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Corona setzt IT-Prioritäten neu: Das haben deutsche Unternehmen jetzt auf der Agenda

valantic & TechConsult Studie:

Aktuelle Umfrage unter 218 Geschäftsführer*innen und IT-Entscheider*innen

valantic und das Analystenhaus techconsult haben Ende 2020 insgesamt 218 deutschsprachige Unternehmen aus allen Branchen gefragt: „Wie hat die Corona-Pandemie die Digitalisierungsvorhaben und Projekt-Prioritäten verändert?“ Mit dem Ergebnis: Einige Themen sind auf der IT-Agenda der Unternehmen ganz weit nach oben gerückt. Langfristig hat der Corona-Druck ein Umdenken und Weiterdenken ausgelöst.

Die Corona-Pandemie hat die IT-Roadmaps der über 200 von valantic und techconsult befragten Unternehmen gehörig durcheinandergewirbelt. Anfangs standen der Gesundheitsschutz von Mitarbeiter*innen, Partnern und Lieferanten und die Sicherung der Geschäftstätigkeit im Vordergrund. Für 54 Prozent der Umfrageteilnehmer*innen hat der Schutz der Gesundheit absolute Priorität, 51 Prozent wollen die Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiter*innen sichern und 50 Prozent vor allem die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens erhalten. Längerfristig investieren deutsche Unternehmen massiv in neue Digitalisierungsprojekte. Im Fokus stehen dabei unter anderem die Bereiche Supply Chain Management, E-Commerce, Prozessoptimierung und Automatisierung.

Infografik der valantic & TechConsult Studie:
Gesundheitsschutz und die Sicherung der Arbeitsplätze, aber auch der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit genießen in deutschen Unternehmen eine hohe Priorität.

In der Reaktion auf die Krise stechen die Optimisten bei weitem die Pessimisten aus. 46 Prozent haben neue, jetzt wichtige Digitalisierungsprojekte gestartet, die vorher gar nicht geplant waren. In mittelständischen Unternehmen mit 500 bis 999 Mitarbeitenden ist dieser Anteil mit 53 Prozent sogar noch höher. Corona verlangt entschlossenes Handeln und eine Re-Evaluation der bisherigen IT-Roadmaps. Um die dafür notwendigen Mittel und Ressourcen freizusetzen, sehen sich 38 Prozent gezwungen, nicht ganz so relevante Projekte erst einmal zu verschieben. Aber nur 24 Prozent legen Einzel-Projekte auf unbestimmte Zeit auf Eis.

Innerhalb der Branchen wird vor allem im Handel der Rotstift angesetzt. Überraschend ist es nicht, denn diese Branche hat mit dem Gastgewerbe und der Dienstleistungsbranche für private Zwecke derzeit die meisten Einbußen zu beklagen.

Infografik zur valantic und techconsult Studie: Corona hat Einfluß auf die IT-Roadmap
46 Prozent der Umfrageteilnehmer haben unter dem Druck der Krise neue relevante Digitalisierungsprojekte angestoßen, die vorher gar nicht auf der Agenda standen.

Flexible, moderne Arbeitsweisen wie Homeoffice und virtuelle Teams haben durch die Krise enorm an Bedeutung gewonnen. Das klassische Geschäftsziel der Umsatzsteigerung ist durch den Fokus auf Kosteneinsparungen bei etlichen Firmen zunächst einmal in den Hintergrund getreten. Deutsche Unternehmen investieren aktuell vor allem in den Digital Workplace, in smarte Kommunikationslösungen und in die Sicherheit der eingesetzten IT-Lösungen, die neue Herausforderungen meistern müssen.

Auffallend ist jedoch, dass nahezu alle Technologiethemen durch Corona an Relevanz gewonnen haben. Der Vorher-Nachher-Vergleich zeigt: E-Commerce und die Optimierung der Logistikprozesse, aber auch – auf etwas niedrigerem Niveau – Künstliche Intelligenz, die Blockchain und der in Produkt-Simulationen eingesetzte digitale Zwilling (digital twin) haben markant zugelegt und sind in den Management-Zentralen der Business- und IT-Entscheider deutlich präsenter als vor der Krise. Deutsche Unternehmen denken intensiv darüber nach, wie sie mithilfe smarter Technologien ihre Kosten senken, Mehraufwände reduzieren und ihre Produktivität und Profitabilität steigern können.

Infografik zur valantic und techconsult Studie: Relevanz digitaler Themen vor und nach Corona
So gut wie alle Technologien haben durch Corona an Relevanz gewonnen. An der Spitze liegen smarte Kommunikationslösungen und der digitale Arbeitsplatz.

