PIM ersetzt ERP als führendes System bei der Produktdatenverwaltung und -weitergabe

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Marco Kahler
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EXPERT_TALK mit Silke Dickel, Soennecken

Heute dürfen wir Frau Silke Dickel im EXPERT_TALK begrüßen. Frau Dickel ist Expertin im Bereich Produkt-Daten-Management und steht uns zum Interview zur Verfügung.

Porträt von Silke Dickel, Product Owner PIM bei der Soennecken eG
Silke Dickel ist Product Owner PIM bei der Soennecken eG. Davor war sie in verantwortlichen Positionen im Vertriebsinnendienst und Datenmanagement tätig und hat als Projektmanagerin diverse IT-Projekte begleitet. Seit vier Jahren verantwortet sie die Weiterentwicklung des hauseigenen PIM-System.

Kahler: Frau Dickel, Sie sind Product Owner PIM System bei der Soennecken eG aus Overath und sind verantwortlich für das Product Information Management (PIM) System. Seit wann hat Soennecken ein PIM System im Einsatz und welche Rolle spielt es in der Soennecken Systemlandschaft

Dickel: Soennecken hat 2008 ein PIM eingeführt. Wir haben uns damals – anders als üblich – dazu entschieden, das PIM als führendes System für die Artikeldaten zu definieren. D.h. jeder Artikel wird im PIM angelegt und von dort an Folgesysteme wie ERP, Shops usw. übertragen.

Kahler: Wie Sie schon sagen, ist i.d.R. das ERP System das führende System. Warum hat man sich dagegen entschieden und welche Vorteile hat Soennecken dadurch?

Dickel: Unser Ziel war ein Ort, an dem alle Artikeldaten (d.h. logistische Daten, Mediendaten, Preise) gepflegt werden können – ein SPOT. Damit stellen wir sicher, dass unser ERP, unsere Kataloge, der Onlineshop und auch die Datenexporte an unsere Kunden, immer die gleichen Daten enthalten. Außerdem sind wir so problemlos in der Lage, jederzeit weitere Systeme über Schnittstellen anzubinden und mit Daten im jeweils gewünschten Umfang zu versorgen – unabhängig davon, ob Stamm- oder Mediendaten benötigt werden.

Kahler: Ihren Antworten entnehme ich, dass der Bereich Produktdaten Management eine essentielle Rolle spielt. Welche Rolle spielt, Ihrer Meinung nach „PBSeasy“ in diesem Kontext?

Dickel: PBSeasy ist für uns eine mögliche Quelle für Stamm- und Mediendaten, allerdings nicht die Einzige. Wir haben unser Produkt-Portfolio in den letzten Jahren immer mehr erweitert und viele unserer neuen Lieferanten sind nicht auf PBSeasy vertreten. Von diesen Lieferanten beziehen wir die Daten direkt. Auch unseren Kunden bieten wir – neben dem Stammdatenbezug über PBSeasy – die Möglichkeit, Daten direkt von uns im gewünschten Format zu erhalten.

Kahler: Seit Ende 2016 gibt es die B2B Plattform Amazon Business. Welche Rolle spielt Amazon Business im B2B Umfeld für Soennecken? Und wie würden Sie Amazon Business mit anderen B2B Plattformen im Soennecken Kontext vergleichen?

Dickel: Soennecken ist eine Genossenschaft und hat keinen direkten Marktauftritt – wir verkaufen nur an unsere Mitglieder. Daher ist die Plattform eher für unsere Mitglieder relevant. Erste Mitglieder engagieren sich auch bereits auf Amazon Business. Diese unterstützen wir natürlich mit passenden Datenexporten aus unserem PIM.

Kahler: Kommen wir zum Thema Klassifizierung von Produktdaten. Welche Klassifizierungsmodelle bildet Soennecken ab und welche Rolle spielen Klassifizierungsmodelle wie z.B. eClass.

Dickel: eClass ist das wichtigste Klassifizierungsmodell für uns, weil es in unserer Branche am weitesten verbreitet ist. Wir haben alle Versionen von 4.1 bis 10.1 an den Artikeln hinterlegt. Zusätzlich können wir die UNSPSC Version 20 ausweisen – diese steht allerdings für uns nicht im Fokus und wird auch nicht zwingend aktuell gehalten. Da hängt es für uns ein bisschen davon ab, was unsere Kunden von uns fordern. Darüber hinaus bilden wir noch individuelle Klassifikationssysteme ab, wie z.B. unsere Shop-Kategorien. Der Kunde entscheidet dann, welche Klassifikationssysteme er in seinem Datenexport erhalten möchte.

Kahler: Wie sehen Sie die Zukunft des Print Kataloges? Und welche Rolle spielt er bei Soennecken?

Dickel: Ich denke, dass der klassische dicke Katalog, der einmal im Jahr erscheint und das komplette Sortiment enthält, über kurz oder lang nicht mehr im heutigen Umfang produziert wird. Das bestätigen auch die sinkenden Auflagezahlen bei uns. Wir verändern laufend unser Sortiment, es kommen immer wieder neue Produkte auf den Markt, die beworben werden möchten und es stehen auch immer mehr Informationen zu Verfügung, die sich in einem Printkatalog gar nicht alle abbilden lassen. Da bietet das Web bessere Möglichkeiten der Präsentation. Meiner Meinung nach wird sich der Fokus bei der Printproduktion eher zu individuellen und zielgruppenspezifischen Publikationen verlagern, mit denen man schnell Trends aufgreifen und gezielt Vertriebsaktionen unterstützen kann.

Kahler: Vielen Dank für das Interview.

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