besprechen, daneben ein Bild mit der Aufschrift "Webinar on demand" und dahinter Bilder von Kabeln, valantic Webinar im Bereich Digital Strategy

Webinar on demand:
SAP Data Warehouse Cloud

In diesem Webinar möchten wir die Methoden zur Integration der DWC in unterschiedlichen Systemlandschaften aufzeigen und anhand Use Cases diese in der SAP Data Warehouse Cloud demonstrieren. Im Fokus stehen hierbei die Gestaltung eines heterogenen Data Warehouses und die Adressierung von Berechtigungskonzepten innerhalb der DWC.

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