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Lieferantenmanagement: 5 Fragen an den Logistikhelden Ingo Hauptmann

Bild von Ingo Hauptmann, Segmentleiter Lieferantenmanagement bei valantic Supply Chain Excellence, daneben ein iPad sowie Autoteile in einem Lager, im Hintergrund ein Industriehafen mit Containern

Ingo Hauptmann, Segmentleiter im Bereich Lieferantenmanagement bei valantic, ist einer der Logistikhelden 2020 der Initiative „Die Wirtschaftsmacher“. Wie seine Erfahrung als Gabelstaplerfahrer den Weg dafür geebnet hat, welche typischen Herausforderungen er für seine Kunden löst und welche Technologien in Zukunft im Lieferantenmanagement entscheidend sein werden, erklärt er im Interview.

„Die Wirtschaftsmacher“, eine Initiative deutscher Logistikunternehmen, stellt auf der eigenen Webseite im Rahmen der Helden-Geschichten ausgesuchte Fachkräfte aus der Branche vor. Denn das Ansehen der Logistik in der Öffentlichkeit ist nach Ansicht vieler Branchenvertreter verbesserungswürdig. Um die Leistungen und vielfältigen Tätigkeiten in der Logistik bekannt zu machen, startete im Juni 2019 erstmals eine übergreifende Imagekampagne der Logistik. Mit der bundesweiten Imagekampagne „Logistikhelden“ will Deutschlands drittgrößter Wirtschaftsbereich bei Berufseinsteiger*innen und Jobsuchenden punkten und sein Ansehen in der Öffentlichkeit verbessern. Als Digitalisierungspartner gehört valantic zu den Unterstützern der ersten Stunde und präsentierte bereits 2019 zwei Logistikhelden.

Einer der Logistikhelden 2020 ist Ingo Hauptmann, der bei valantic im Bereich Supply Chain Excellence das Lieferantenmanagement leitet. Als solcher sieht er sich manchmal als „Feuerwehr“, wenn es beim Kunden in der Lieferkette brennt, wie er im folgenden Interview verrät.

Bild von Ingo Hauptmann, Segmentleitung Lieferantenmanagement bei valantic Supply Chain Excellence, in  der Wirtschaftsmacher-Initiative Logistikheld mit Kennzahlen

Hallo Ingo, Du bist einer der Logistikhelden 2020  der Initiative „Die Wirtschaftsmacher“. Was bedeutet das für Dich und was macht so einen Logistikhelden aus?

Ich freue mich, dass ich mit dieser tollen Initiative meinem Arbeitsschwerpunkt, nämlich das Lieferantenmanagement, mehr Sichtbarkeit verleihen kann. Denn eigentlich findet unsere Arbeit immer im Hintergrund statt und ist für Außenstehende oft nicht direkt wahrnehmbar. Als Leiter des Bereichs Lieferantenmanagement bei valantic sehe ich mich schon manchmal in der Rolle eines Feuerwehrmanns. Denn wenn beim Kunden in der Supply Chain sprichwörtlich ‚die Hütte brennt‘, sind wir da. Allerdings ohne Blaulicht und Tatütata.

So haben mein 15-köpfiges Team und ich dazu beigetragen, in Summe 50.000 Minuten Produktionsausfälle und 5.000 Sonderfahrten zu vermeiden sowie 30 Tonnen CO2. Werden wir gerufen, leiten wir nach einer Lageanalyse (also wo brennt es?) Sofortmaßnahmen zur Schadensbegrenzung ein. Denn oberstes Ziel ist es, die Supply Chain zwischen den Herstellern und ihren Lieferanten nicht abreißen zu lassen. Der Kunde darf im entscheidenden Moment nicht ins Leere greifen, weshalb es unsere Aufgabe ist, so schnell wie möglich eine 100-prozentige Versorgungssicherheit wiederherzustellen.

Zum Teil gibt es in den einzelnen Projekten auch unterschiedliche Ansichten darüber, an welcher Stelle Lieferbrüche entstanden sind und wer dafür verantwortlich ist. Im Grunde genommen wollen aber immer beide Seiten, dass die Lieferkette reibungslos läuft. Mein Team und ich sind häufig auch der Mediator, der zwischen den beiden Parteien vermittelt, nicht nur die Prozesse analysiert, sondern auch Empfehlungen ausspricht, wie die Kommunikation verbessert werden könnte. Dafür braucht es auch ein gutes Stück Gelassenheit.

Apropos langjährige Erfahrungen: Warst Du nicht mal selbst Gabelstaplerfahrer? Inwieweit hilft Dir das im Lieferantenmanagement?

Ich habe tatsächlich mal als Gabelstaplerfahrer und Kommissionierer gearbeitet. Die Erfahrungen möchte ich nicht missen. Denn dadurch habe ich mir neben dem theoretischen auch viel Praxiswissen angeeignet, um beispielsweise bei der Planung einschätzen zu können, was geht und was nicht oder was sinnvoll ist. Außerdem erleichtert es mir auch die Kommunikation und den Umgang mit den Mitarbeiter*innen auf dem Jobfloor unserer Kunden. Das hilft mir und indirekt auch unseren Kunden, zu verstehen, wo der Schuh drückt und was verbessert werden kann, um die Supply Chain auf allen Ebenen zu optimieren.