Transparenz und Flexibilität sind in Zeiten schwieriger Rahmenbedingungen besonders wichtig, um auf Herausforderungen schnell reagieren und weiterhin möglichst profitabel wirtschaften zu können. Mit fast zehn Prozent hat die Optimierung der Lieferkette den größten Relevanz-Sprung nach oben gemacht. Der „Corona-Gewinner“ der Umfrage von valantic und techconsult heißt Supply Chain Management.

Aus naheliegenden Gründen: Der Shutdown im Frühjahr 2020 hat viele Lieferketten ins Stocken gebracht. In der Folge kam es zu Stilständen in der Produktion und zu Engpässen im Handel. Die Aufrechterhaltung der Logistikprozesse ist aber das A&O und eine grundlegende Voraussetzung für viele Wirtschaftszweige. Je besser der Logistikprozess, das Herzstück der Lieferkette, funktioniert, umso produktiver ist das Unternehmen und umso besser werden auch die Anforderungen der Kunden im Hinblick auf schnelle Lieferung und Verfügbarkeit der Artikel erfüllt. Auch das sichert die Umsätze.

Infografik zur valantic und techconsult studie relevanz von logistikketten vor und nach Corona
Ohne Logistik kommt das Material nicht in die Produktionshalle und die Ware nicht zum Kunden. Ein flexibles, transparentes Supply Chain Management ist für Unternehmen daher besonders umsatzrelevant.

Der Online-Handel hat im vergangenen Jahr 2020 einen Boom erlebt. Einerseits war der persönliche Kundenkontakt stark eingeschränkt, andererseits haben viele Kunden die Erfahrung gemacht, dass Online-Einkäufe gar nicht so kompliziert sind, wie sie vielleicht geglaubt hatten. 41 Prozent der Umfrageteilnehmer wollen sich diesen zusätzlichen Vertriebskanal erschließen und verstärkt in ihr Online-Geschäft investieren, auch um für zukünftige Krisen besser gewappnet zu sein. Ebenfalls 41 Prozent haben vor, an der Optimierung ihrer betrieblichen Abläufe zu arbeiten und 39 Prozent habe sich die Steigerung der betrieblichen Gesamt-Performance – zum Beispiel durch Digitalisierungs- und Automatisierungstechnologie – fest in die To-do-Liste geschrieben.

Infografik zur valantic und techconsult Studie: Maßnahmen gegen die Krise
Der Online-Handel boomt. 41 Prozent der Unternehmen planen deshalb, stärker in ihr Online-Geschäft zu investieren und ihre betrieblichen Abläufe, Analysen und Lieferketten zu optimieren.

Zwar bringen unter dem aktuellen Druck der Krise durchgeführte Adhoc-Maßnahmen bereits viele Vorteile. Wesentlich höhere Mehrwerte generiert aber ein strategisch ausgerichteter und langfristig angelegter Ansatz, der Digitalisierungsprojekte in der IT-Roadmap für die kommenden Jahre verankert. Hier herrscht bei einigen der von valantic und techconsult befragten Unternehmen noch ein gewisser Nachholbedarf.

26 Prozent haben eine Roadmap erstellt und setzen sie auch bereits um, 29 Prozent arbeiten noch daran. 20 Prozent stehen bislang aber noch ganz ohne einen Strategieplan da. Das ist ein riskantes Vorgehen, wenn in Zukunft weitere Herausforderungen gemeistert und zum Beispiel nach der Krise das Geschäft möglichst schnell wieder hochgefahren werden muss.

Infografik zur valantic und techconsult Studie: Veränderung der IT-Roadmap
Eine strategisch durchdachte und langfristig angelegte Roadmap generiert die größten Mehrwerte. Aber erst 26 Prozent der Unternehmen haben eine digitale Roadmap und setzen sie bereits um.

Die Mehrzahl der Entscheider und Projektverantwortlichen in den Unternehmen hat vor, ihre IT-Projekte gemeinsam mit externen IT-Dienstleistern voranzutreiben. Diese Konstante zieht sich durch die ganze Studie. Die Umsetzung der Maßnahmen ist kein Selbstläufer: 86 Prozent werden sich für die Implementierung von Analytics-Anwendungen externe Hilfe bei IT-Dienstleistern holen. Und auch für alle anderen Vorhaben wünschen sich mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen die Unterstützung eines externen IT-Dienstleister.

Titel-Cover der valantic & TechConsult Studie:

Die vollständige Studie „Corona setzt IT-Prioritäten neu“ können Sie hier herunterladen.

Zum Download der Studienergebnisse

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