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Innovativ sein mit SAP: „Der Weg ist da, wo die Angst ist“

Grafik zu den valantic Customer Focus Days SAP am 5. und 6. Oktober 2021

Digitale Geschäftsmodelle innovativ umsetzen, SAP Strategien anpassen, Prozesse end-to-end integrieren und die Transformation auf SAP S/4HANA – das sind nur einige der spannenden Themen, die auf den Customer Focus Days SAP von valantic am 5. und 6. Oktober diskutiert wurden.

Den Impulsvortrag auf den Customer Focus Days SAP, die valantic am 5. und 6. Oktober zum zweiten Mal virtuell veranstaltete, hielt Alex von Frankenberg, Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds. Wie schaffen es Unternehmen, innovativ zu sein und nicht den Anschluss an aktuelle Marktentwicklungen zu verlieren, sondern aktiv neue Marktchancen zu nutzen?

Das sei gar nicht so leicht, denn Innovationen seien nur schwer zu erkennen, meist liegen wir daneben, urteilt von Frankenberg aus Erfahrung. Die Wirtschaftsgeschichte sei deshalb auch voller kapitaler Fehleinschätzungen. Nur ein Beispiel: 2009, zwei Jahre nach der Erfindung des iPhones, prophezeite Nokias Chefstratege Anssi Vanjoki den mobilen Smartphones ein Nischendasein. Heute haben sie die Welt erobert und Nokia, der einstige Weltmarktführer, spielt auf dem Smartphonemarkt nur noch eine unbedeutende Nebenrolle.

„Der Weg ist da, wo die Angst ist“, so „Sir Vival“ Rüdiger Nehberg, Survival-Experte und Aktivist für Menschenrechte. „Wir müssen raus in den Dschungel und Optimismus ist dabei die beste Strategie“, ergänzt von Frankenberg. Das gelte auch und vor allem für digitale Innovationen und Transformationen, die zurzeit bei vielen Unternehmen anstehen. Wer keine mutigen Entscheidungen fällt und sich auf den Status quo verlässt, wird abgehängt.

Roadmap auf S/4HANA

Vielen Teilnehmern der Customer Focus Days SAP von valantic brennt die Migration auf S/4HANA unter den Nägeln, ergaben Live-Umfragen während des ersten Konferenztages. Die Transformation auf SAP S/4HANA sei viel mehr als nur das nächste SAP Projekt und schon gar kein „notwendiges Übel“, sondern der „Enabler“ für zukünftiges Wachstum und Innovation, betont Rüdiger Hoffmann, Geschäftsführer von valantic ERP Consulting. Zwar sei der Trend zur Umstellung auf S/4HANA stabil, aber noch immer arbeiteten über 50 Prozent mit einer SAP ERP-Umgebung, hat eine aktuelle Umfrage ergeben, die valantic ab 2018 im Jahresrhythmus durchführt.

Für 30 Prozent der Umfrageteilnehmer ist ein höherer Automatisierungsgrad der Hauptgrund für die Umstellung auf S/4HANA. Denn dadurch lassen sich Effizienz- und Produktivitätspotenziale heben und die Fehlerquoten signifikant senken.“

Rüdiger Hoffmann, Geschäftsführer valantic ERP consulting
Bild von Rüdiger Hoffmann, Geschäftsführer bei valantic im Competence Center ERP Services

Für 30 Prozent der Teilnehmer ist ein höherer Automatisierungsgrad der Hauptgrund für die Umstellung auf S/4HANA. Denn dadurch lassen sich Effizienz- und Produktivitätspotenziale heben und die Fehlerquoten signifikant senken. Robotic Process Automation stehe bei der Automatisierung an erster Stelle, sei aber nur eine Brückentechnologie. Machine Learning und Chatbots gewönnen immer mehr an Bedeutung, betont Hoffmann.

Ein weiteres interessantes Ergebnis der Umfrage von valantic: Der hybride Bluefield-Migrationsansatz verdrängt nachhaltig Greenfield und Brownfield. Dafür gibt es überzeugende Gründe. Greenfield-Projekte, die nahezu die gesamte SAP Architektur wie auf einer grünen Wiese neu aufgebaut haben, haben sich als zu teuer herausgestellt und liefen länger als geplant. Hybride Transformationsmethodiken wie Bluefield übernehmen dagegen große Teile der meist komplexen Datenkonvertierung automatisiert und gehen flexibler als Brownfield, das im Wesentlichen die alten Prozesse nachbaut, auf die individuellen Anforderungen der Unternehmen ein.

GRafik Migration auf SAP S/4Hana
Eine Transformationsstrategie auf SAP S/4HANA, die diese Schritte einhält, dauert in der Regel 24 bis 36 Monate (Quelle: valantic)

Die Zukunft gehört hybriden Transformationsmethoden wie Bluefield und hybriden Betriebsmodellen, die on-premises und die Cloud miteinander kombinieren. 75 Prozent der Umfrageteilnehmer erwarten, dass sich in Zukunft hybride Betriebsmodelle durchsetzen werden, hat die valantic-Umfrage ergeben..

Hochland-Projekt S/4Future

„Wir haben uns für einen Greenfield-Ansatz mit einigen blauen Einsprengseln entschieden“, berichtet Jürgen Brunner, Bereichsleiter Group IT beim international tätigen Käseproduzenten Hochland.

Die Transformation auf SAP S/4HANA sei kein rein IT-getriebenes Projekt, sondern müsse alle Stakeholder aus dem Business, die ihre Prozesse end-to-end vertreten, mit einbeziehen, unterstreicht Brunner. Hochland hat sich für eine agile Vorgehensweise mit Scrum-Elementen entschieden. Für die Modellierung und die Dokumentation der Prozesse kommt die Software-Suite der von SAP aufgekauften Process-Mining-Spezialistin Signavio zum Einsatz.

Ein anspruchsvolles Migrationsprojekt auf SAP S/4HANA ist wie eine Ehe auf Zeit, es gibt gute und schlechte Zeiten. Gerade deshalb sind krisenfeste und krisenerprobte Berater und Implementierungspartner so wichtig.“

Jürgen Brunner, Bereichsleiter Group IT bei Hochland
Bild von Jürgen Brunner, Bereichsleiter Group IT der Hochland Gruppe, Referent valantic Customer Focus Day

Das Transformationsprojekt auf S/4HANA, das im ersten Quartal des letzten Jahres startete, umfasst zurzeit 500 Projektteilnehmer, davon 400 interne Hochland-Mitarbeiter*innen und 100 Externe. Insgesamt sind acht Beratungsfirmen und Implementierungspartner beteiligt, mit valantic als Generalunternehmer. Da stelle sich die Frage, wie man ein solches Riesenprojekt effizient vorantreiben und kontrollieren könne, berichtet Brunner. „Wir sind im Plan, die meiste Zeit meiner Tätigkeit als Projektleiter verbringe ich jedoch als People Manager, der alle Stakeholder zusammenhält und die Motivation hochhält“, so der IT-Chef weiter.

Ein anspruchsvolles Migrationsprojekt wie S/4Future sei wie eine Ehe auf Zeit, es gebe gute und schlechte Zeiten. „Im Großen und Ganzen hat das Projekt bislang super geklappt, wir haben immer wieder einen Weg aus Krisen gefunden. Eine wichtige Voraussetzung aber sind krisenfeste Berater und Implementierungspartner“, erklärt Brunner. Mitte 2022 steht der GoLive von zwei Werken und sechs Gesellschaften an. „Das ist der Hammer, wenn wir das geschafft haben, können wir erst einmal durchschnaufen“.

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