Bild von Ingo Hauptmann, Segmentleitung Lieferantenmanagement bei valantic Supply Chain Excellence, in  der Wirtschaftsmacher-Initiative Logistikheld

Mit welchen typischen Herausforderungen und Problemen kommen die Kunden in der Regel auf Dich und Dein Team zu?

Selbst sehr große Unternehmen aus der Automobilindustrie, die zu unseren Kunden gehören, plagen vielfach Lieferengpässe oder -probleme. Oft hakt es an den kleinsten Bauteilen, wenn irgendwo die Produktion stockt oder sogar vorübergehend zum Erliegen kommt. Die Corona-Pandemie mit weltweiten Produktionsausfällen zeigt sehr deutlich, wie brüchig Supply Chains sein können. Und je weltumspannender diese Lieferketten aufgestellt sind, desto schwieriger ist es, eine 100-prozentige Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Umso wichtiger ist ein weltumspannendes Monitoring der Supply Chains und eine geeignete Mangelsteuerung.

Wenn die Zahl der Produktionsanläufe steigt, kann es in diesen Anlaufphasen zu Engpässen bei den Kapazitäten und Komponenten der Lieferanten kommen. Lieferantenmanagement-Systeme, die rein auf Auswahl- und Monitoring-Prozesse sowie auf sanktionierte Eskalationsstufen fokussiert sind, reichen da oft nicht mehr aus. Da ist zunehmend auch praktische, operative Hilfe vor Ort notwendig mit der wir als Team Lieferantenmanagement Kunden und Lieferanten unterstützen können.

Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen valantic, den B2B-Kunden und den Lieferanten und wie die gegenseitige Unterstützung, wenn Probleme auftreten?

Hier arbeitet valantic als Partner mit dem Hersteller und/oder dem jeweiligen Lieferanten zusammen, bei dem Probleme identifiziert wurden. Wir nehmen wie gesagt vor Ort eine Ursachenanalyse vor und leiten dann sofort Gegenmaßnahmen ein. Denn oberstes Gebot ist die Versorgungssicherheit. Dabei sind nicht nur unser IT- und Prozess-Know-how gefragt, sondern oft auch unsere vermittelnde Rolle als Beraterteam, um zwischen dem Hersteller und dem Lieferanten wieder eine konstruktive, lösungsorientierte Atmosphäre herzustellen. Sobald die vorher eingeleiteten Sofortmaßnahmen greifen, geht es an die Problemlösung und Anpassung beziehungsweise Optimierung der betroffenen Prozesse. Das können die Materialflüsse, die theoretischen und tatsächlichen Durchlaufzeiten, die Bestandsbuchungen, die richtige Planung der Produktionskapazitäten, die Flexibilität aller Produktivkräfte oder das gesamte Supply Chain Management einschließlich der angeschlossenen IT-Systeme sein. Bei Anschlussprojekten arbeiten wir an der Nachhaltigkeit der Maßnahmen, oft nach den Lean-Prinzipien oder wir empfehlen eine umfassendere Ressourcenplanung, um die Flexibilität in der Fertigung zu erhöhen und optimal auf die Kundenbedürfnisse abzustimmen. Hilfe zur Selbsthilfe. Unsere Arbeit ist gut gemacht, wenn es ohne uns läuft.

Bild der Wirtschaftsmacher-Initiative Logistikheld, Zahlen und Fakten zu Ingo Hauptmann, valantic Supply Chain Excellence

Welche Lösungen und Services bietet valantic den Kunden im Bereich Logistik an? Und welche Trends oder Technologien werden hier in Zukunft von Bedeutung sein?

Angesichts vielfach steigender Material- und Lohnnebenkosten und einer zunehmenden Variantenvielfalt kommt es heute immer mehr auf schlanke Prozesse mit möglichst kurzen Lagerzeiten und vollständiger Transparenz der gesamten Lieferkette an. Bisherige SCM- und ERP-Systeme sind dahingehend zu monolithisch und inflexibel. Dazu braucht es flexible, digitalisierte Cloud-basierte Tools wie den Connected Chain Manager (CCM) von valantic. Die B2B-Kunden erhalten dadurch nicht nur die nötige Transparenz in ihrer gesamten Lieferkette, sondern auch eine Plattform für die Supply-Chain-Kollaboration. So können mit dem CCM beliebig viele Lieferanten angebunden und das komplette Liefernetzwerk mit allen relevanten Parametern visualisiert werden. Diese stufen- und unternehmensübergreifende Transparenz lässt sich durch den verstärkten Einsatz von Machine Learning und Künstlicher Intelligenz noch weiter verbessern. Ziel ist es, Feuerwehreinsätze zu vermeiden.

Aber ich denke nicht, dass wir Lieferantenmanager*innen eines Tages von Maschinen ersetzt werden, denn Erfahrung und Sozialkompetenz bleiben hier entscheidende Faktoren. Wir werden auch weiterhin, als Task Force vor Ort bei unseren Kunden und ihren Lieferanten sein. Dann vielleicht nicht mehr umgeben von Transportrobotern in der Produktion und in den Lagern, sondern von Drohnen in der Warenzustellung. Es bleibt also spannend in der Logistik und im Lieferantenmanagement, und ich freue mich darauf, beides bei valantic mitgestalten zu können.

Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast!

Bild eines lachenden Mannes, daneben ein Bild mit der Aufschrift

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